Endspurt für Sotschi

Skirennläuferin Anna-Lena Forster ist 2014 erstmals bei den Paralympics dabei. Jungreporter Jonas Wengert traf sie beim Training für den großen Wettbewerb.
 

Anna-Lena Forster

Michael Trippel, Aktion Mensch

Foto Michael Trippel

 

 

Das Leben von Anna-Lena Forster gestaltet sich aktuell als eine Berg- und Talfahrt – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Ski-alpin-Fahrerin steckt gerade in den Vorbereitungen für die Winterparalympics 2014 im russischen Sotschi. Das bedeutet ausgiebiges und hartes Training: Mehrere Stunden täglich stehen Schwimmen und Handbiken zur Stärkung von Ausdauer, Kraft und Kondition auf dem Programm. Ungefähr alle zehn Tage geht es dann für eine Woche auf den Gletscher, beispielsweise nach Garmisch. Hier arbeitet sie an ihrer Fahrtechnik. Zum Freundetreffen oder für große Freizeitaktivitäten bleibt da gerade wenig Zeit. Für ihr großes Ziel Paralympics 2014 nimmt die 18-jährige Leistungssportlerin all das aber gern in Kauf.

Die Paralympics sind der vorläufige Höhepunkt in Anna-Lena Forsters sportlicher Karriere. Trotz ihrer Jugend ist diese schon lang und sehr beeindruckend: Bereits mit sechs Jahren begann sie mit dem Skisport. 2010 startete sie erstmals in einem Europacuprennen und kam am Ende der Saison gleich auf Platz 3 in der Gesamtwertung. Vergangenen Winter folgte dann der endgültige Durchbruch: Anna-Lena Forster fuhr ihre erste Weltcupsaison und landete beim Saisonfinale auf der paralympischen Strecke in Sotschi auf dem 3. Platz im Slalom. Bei den Weltmeisterschaften im spanischen La Molina im Februar 2013 lief es sogar noch besser: Hier sicherte sich die Mono­skispezialistin Silber im Slalom – und das, obwohl sie gleichzeitig noch mitten im Abitur steckte.

Auch diese Herausforderung hat Anna-Lena Forster, die aus der Nähe von Konstanz am Bodensee stammt, inzwischen erfolgreich bewältigt. Im kommenden Herbst möchte sie anfangen, Psychologie zu studieren. Die junge Frau, der von Geburt an ein Bein fehlt, möchte mit ihrem Einsatz auch anderen Mut machen. „Ich will zeigen, dass jeder, ob mit oder ohne Behinderung, etwas erreichen kann. Keiner sollte sich in sein Schneckenhaus zurückziehen und verstecken“, sagt sie.

Anna-Lena Forster versteckt sich jedenfalls nicht, sondern fährt selbstbewusst und mit einer klaren persönlichen Zielsetzung nach Sotschi: Mindestens eine Medaille will sie mit nach Hause bringen. Ihre Familie wird sie vor Ort unterstützen. Und natürlich geht auch ihr Glücksbringer – ein Stoffmarienkäfer, gespickt mit Fotos und Grüßen ihrer Lieben – mit auf die Reise nach Russland. Bei so viel Unterstützung kann eigentlich kaum noch etwas schiefgehen. Daumendrücken ist trotzdem erwünscht – damit Anna-Lena Forster die Heimfahrt aus Sotschi auch garantiert mit reichlich Edelmetall im Gepäck antreten kann.


Weitere Artikel

Mathias Ulm, Nachwuchsbeauftragter des Berliner Schwimmteams, gibt
letzte Tipps am Beckenrand.
Kim Keibel, Aktion Mensch
Talentscouts

Nachwuchsförderung im Schwimmsport: Ein Blick hinter die Kulissen der Herbstfinals 2013 von Jugend trainiert für Paralympics.

zum Artikel
Rudi Cerne knozentriert sich auf die Fragen der Redakteure mit Down-Syndrom Michale Bause, Aktion Mensch
Ohrenkuss-Interview

Rudi Cerne, der neue Botschafter der Aktion Mensch, steht Redakteuren der Zeitschrift Ohrenkuss Rede und Antwort.

zum Artikel
Wafi Al Batran am Steuer des Tuk-Tuks, auf der Landefläche Nour und seine Bruder Till Mayer, Aktion Mensch
Ideen für Gaza

In Gaza ist das Leben für Menschen mit Behinderung besonders beschwerlich. Dem trotzen sie mit Mut und Eigeninitiative.

zum Artikel

In Vorfreude Gutes tun

Dein perfektes
Weihnachtsgeschenk

Ein Jahreslos der
Aktion Mensch

Jetzt Los kaufen

So kannst du beitragen

Freiwillig engagieren oder Projekt starten

Über Inklusion informieren

Die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen

MENSCHEN. das magazin

Autoren MENSCHEN. das magazin im ZDF

Noch kein
Geschenk?