Technik macht’s möglich

Technische Erfindungen für Menschen mit Behinderung gibt es seit vielen Jahrhunderten. Neue Geräte  oder Hilfsmittel haben sich mit dem technischen  Fortschritt verändert. Vor allem im 20. Jahrhundert hat sich viel getan. Seit der Entwicklung moderner Informationstechnologie scheinen die  Möglichkeiten unbegrenzt.

 

Text  Constanze Lopez

Früher

Heute

Morgen

1300 vor Christus: Der Rollstuhl

Bettmann/Getty Images


Der Rollstuhl hat eine lange Geschichte. Der früheste Hinweis stammt aus dem Jahr 1300 vor Christus aus China. Ein frühes Bild gibt es aus dem Jahr 1595, es zeigt König Philipp II. von Spanien. Den ersten selbst anzutreibenden Rollstuhl baute der gelähmte Uhrmacher Stephan Farfler 1655. Im englischen Bade- und Kurort Bath entstand um 1700 eine eigenständige Rollstuhlproduktion. Lange Zeit waren Rollstühle für viele Menschen unerschwinglich.
 

um 1923: Die motorisch steuerbare Prothese

Ullstein Bild


Der Sauerbruch-Arm war die erste Prothese, die ein Mensch durch Muskelkraft bewegen konnte. Der Arzt Ferdinand Sauerbruch entwickelte sie nach dem Ersten Weltkrieg und half damit Versehrten: In einer Operation legte er „Kraftwülste“ an, die mit der mechanischen Prothese verbunden werden konnten. Die Prothese selbst ist wahrscheinlich von Jakob Hüfner entwickelt worden, einem Uhrmacher und Feinmechaniker.
 

1963: Die Blindenampel

Deutsche Blindenstudienanstalt e.V.


Die erste Blindenampel wurde vor mehr als 50 Jahren in Marburg aufgestellt. Das Akustiksignal an der Ampel ermöglichte Menschen mit Sehbehinderung erstmalig, allein durch das Schnarren, Klackern oder Summen der Ampel zu hören, wann sie sicher eine Straße überqueren können.
 

1984: Der Sprachcomputer

Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e. V.


Der erste Sprachcomputer in Deutschland hieß Hektor und sprach Schweizerdeutsch. Zunächst ließen sich über seine Bildsymbole zwar nur ein­zelne Buchstaben eingeben. Aber dank Hektor konnten erstmals auch Menschen kommunizieren, die keine Schriftsprache beherrschten.
 

1984: Das Cochlea-Implantat

Dan Peled/AAP Image/picture-alliance/dpa


Das Cochlea-Implantat hilft Menschen, die taub sind, deren Hörnerv aber noch intakt ist, wieder Höreindrücke zu erleben. Anfangs bekamen nur Erwachsene Implantate, später auch Kinder. 1985 wurden 16 Implantate jährlich eingesetzt, ein Jahr später fast doppelt so viele. Heute sind es pro Jahr 7.000.
 

1992: SMS

Ahmad Yusni/EPA FILE/picture alliance/dpa


Im Dezember 1992 schickte der Ingenieur Niel Papworth die erste Kurznachricht. Für Menschen mit Hör- oder Sprachbehinderung war die SMS eine neue Möglichkeit, sich mit viel mehr Menschen auszutauschen.
 

2012: Die Lorm-Hand

Matthias Steffen


Der Lorm-Handschuh ermöglicht es Taubblinden, mit mehr Menschen zu kommunizieren. Sensoren auf Vorder- und Rückseite des Handschuhs nehmen die Buchstaben des Lorm-Alphabets auf und senden sie an ein Handy. Von dort geht eine SMS an einen Empfänger mit Lorm-Handschuh.
 

2025: Der Retina-Chip

Universität Ulm


Mit einem Chip im Auge helfen Wissenschaftler der Uni Ulm blinden Menschen dabei, wieder zu sehen. Mit elektronischen Impulsen stimuliert der Chip die Netzhaut. Die Informationen werden dann an das Gehirn geleitet. Dadurch entstehen grobe Seheindrücke. Die Wissenschaftler hoffen, dass in zehn Jahren die Technik etwas weiter ist und feinere optische Wahrnehmungen möglich sind.
 

2035: Das Brain-Computer-Interface

ETH Zürich/Alessandro Della Bella


Maschinen per Gedankenkraft zu lenken, ist Ziel der Brain-­Computer-Interface-Forschung. Der Austausch zwischen Mensch und Maschine funktioniert mittels EEG oder implantierter Elektroden. Wissenschaftler hoffen, in 20 Jahren Bewegungen durch Gedankenbefehle auslösen zu können, etwa: „Arm anheben“ für eine Armprothese.  

 


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