Dabei sein ist alles

Dabei sein ist alles: Für die meisten Athleten gilt das olympische Motto wohl nicht, denn sie wollen gewinnen. Wer aber als Zuschauer dabei ist, weiß gleich, was gemeint ist. Man möchte keinen der spannenden Wettkämpfe verpassen und am liebsten überall gleichzeitig sein. Eindrücke von den Paralympics in Sotschi.

Andrea Eskau gewann in Sotchi die erste Goldmedaille für Deutschland.

picture allicance/dpa, picture alliance/dpa

Egal, ob bei Alpin, nordisch oder Sledge-Hockey, dem Eishockey im Schlitten also, so spektakulär schön war Wintersport im gefühlten Sommer von Sotschi wohl selten. Wer will, kann die "Paralympic Disciplines" vor Ort an den Wettkampfstätten ausprobieren. Wäre die Schlange vor dem Monoski nicht so lang gewesen, ich hätte es getan. So aber konnte ich beobachten, wie sich die Leute zunächst in die enge Hartschale des Schlittens rein pressten, um sich dann nach einigen wackligen Momenten, in denen sie das Gleichgewicht zu verlieren drohten, wieder unsicher herauszuschälen. Kaum zu glauben, dass die Topathleten mit diesem "Gerät" mit über 100 Stundenkilometern den Berg runter rasen. Dass das alles andere als ungefährlich ist, hat der Super-G der Damen gezeigt: Gleich zweimal musste nach schlimmen Stürzen der Rettungshubschrauber kommen.

 

Geschwindigkeit und Risiko rausnehmen

Und da teilen sich dann auch gleich die Geister: Während die einen meinen, das sei eben Gleichberechtigung mit dem Spitzensport der Nichtbehinderten, sagen die anderen, dass die Gesundheit der Athleten Vorrang hat. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte: Ich hatte das Glück, mit Alexander Spitz, dem unterschenkelamputierten, ehemaligen Topskifahrer und Paralympics-Sieger, das Rennen der Damen zu beobachten. Er brachte es einfach auf den Punkt: "Die Athleten wollen es natürlich gerne schnell, aber mit ein, zwei anders gesteckten Toren hättest du Geschwindigkeit und Risiko rausnehmen können."

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