Holger Glinicki hat mit der Frauennationalmannschaft im Rollstuhlbasketball sehr zum Paralympics-Fieber in Deutschland beigetragen. Der Trainer über die Früchte des Erfolgs und den wachsenden Erwartungsdruck.
 

© Justin Setterfield/Getty Images, MENSCHEN. das magazin

Szene aus dem Halbfinale der Frauen-Rollstuhlbasketball-Teams, Deutschland gegen die Niederlande, Paralympics 2012, London

© Ralf Kuckuck / DBS-Akademie, MENSCHEN. das magazin

Holger Glinicki (63) spielte rund 20 Jahre Rollstuhlbasketball. Er ist Trainer des Bundesligisten BG Baskets Hamburg und seit 2005 Bundestrainer der Damen-Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft. Sein Team gewann bei den Paralympics in London Gold und wurde fünf Mal Europameister.

Der Behindertensport braucht Zugpferde, dann steigt die Breitenwirkung. Davon ist Holger Glinicki überzeugt. Sein Damen-Nationalmannschaftsteam ist so ein Zugpferd: Titel reiht sich an Titel. Und mit jedem wächst das Interesse der Medien. „Als ich selbst 1988 bei den Paralympischen Spielen in Seoul mit dem Herrenteam ins Halbfinale kam, wurden wir vielleicht ein-, zweimal interviewt. In London 2012 waren die Reporter mehrmals täglich da, und die Spiele wurden live übertragen.“

Einen Run von Sportlern auf die Vereine, die Rollstuhlbasketball anbieten, habe es nach dem Titelgewinn 2012 zwar nicht gegeben, aber das Interesse wachse. Um die 500 Zuschauer kommen zu den Bundesligaspielen der BG Baskets Hamburg, die Glinicki ebenfalls trainiert – in einem Sportzentrum, das extra für diverse Angebote des Behindertensports gebaut wurde. Es ist eine gemischte Mannschaft, denn auf nationaler Ebene ist Rollstuhlbasketball ein durch und durch inklusiver Sport: Hier spielen Fußgänger und Rollstuhlfahrer, Männer und Frauen zusammen. „Der Rollstuhl ist für viele einfach ein Sportgerät.“

Rollstuhlbasketball ist professioneller und anspruchsvoller geworden. Die Teametats in der Bundesliga haben sich nach Einschätzung des Trainers in den letzten zehn Jahren etwa verfünffacht. Auch die Damen-Nationalmannschaft bekommt mehr Unterstützung, hat Sponsoren. Vom Basketball leben kann allerdings keine Spielerin. „Alle sind berufstätig, und einige investieren ihren Jahresurlaub und Überstunden für Ereignisse wie die Paralympics“, erzählt Glinicki. In den vergangenen neun Jahren war das Team bei allen internationalen Wettbewerben im Endspiel. „Das macht Druck, sicher. Aber die Spielerinnen sind sehr erfahren.“ Daher ist der Bundestrainer sicher: Eine Medaille ist in Rio möglich.

Zurück zur Übersicht

50

Über 50 Prozent der deutschen Vereinssportler würden laut einer Befragung der Aktion Mensch mal eine Sportart wie Sitzfußball oder Rollstuhlbasketball ausprobieren.

1

Bei den Sommerspielen in Barcelona 1992 hatte der Deutsche Behindertensportverband nur einen hauptamtlichen Trainer. Inzwischen sind es immerhin acht.

20.000

Innerhalb von nur gut zwei Jahren seit ihrer Veröffentlichung im März 2014 wurde die Facebook-Seite „Deutsche Paralympische Mannschaft“ über 20.000-Mal geliket.

In Vorfreude Gutes tun

Dein perfektes
Weihnachtsgeschenk

Ein Jahreslos der
Aktion Mensch

Jetzt Los kaufen

So kannst du beitragen

Freiwillig engagieren oder Projekt starten

Über Inklusion informieren

Die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen

MENSCHEN. das magazin

Autoren MENSCHEN. das magazin im ZDF

Noch kein
Geschenk?