„Durch das Boostcamp haben sich neue Möglichkeiten ergeben“

Cinderella Glücklich war im vergangenen Jahr als Stipendiatin der Aktion Mensch beim ersten Campaign Boostcamp dabei. Die 22-Jährige studiert Journalismus und Unternehmenskommunikation in Iserlohn.
 

(c) Alea Horst

Cinderella Glücklich

Wie hat dich das Campaign Boostcamp vorangebracht?

Durch die im Zusammenhang mit dem Campaign Boostcamp entstandenen Kontakte haben sich neue Möglichkeiten ergeben. Ich bin anschließend eingeladen worden, auf dem Zukunftskongress der Aktion Mensch einen Vortrag zu halten. Ich hatte schon vorher vor Schulklassen über mein Leben mit Rollstuhl gesprochen. Aber vor 350 Menschen zu sprechen, war eine ganz neue Erfahrung. Mein Thema „Inklusion und Glück“ ist sehr gut bei den Leuten angekommen. Das hat mir gezeigt, welche bislang unentdeckten Kompetenzen in mir stecken. Ich bin viel selbstbewusster geworden.

Über das Campaign Boostcamp habe ich einen Mentor bekommen: Martin Georgi, ehemaliger Vorstand der Aktion Mensch. Er machte mich auf einer Veranstaltung mit der Bundesbehindertenbeauftragten, Verena Bentele, bekannt, die zufällig gerade eine Praktikantin für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit suchte. Ich brauchte noch ein Praktikum für die Uni, so passte alles perfekt zusammen. Insgesamt acht Wochen durfte ich für die Bundesbehindertenbeauftragte im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig sein.

Was hast du im Campaign Boostcamp gelernt?

Die Tage im Camp waren insofern hilfreich, als dass ich dort gemerkt habe, was ich wirklich will. Ich habe viele Leute aus der – nennen wir es mal – Inklusionsszene kennengelernt und verstanden, welcher „Menschenschlag“ mich unterstützt, wertschätzt und weiterbringt.  Außerdem hat das Camp mir gezeigt, dass ich mich definitiv mehr politisch engagieren will.

Was hast du als Nächstes vor? In welche Richtung möchtest du dich weiterengagieren?

Einerseits möchte ich mein persönliches Projekt, den Blog FashionAbility, weiter vorantreiben. Rollstuhlfahrer wissen, wie schwer es ist, shoppen zu gehen: Erst kommt man kaum ins Kaufhaus rein, dann ist es drinnen zu eng. Von Standardjeans bekommt man Druckstellen und am Blazer reißen die engen Ärmel auf, wenn man Schwung macht. Ich möchte Designer, Hersteller und Models auf das Thema Inklusion aufmerksam machen. Vielleicht mal Heidi Klum fragen, warum es bei „Germany’s Next Topmodel“ keine Models mit Behinderung gibt.

Andererseits suche ich nach einer Möglichkeit, noch mehr zu bewegen. Das Praktikum bei der Bundesbehindertenbeauftragten hat mir gezeigt, wie schwierig Politik ist. Dennoch habe ich mich den Jusos hier in Iserlohn angeschlossen. Im hiesigen Stadtrat sitzt im Ausschuss für Senioren und Menschen mit Behinderung gerade mal eine einzige Person. Das ist im Verhältnis zu den anderen Ausschüssen sehr unausgewogen. Lokal etwas zu bewegen, hat den Vorteil, dass ich auch sehen kann, wenn sich etwas verändert. Mein nächstes Ziel ist der Stadtrat – da will ich rein.


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