Gebärdensprachen dolmetschen

Gisela Binczyk dolmetscht zwischen Hörenden und Gebärdensprechern. Rafael-Evitan Grombelka ist Gebärdensprachdolmetscher aus dem Deutschen, Polnischen, Russischen und Litauischen. Die beiden übersetzen vom gesprochenen ins gebärdete Deutsch, weiter in die Gebärdenfremdsprache und wieder zurück.
 

Evi Blink

Rafael-Evitan Grombelka und Gisela Binczyk

Rafael-Evitan Grombelka und Gisela Binczyk

Grombelka: Beim Dolmetschen ist es wichtig, den kulturellen Kontext zu berücksichtigen. Das hier ist zum Beispiel die deutsche Gebärde für Frau (formt mit der Hand eine runde Brust). Wenn ich diese Gebärde in Indien verwenden würde, wäre sie eine Beleidigung. Gebärdensprachen sind grundverschieden. Selbst Zahlen werden unterschiedlich gebärdet. Es gibt zwar Gebärden, die weltweit verstanden werden, und auch internationale Sprachen, aber die nationalen werden nicht verschwinden.

Binczyk: Manche gehörlosen Migranten, die aus abgelegenen Dörfern stammen, beherrschen selbst ihre Gebärdenmuttersprache kaum. Wenn wir sie dolmetschen, ist es besonders wichtig, bildlich zu sprechen, sozusagen mit Händen und Füßen.

Grombelka: Wenn wir in Deutschland für Migranten übersetzen, halten wir uns strikt an das Gesagte, liefern aber viele Informationen dazu, die der Gebärdensprecher braucht, um alles zu verstehen. Das ist manchmal eine Gratwanderung.

Binczyk: Gebärdensprecher haben leider wenig Gelegenheiten, eine Fremdsprache zu erlernen. Eine Gebärdenfremdsprache als Fach ist nicht vorgesehen. Es gibt kaum Kurse oder Austauschprogramme, man lernt eine Fremdsprache vor allem durch persönliche Kontakte.

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