Fuldas inklusive Sieger

Aus den 131 eingereichten Beispielen aus Fulda wurden fünf  „Best Practice“ Projekte, die als besonders vorbildhaft für ein inklusives Miteinander stehen, in verschiedenen Kategorien von einer Jury gekürt.
 

Andrej Schönfisch ist gehörlos und arbeitet als Maler und Lackierer.

Farbspielereien

Kategorie Arbeit

Manchmal dauert es ein bisschen, bis man seinen Platz in der Arbeitswelt gefunden hat. So ging es auch Andrej Schönfisch. Nach seiner Ausbildung als Maler und Lackierer war der gehörlose Schönfisch sechs Jahre lang arbeitslos. Eine schwierige Zeit für den 30-Jährigen, in der er sich immer mehr zurückzog.

Der Sozialdienst für Gehörlose der Caritas Fulda unterstützte ihn schließlich dabei, wieder einen Weg in den Arbeitsmarkt zu finden. Doch das gelang nicht ohne Hindernisse. Arbeitgeber hatten Hemmungen, ihn einzustellen: Auf Baustellen werde auf Zuruf gearbeitet, hieß es da. Oder schlicht: zu gefährlich.

Also wurde die Fuldaer Arbeitsagentur eingeschaltet, die wiederum über eine Zeitarbeitsfirma den Malerbetrieb Alexander Schleicher in Dipperz ausfindig machte. Für Schleicher war Schönfischs Handicap kein Argument, gibt es doch für gehörlose Handwerker optische Warn- und Kommunikationssysteme. Heute ist keine unbemalte Wand mehr vor Schönfisch sicher.

Bewegung für alle - getanzte Vielfalt im Studio 82 für Tanz + Bewegung.

Jeder kann tanzen

Kategorie Freizeit

„Jeder kann tanzen.“ – das ist das  Motto von Anna Feuerstein vom Studio 82 für Tanz + Bewegung. Und dieses Motto setzt sie mit ihren Tanz- und Fitnesskursen immer wieder in die Tat um. Die Gesundheit von Körper, Geist und Seele fördern; nicht weniger leiste das Tanzen, findet Feuerstein. Deswegen sollen ihre Tanzkurse alle Menschen erreichen. Und dafür verlässt sie mit ihrem Studio immer wieder die Tanzhalle, besucht Kindergärten und Schulen, bietet ihre Kurse ebenso im Schlossgarten wie auf dem Bahnhofsvorplatz an. Und jeder kann mitmachen.

„Das kannst du nicht“, ist eine Aussage, die Feuerstein nicht gelten lässt, eine Aussage, die sie ebenso wie Schubladendenken aus den Köpfen und den Herzen der Menschen verbannen möchte. Und das gelinge schon im Kleinen, wenn etwa Menschen mit und ohne Behinderung sich eine Umkleidekabine teilten. Gemeinsam sich bewegen, gemeinsam  etwas bewegen: So einfach lässt sich ihre Formel auf den Punkt bringen.

In der Marienschule in Fulda lernen Kinder und Jugendliche mit und ohne Hörbehinderung gemeinsam.

Zuhören – Dazugehören

Kategorie Bildung

Möglichst viele Schülerinnen unterrichten zu können, ganz egal ob sie eine Behinderung  haben oder nicht. Das ist das Ziel der Fuldaer Marienschule. In einem schallgedämmten Klassenzimmer erklärt eine Lehrerin über ein Headset die Hausaufgaben. Wenn die Schülerinnen antworten, sprechen sie in ein Mikrophon. Und eine FM-Anlage überträgt das Ganze an ihre  mit Kopfhörern ausgestatteten Klassenkameradinnen. So läuft es in der Marienschule seit dem Schuljahr 2013/2014, sodass hier nun auch Kinder und Jugendliche mit einer Beeinträchtigung des Hörvermögens unterrichtet werden können.

Aber Technik ist nicht alles; natürlich sind auch die Lehrerinnen und Lehrer gefragt, indem sie zum Beispiel Hörtexte verschriftlichen oder eine besonders gebärdenreiche Sprache verwenden. Für die Marienschule sind diese Veränderungen nur die ersten in einer ganzen Reihe mit dem Ziel, möglichst viele Kinder und Jugendliche mit Behinderung in den Regelunterricht zu integrieren.

Felix Wessinghage: Messdiener in der Katholischen Kirchengemeinde  St. Peter in Petersberg.

Auf Augenhöhe mit Gott

Kategorie Kultur

In seinem rot-weißen Gewand steht Felix Wessinghage vor dem Altar und liest eine Fürbitte vor. Danach hat er Altardienst, und später geht er als Kerzenträger bei der Prozession mit. Der 10-Jährige ist Messdiener in der Katholischen Kirchengemeinde  St. Peter in Petersberg.

Der 2. Advent 2014 war der Tag, an dem Wessinghage seinen Dienst für die Gemeinde begann.  Nur ein paar Anpassungen mussten vorgenommen werden, damit er heute bei allen Aktivitäten der Messdiener mitmachen kann. So wurde ein Gewand an seine Größe angepasst und es wurde eine eigene kleine Messdienerbank für ihn angefertigt. Mit ein bisschen Kreativität ist eben vieles möglich.

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