Die lormende Familie

Peter Hepp aus Rottweil ist der einzige taubblinde Diakon Deutschlands. Margherita Hepp ist nicht nur seine Ehefrau, sondern auch seine wichtigste Übersetzerin. Gemeinsam haben sie zwei Söhne, die sehen und hören können.
 

Andreas Unger

Peter und Margherita Hepp

Peter und Margherita Hepp

Peter Hepp: Taub und blind zu sein, das bedeutet vor allem, dass ich Nähe brauche, um die Welt zu verstehen. Damit tun sich viele Menschen schwer. Und noch einen großen Unterschied zu den Sehenden gibt es: Wer taubblind ist, kann fast nichts gleichzeitig tun, alles muss hintereinander passieren. Dadurch wird das Leben langsamer.

Margherita Hepp: Von dieser Verlangsamung profitiere ich. Das ewige Schnell-Schnell funktioniert bei uns nicht, und das finde ich gut so. Ansonsten ist unsere Ehe gar nicht so besonders. Manche Leute denken, ich bringe ein Opfer, aber das stimmt nicht. Es ist ähnlich wie in anderen Beziehungen: Wir suchen Kompromisse. So entsteht ein Wir, in dem mein Ich mit drinsteckt.

Peter Hepp: Wenn wir dauerhaft miteinander leben wollen,
muss jeder auf seine Kosten kommen. Inklusion heißt für mich, dass jeder auf seine Kosten kommt.

Margherita Hepp: Als Ehefrau eines Taubblinden bin ich in Dauerbereitschaft. Warum grüßt mein Sohn seinen Vater nicht? Weil er ans Telefon geht. Wer ist dran, und worum geht’s? Ich muss das meinem Mann mitteilen. Es ist wichtig, dass ich mich selbst gut wahrnehme: Was brauche ich? Habe ich noch genug Kraft? Ich nehme mir Auszeiten. Zum Beispiel für das Singen im Chor. Dazu hat mein Mann überhaupt keinen Bezug, und das finde ich prima.

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