Diagnose: Downsyndrom

Fabien Toulmé hat einen Comic veröffentlicht über die Geburt seiner behinderten Tochter und seine Reaktionen auf die Diagnose, dass sie das Downsyndrom hat.
 

Der 1980 geborene Fabien Toulmé lebt mit seiner Familie in Aix-en-Provance. Seine Graphic Novel "Dich hatte ich mir anders vorgesetllt" war in Frankreich einer der großen Comic-Überraschungserfolge 2015.

„Als ich meine Tochter Julia nach der Geburt das erste Mal sah, habe ich sie abgelehnt – ich fand sie hässlich, wie eine Fleischroulade. Dabei stand die Diagnose Downsyndrom noch nicht mal fest. Ob ich sie lieben könnte? Da war ich mir am Anfang nicht sicher. Ich habe mir Kinder gewünscht, Kinder, mit denen ich einen Austausch haben würde, Dialoge führen kann. Julia hat das Downsyndrom, und ich dachte, dann sei dies mit ihr nicht möglich – sie bliebe Kleinkind für immer. Hätte mich damals jemand aufgeklärt, was es bedeutet, ein Kind mit Downsyndrom zu haben, ich wäre nicht so traurig und enttäuscht gewesen. Politisch korrekt ist das nicht, aber dafür stehe ich als Vater, es ist meine Geschichte. Dass ich daraus einmal einen autobiografischen Comic machen würde, war mir nicht klar. Erst, als mich auf einer Comicmesse ein Verleger fragte, ob ich ein Thema habe, das mich persönlich berührt, wurde mir bewusst: Es ist meine Geschichte, die ich unbedingt erzählen will. Keine Selbsttherapie! Als ich mit dem Schreiben der Geschichte anfing, war Julia drei Jahre alt und für mich kein „behindertes Kind“, sondern eine Tochter, die ich genauso liebte wie ihre Schwester. Ich schildere so präzise und ehrlich wie nur möglich, was wir als Eltern erlebt und gefühlt haben. Natürlich hat es mich nicht kaltgelassen, an diese Zeit und die Entwicklung zurückzudenken. Dieses Gefühl war ein rein positives, eine Art Zufriedenheit bei dem Gedanken daran, wie sehr ich mich als Mensch und Vater weiterentwickelt habe. Als Vater ist es mir wichtig, dass ich meine Kinder stark mache, und sie ihren Weg gehen. Sie sollen autonom leben können. Rückblickend waren meine Sorgen, was meine jüngste Tochter angeht, unbegründet. Vor ihrer Geburt glaubte ich zu wissen, was das Downsyndrom ist. Heute weiß ich: Ich hatte überhaupt keine Ahnung! Ein Kind ist selten so, wie man es sich vorgestellt hat. Kinder sind immer ‚unerwartet‘.“

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