Immer auf Sendung

Das ZDF ist Gründungsmitglied der Aktion Mensch und bietet der Organisation seit jeher  mit unterschiedlichen Formaten eine große Bühne. MENSCHEN. das magazin zeigt Impressionen aus 50 Jahren Zusammenarbeit. Und sprach mit ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut darüber, was seinen Sender und die Aktion Mensch verbindet.

ZDF, MENSCHEN. das magazin

Seit 2012 ist Dr. Thomas Bellut Intendant des ZDF und in dieser Funktion gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Aktion Mensch. Der Aufsichtsrat kontrolliert die Geschäfte der Aktion Mensch und steht ihr als beratendes Gremium zur Seite.

Interview Hiltrud Fischer-Taubert

 

Das ZDF war 1964 Gründungsmitglied der Aktion Sorgenkind. Ein wesentlicher Motor dabei war der ZDF-Medizinjournalist Hans Mohl mit seinem enormen Engagement für das Thema. Was war der Anstoß dafür?

Das Thema Menschen mit Behinderung wurde zu dieser Zeit wenig öffentlich wahrgenommen. Ein Ausrufezeichen war der Conterganskandal mit schrecklichen Folgen für die Betroffenen. Die geradezu revolutionäre Idee war es, diese Menschen auf den Bildschirmen zu zeigen. Hans Mohl, seine Kollegen, aber auch meine Vorgänger als ZDF-Intendanten haben sich in dieser Hinsicht wirklich Verdienste erworben. Weil sie das Thema angepackt haben und zeigten: Es gehört zum Alltag dazu.

Die Idee war, Unterhaltungsshows mit Aufklärung zum Thema Behinderung und einer Charity-Idee zu verbinden. War das nicht auch ein großes Wagnis?

Anfangs gab es wirklich heftige Diskussionen. Geht das? Aber Sendungen wie „Vergißmeinnicht“ oder „Der große Preis“ haben einfach überzeugt.

Wie engagiert sich das ZDF denn heute für die Aktion Mensch?

Natürlich begleiten wir große Events wie das 50-jährige Jubiläum. Außerdem haben wir zwei wöchentliche Sendungen im Programm. Das macht kein anderer Sender. Einmal „Menschen – das Magazin“ als Aufklärungssendung, in der über Menschen mit Behinderung und Inklusion berichtet wird. Und dann die Lotteriesendung mit Rudi Cerne am Sonntagabend um 19.28 Uhr vor „­Terra ­­X“ auf einem sehr guten Sendeplatz. Zusammengenommen erreichen die Sendungen jede  Woche mehrere Millionen Zuschauer.

Auch in anderen Formaten engagiert sich das ZDF für Menschen mit Behinderung. Bekommen sie heute eine größere Bühne  im Programm?

Ja. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben verstanden: Das Thema gehört zu uns. Nicht nur in Magazinen, auch in Serien und Filmen, greifen wir es immer wieder auf. Übrigens mit großer Beachtung des Publikums. Das ist keine gute Tat, sondern eine Selbstverständlichkeit.

Inwiefern wirkt sich die Zusammenarbeit mit der Aktion Mensch denn auf das ZDF aus?

Dadurch, dass wir uns verpflichten, am Thema dranzubleiben. Und dadurch, dass wir auch Menschen mit Behinderung im Unternehmen beschäftigen. Im Moment ist Barrierefreiheit ein wichtiges Thema. Das bedeutet: mehr Audiodeskription und Untertitel für Sehbehinderte und Hörgeschädigte. Wir wollen bis zum Ende des Jahres 100 Prozent in der Kernsendezeit erreicht haben.

Inklusion ist ja eine der großen gesellschaft­lichen Herausforderungen. Wie kann das ZDF dieses Ziel befördern?

Durch vieles, was wir schon thematisiert haben: durch das Aufgreifen im Programm und durch ausführliche Diskussionen zum Thema. Das gehört zur Grundaufgabe unseres Mediums: angemessen zu informieren. Und dieses Thema hat es wirklich verdient.

Welche gesellschaftspolitische Rolle hat  die Arbeit der Aktion Mensch in den letzten 50 Jahren gespielt?

Eine wichtige! Man ruht sich eben nicht auf den Leistungen des Staates aus, sondern gewinnt Menschen für Engagement: Sie kaufen freiwillig Lose. Natürlich, um zu gewinnen. Aber eben auch, um zu helfen. Und wenn man sieht, dass den freien, gemeinnützigen Trägern seit Bestehen der  Aktion Mensch rund 3,5 Milliarden Euro zugeflossen sind, für Menschen mit Behinderung, aber auch für sozial benachteiligte Menschen, dann ist das wirklich eine stolze Zahl. Vieles vergeht: Unterhaltungstrends, Filmtrends. Aber diese konkrete Hilfe bleibt.

Was wünschen Sie der Aktion Mensch?

Vieles ist schon geschafft. Vieles wird sich noch verändern. Ich würde mir wünschen, dass es noch 50 Jahre so weitergeht.

 

Das gesamte Interview finden Sie hier.


Meilensteine

Der Weg von der Aktion Sorgenkind zur Aktion Mensch: eine wechselvolle Reise durch 50 Jahre Zeitgeschichte

Zeitreise starten
Ein Mann und eine Frau in der Küche
Projektbesuche

Welche Projekte fördert die Aktion Mensch eigentlich mit ihren Einnahmen? Drei Losinhaberinnen wollten es genauer wissen.

Türen auf!
Ohrenkusredakteure interviewen Ulrich Schneider auf einer Bank im Biergarten
Das "Ohrenkuss"-Interview

Mitarbeiter des Magazins von Menschen mit Down-Syndrom fragen Ulrich Schneider (Paritätischer Wohlfahrtsverband) aus.

"Können Sie pfeifen?"

In Vorfreude Gutes tun

Dein perfektes
Weihnachtsgeschenk

Ein Jahreslos der
Aktion Mensch

Jetzt Los kaufen

So kannst du beitragen

Freiwillig engagieren oder Projekt starten

Über Inklusion informieren

Die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen

MENSCHEN. das magazin

Autoren MENSCHEN. das magazin im ZDF

Noch kein
Geschenk?