Anfangs stand ZDF-Sportredakteur Peter Kaadtmann den Paralympics kritisch gegenüber. Doch heute ist er froh, dass er mit dazu beigetragen hat, die Leistungen und Geschichten der Sportler in Deutschland bekannt gemacht zu haben.
 

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Pressekonferenz bei den Paralympischen Winterspielen in Sotchi, 2014

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Peter Kaadtmann (66) war von 2000 bis 2014 Chef des Paralympics-Teams des ZDF. Im September 2015 ging der Sportjournalist in den Ruhestand. Als Autor ist er weiter aktiv.

Peter Kaadtmann ist sauer. „Falls ARD und ZDF nicht die Übertragungsrechte für die Olympischen Sommer- und Winterspiele von 2018 bis 2024 bekommen, wird man in Deutschland von den Paralympics fast nichts sehen.“ Acht Spiele lang, von Sydney im Jahr 2000 bis Sotchi 2014, war der Sportjournalist Chef des ZDF-Teams für die Paralympics. Er hat dazu beigetragen, dass die Zuschauerresonanz so groß und ihre Zufriedenheit sogar höher ist als bei der Berichterstattung über die Olympischen Spiele. Aber bei den Rechteverhandlungen sieht es derzeit noch nicht so gut aus für die Öffentlich-Rechtlichen.

Als Sportereignis wertet das ZDF die Paralympics erst seit 16 Jahren. Damals wanderte die Berichterstattung vom Gesundheits- ins Sportressort. „Die Australier hatten uns Bilder angeboten, und so haben wir beschlossen, von vor Ort nicht nur über die Olympischen Spiele zu berichten.“ An die 100 Personen stark war das Team in Sydney, 2012 waren es um die 160 Redakteure, Techniker und ­Organisatoren, die für ARD und ZDF arbeiteten. Mehr Journalisten, mehr Berichte, auch im Hörfunk und in gedruckten Medien – das sind äußerliche Zeichen für die Aufwertung der Spiele. „Die Berichterstattung hat sich auch verändert“, erzählt Kaadtmann, „es geht heute in erster Linie um die sportliche Leistung. Zu Beginn schwang noch das Staunen mit.“ Er selbst, sagt Kaadtmann, habe dem Leistungssport von Behinderten zunächst kritisch gegenübergestanden. „Ich dachte: Warum sollen sich Menschen, die eine körperliche Einschränkung haben, auch noch einer Verletzungsgefahr aussetzen? Als der Hochspringer Gunther Belitz mich fragte, ob ich das bei einem Fußballprofi auch sagen würde, hatte ich keine Antwort. Heute bin ich froh, dass ich mein Vorurteil revidieren konnte.“

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56

Rund 56 Stunden übertrugen ARD und ZDF insgesamt von den Paralympics 2012 in London. Aus Sydney waren es im Jahr 2000 noch knapp 16 Stunden gewesen.

9,0

9,0 betrug der Zufriedenheitswert der ZDF-Zuschauer mit den Berichten von den Paralympics in London. Höchstnote ist 10. Die Olympiaberichterstattung kam auf 8,5.

3,4 Mrd.

3,4 Milliarden Zuschauer weltweit verfolgten die Paralympics 2012 in London im Fernsehen. Bei den Spielen 1992 in Barcelona waren es nur etwa sieben Millionen.

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