Eine außergewöhnliche Beziehung

Menschen mit Behinderung und ihre Persönlichen Assistenten: Sie leben und arbeiten in ganz besonderen Beziehungen miteinander. Ein Projekt der Ambulanten Dienste Münster gibt Einblicke in Alltag, Arbeit und Selbstverständnis von Assistenten und ihren Arbeitgebern.
 

Texte: Cilly Schwerdt, Horst Miller, Daniela Kaminski, Monika Junge-Wentrup
Fotos: Ralf Emmerich

Mit einer schweren Behinderung im eigenen Wohnumfeld leben: Das "Modell der Persönlichen Assistenz", das in den 1970er‐Jahren aus der Bewegung "Selbstbestimmt Leben" entstanden ist, macht dies inzwischen vielen Betroffenen möglich. Menschen mit Behinderung kontrollieren ihre eigenen Belange, sie können ihren Tagesablauf, Beruf und ihre Freizeit selbst gestalten. Ihren Unterstützungsbedarf regeln sie als Arbeitgeber meist mit mehreren Assistentinnen und Assistenten, die ein Team bilden.

Intensive Kontakte

Das Verhältnis zwischen Menschen mit Behinderung und ihren Assistenten ist von einer sehr besonderen Art. Die Kontakte zeichnen sich durch hohe Intensität aus, sie beinhalten körperliche und manchmal auch eine große emotionale Nähe – und stellen dennoch ein Arbeitsverhältnis dar. Wie sehen die Herausforderungen in einer Assistenzbeziehung aus? Der Verein "Ambulante Dienste e.V." führte mit Unterstützung der Stiftung der "Aktion Mensch"  2016 in Münster ein Interview-Projekt durch, um dieser Frage nachzugehen. Die Porträts der Assistenten und Arbeitgeber, die wir hier in Auszügen veröffentlichen, sind nicht eins zu eins einander zuzuordnen – auch um die Neutralität der Personen zu wahren. Die Texte und Bilder werden in Kürze als kleine Broschüre veröffentlicht, um das Bewusstsein für die enorme Bedeutung der Persönlichen Assistenz für Menschen mit Behinderung zu fördern.

Die rechte Hand

"Ich bin die rechte Hand meiner Kundin. Das heißt, ich helfe ihr, was die praktischen Tätigkeiten betrifft, ihr Spielwarengeschäft zu führen."

Amira H.
Familienleben mit Assistenz

"Unser Familienleben mit zwei Kindern ist bunt. Wir kabbeln uns und diskutieren. Damit müssen die Assistenten umgehen können."

Tim J.
Am Leben teilhaben

"Ich benötige die Assistenz im Haushalt, zur Begleitung außerhalb des Hauses und damit ich am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann."

Angie K.
Abgrenzung ist wichtig

"Die Arbeit bringt es mit sich, dass ich stark in den Alltag meiner Kundin eingebunden bin. Deshalb ist Abgrenzung für mich wichtig."

Oliver P.
Gut eingespielt

"Mein Team besteht aus sechs Assistenten, die gut aufeinander eingespielt sind. Mit einigen verbindet mich ein freundschaftlicher Kontakt."

Ela W.
100 % Verlässlichkeit

"Aufgrund einer Muskelschwäche bin mit einem Atemgerät versorgt. Ich muss mich hundertprozentig auf meine Assistenten verlassen können."

Tim M.
Nähe und Distanz

Meine Arbeitsbereiche sind verschieden: Eine Kundin bindet mich sehr ins Familienleben ein. Beim zweiten Kunden geht es distanzierter zu.

Markus G.
Ich bestimme selbst

"Der Unterschied zur Pflege: Die Assistenz begleitet mich im Alltag. Ich bestimme selbst, wann und wie Verrichtungen gemacht werden."

Dina H.
Respekt als Basis

"Inklusion hat mich schon immer interessiert. Beim Zusammensein mit meiner Kundin ist Respekt voreinander die beste Basis."

Anna V.

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