Mimik steuert den Computer

Fritz Beck

Werner und Gregor Biswanger: Gregor (rechts) arbeitet seit Langem daran, seinem älteren Bruder auf Basis einer frei zugänglichen Software, wie sie Stephen Hawking nutzt, die Kommunikation zu erleichtern.

Werner Biswanger (33) aus Ingolstadt kam gesund zur Welt. Doch mit drei Monaten wäre er fast an einer Hirnentzündung gestorben. Die Folgen: Aufgrund einer starken Spastik ist er in seinen körperlichen und sprachlichen Möglichkeiten extrem eingeschränkt. Sein Bruder Gregor Biswanger fasst es so zusammen: „Werner kann nichts selbst machen.“

Seinem Bruder zu helfen, ihm ein Stück Selbstständigkeit zurückzugeben, das war der Herzenswunsch des 30-jährigen Experten im Softwarebereich. Mitarbeiter von Intel, einem Kunden Gregors, brachten ihn auf eine Idee. Die Software, die unter anderem Stephen Hawking verwendet, um zu kommunizieren und den PC zu bedienen, ist eine Open-Source-Software. Das heißt, jeder kann sie kostenlos herunterladen, nutzen und weiterentwickeln. Eine Möglichkeit für Werner? Denn bis auf ein  E-Book, das in Intervallen von selbst umblättert, kann er bisher keine Technik nutzen.

Software weiterentwickeln

Dann die Enttäuschung: Die normale 2-D-Kamera, die bei der „Hawking-Software“ genutzt wird, ist für Werners starke Spastiken nicht geeignet. Gregors Idee: die Software weiterentwickeln und eine 3-D-Kamera mit Infrarot verwenden. Erste Tests sind vielversprechend: Mit seiner Mimik gelang es Gregor, den Computer zu bedienen. Bis die Technik zum Einsatz kommen kann – und auch für viele andere Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen nützlich ist –, bleibt noch einiges zu tun. Deshalb unterstützen die Aktion Mensch und Microsoft das Projekt „Werner“. Im Dezember werden Programmierer und Menschen mit Behinderung zu einem Hackathon zusammenkommen. Ein Wochenende lang und darüber hinaus wollen sie die Software weiterentwickeln.

 

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