Eine Hand aus dem Drucker

Valerie Schmidt

Der 33-jährige Nicolas Huchet (rechts) erläutert ein Funktionsdetail seiner Armprothese.

Bei einem Arbeitsunfall verlor der französische Konstruktionsmechaniker Nicolas Huchet vor 14 Jahren die rechte Hand. Mit seiner handelsüblichen Prothese war er nicht glücklich, da er nur zwei Finger bewegen konnte. Jahre später erfuhr er von einer bionischen Handprothese, mit der sich alle fünf Finger bewegen lassen –  zum Preis von bis zu 70.000 Euro, die von der Krankenkasse nicht erstattet werden.

Eine Hand aus dem 3-D-Drucker

Dann hörte er von einem Laboratory (Fab Lab) in seiner Heimatstadt Rennes, einer Digitalwerkstatt mit 3-D-Druckern, Computern und Laserschneidern. „Am Tag der Offenen Tür ging ich hin und fragte, ob es wohl möglich wäre, mit dem 3-D-Drucker eine künstliche Hand zu erschaffen.“ Sie sagten: „Ja, vielleicht.“

Das war vor vier Jahren. Inzwischen hat das Fab Lab zusammen mit Huchet per 3-D-Druck drei Prototypen seiner bionischen Hand erzeugt. Hände, die immer weiterentwickelt, in ihren Funktionen verfeinert werden. Mit einer kann er sogar Schlagzeug spielen. Sie kosten jeweils zwischen 700 und 1.500 Euro. Nicolas Huchet: „Als ich das erste Mal meine eigene Hand gemacht habe, hätte ich beinahe geweint. Ich dachte: ,Warum mache ich das? Weil ich es versuchen will.‘ Es gab mir sehr viel Selbstvertrauen.“

Freie Software

Die Software, mit der die Arbeit des 3-D-Druckers gesteuert wird, ist frei zugänglich. So entspricht es dem Selbstverständnis der Maker, wie sich die Leute im Fab Lab und weltweit viele andere Tüftler nennen. Sie nehmen technische Verbesserungen selbst in die Hand und machen sie zugleich für alle zugänglich. Mittlerweile ist Nicolas Huchet international vernetzt, bereist viele Länder und propagiert die Kunst des Selbermachens. „Man muss es nur wollen und die richtigen Leute treffen“, sagt er.

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