Zusammenwachsen

Conny Lobert, 40, lebt mit ihren Kindern Leonie, 15, und Leander, 12, und ihrem Partner Timo Joél zusammen. Dass ihr Sohn eine Behinderung hat, war für Timo kein Thema.
 

Vor einigen Monaten sind Conny Lobert (Mitte) und ihre zwei Kinder, Leander und Leonie, mit Timo Joél zusammengezogen.

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„Vor sieben Jahren habe ich mich von dem Vater meiner Kinder getrennt. Seitdem sind die Kinder eine Woche bei mir, die andere bei ihrem Vater. Durch diese Regelung hatten Timo und ich zwischendurch Pärchenzeit – was uns gut getan hat. Und auch meinen Kindern. Sie mochten ihn, trotzdem war es mir wichtig, ihnen Zeit zu geben – sie sollten nicht das Gefühl haben, dass ich ihnen einen neuen Papa vor die Nase setze. So konnten wir uns alle nach und nach an die neue Situation gewöhnen und zusammenwachsen. Seit letztem Jahr wohnen wir alle unter einem Dach. Jetzt prallen verschiedene Vorstellungen aufeinander, und Schwierigkeiten sind da. Timo liebt die Kinder und man merkt ihm an, wie glücklich er ist. Aber er ist keine Kinder gewohnt. Wenn er nicht mitdenkt bei alltäglichen Dingen, die für mich als Mutter ganz selbstverständlich sind, bin ich genervt. Ihn stört, wenn die Kinder ihre Sachen nicht wegräumen. Dass sie im Haushalt helfen und Aufgaben übernehmen, ist ihm wichtig. Auch in anderer Hinsicht wachsen wir zusammen. Mit vielen Situationen geht er freier um, besonders, was Leander und seine Behinderung angeht. Mein Sohn hat Spina bifida. Die meisten Betroffenen sitzen im Rollstuhl. Leander kann laufen, obwohl er vom Bauchnabel abwärts gelähmt ist. Manche Freizeitaktivitäten, Ausflüge oder Urlaubsziele sind deshalb für uns schwierig. Als wir vor Kurzem wandern gehen wollten, haben wir aber nicht verzichtet, sondern überlegt, wie wir das hinkriegen – und für Leander einen Esel gemietet! Ich bin ängstlicher und mache mir mehr Sorgen um Leander. Bei Timo gibt es für Leander keine Extrawurst – er muss mehr laufen, bekommt weniger abgenommen. Wir tun nicht so, als ob er keine Behinderung hätte. Aber wir akzeptieren erst mal nicht die Einschränkungen. Patchwork tut nicht nur Leander gut, sondern uns allen!“

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