Wie wird die Zukunft sein?

Jeder Mensch kann überall dabei sein.
Jeder Mensch kann überall mitmachen.
Das nennt man auch: Inklusion.
 
Welche Zukunft hat Inklusion?
Wie wird Inklusion in der Zukunft sein?
 
Aktion Mensch wollte Antworten zu den Fragen.
Darum hat Aktion Mensch ein Treffen für sehr viele Menschen gemacht.
Das Treffen nennt man auch: Kongress.
Der Name von dem Kongress ist: Inklusion im Jahr 2025.
Der Kongress war in der Stadt Berlin,
im Dezember vom Jahr 2014
 
Aktion Mensch hat sehr viele Antworten bekommen.
Die Antworten waren zum Beispiel von:
  • Menschen mit Behinderung,
    Menschen ohne Behinderung,
    Teilnehmern und Teilnehmerinnen,
    Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen,
    Menschen, die Maschinen im Körper haben.
    Diese Menschen nennen sich: Cyborg.
    Menschen, die für andere Gutes tun.
    Diese Menschen nennt man auch: Glücksfee.
 
In diesem: MENSCHEN. das magazin steht:
  • Ein paar Ideen über die Zukunft von Inklusion.
    Können die Ideen Gefahren sein für Inklusion?
 
 
 

Die Medizin wird immer besser.
Darum können wir besser leben.

 

Neue Technik macht vielen das Leben leichter.

Darum denken wir anders über uns selbst.

 

Wir wollen auch immer besser werden.

Aber was passiert dabei mit uns?

Bleiben wir dann so, wie wir sind?

Oder verändern wir uns?

 

Jürgen Wiebicke

Darf ich so bleiben, wie ich bin?
 

Der Text ist von: Jürgen Wiebicke

Jürgen Wiebicke ist von Beruf: Journalist und Philosoph.

Er ist Redner im Radio bei: WDR 5.
Das heißt: Er ist Moderator.

Seine Sendung heißt: Das philosophische Radio.

 

Jürgen Wiebicke hat diesen Preis gewonnen:
Medienethik-Preis META.

Das war im Jahr 2012.

Der Preis ist von der Hochschule der Medien in der Stadt Stuttgart.

Jürgen Wiebicke hat ein Buch geschrieben.

Das Buch heißt:

Dürfen wir so bleiben, wie wir sind?
Gegen die Perfektionierung des Menschen –
eine philosophische Intervention.

Das Buch kann man seit dem Jahr 2013 kaufen.

 

 

Ein Mensch mit einer Maschine im Körper.
Er nennt sich: Cyborg.

 

Ich denke Cyborg ist ein fremdes Wesen.

Ein fremdes Wesen, das Mensch und auch Maschine ist.

So, wie man sie im Film sieht.

Doch dann treffe ich einen Cyborg.

 

Dieser Cyborg ist ein netter Mensch.

Er nennt sich Cyborg,
aber er meint es nicht so ernst.

Die Maschine ist in seinem Kopf.
Mit der Maschine kann er wieder hören.

Die Maschine heißt: Cochlea Implantat.

 

Die Maschine ist ein gutes Beispiel dafür,
dass Medizin immer besser wird.

Die Medizin wird noch viel Neues machen.

 

 

Technik kann das Leben leichter machen.

In der Bibel steht:

Jesus macht, dass Menschen wieder gehen können.

 

Bald soll es Technik geben, die das auch kann.

Es ist die gleiche Technik, wie bei Robotern.

Die Technik heißt: High-Tech-Prothesen.

Das spricht man so: hei-tek-pro-te-sen.

 

Niemand weiß, ob diese Technik gut für Menschen ist.

Das muss jeder Mensch für sich selbst entscheiden.

 

Die Technik macht, dass Menschen anders über Menschen denken.

 

 

Der Mensch als Maschine.

Hört man Menschen genau zu, dann hört man:

Menschen reden über Menschen, als ob sie Maschinen sind.

 

Das Gehirn nennen sie: Denk-Apparat.

 

Wenn die Erinnerung weg ist, dann nennen sie es:

Die Festplatte ist gelöscht.

Eine Festplatte ist ein Teil von einem PC.

 

Menschen reden vom Menschen als Maschine,
weil sie auch so denken.

Menschen vergleichen sich mit Maschinen.

Weil Menschen besser werden wollen.

Menschen wollen so viel können, wie Maschinen.

 

Menschen können vieles nicht so gut.

Darum will der Mensch nicht so bleiben, wie er ist.

Er will immer besser werden.

 

Dieses Denken bedeutet:

Auch Menschen mit Behinderung sollen mehr können.

Das ist für Menschen mit Behinderung besonders schwer.

 

 

Technik und Ziele für die Zukunft.

Manche Experten für Technik haben besondere Ziele für die Zukunft.

Diese Menschen nennt man: Techno-Futuristen.

Sie denken: Technik wird den Menschen helfen.

Ziele sind zum Beispiel:

Technik wird die Menschen

klüger machen,
glücklicher machen,
gesund machen und
Behinderungen vermeiden.

Dann haben vielleicht alle Menschen Maschinen im Körper.

Dann sind vielleicht alle Menschen: Cyborgs.

 

Ein paar Experten für Technik haben das Ziel:

Menschen und Maschinen werden zu einer Maschine.

Dann wird kein Mensch mehr sterben.

Dieses Ziel wollen sie bis zum Jahr 2045 erreichen.

 

Ein paar Experten denken: Menschen müssen nicht mehr sterben.

Diese Experten nennt man: Posthumanisten.

 

Einer dieser Experten ist: Raymond Kurzweil.

Er denkt:

Maschinen sind klüger als jeder einzelne Mensch.

Maschinen sind klüger als alle Menschen zusammen.

 

 

Raymond Kurzweil

Raymond Kurzweil hat Auszeichnungen bekommen,
von 18 Universitäten in Amerika.

Die Auszeichnungen heißen: Ehren-Doktor-Titel.

Raymond Kurzweil arbeitet bei der Firma: Google.

Dort ist er Chef für: technische Entwicklung.

 

Posthumanisten sind Experten.

Sie wissen viel über Technik.

Sie wissen viel über Menschen.

Das nennt man: Ingenieurs-Wissen und Natur-Wissenschaft.

 

Wenn die Experten Geld für ihre Arbeit brauchen,
dann bekommen sie es.

Die Arbeit nennt man: Forschungs-Arbeit.

 

Sollen wir alles glauben?

Wir müssen nicht alles glauben.

Denn wir wissen nicht, was in der Zukunft sein wird.

 

Aber wir reden und denken, als ob es ein Leben ohne Tod gibt.

Darum denken wir anders über Menschen.

Darum denken wir anders über unsere Welt.

 

Kann man Menschen mit Maschinen vergleichen?

Um Menschen und Maschine zu vergleichen,
muss man wissen welche Maschine es sein soll.

Eine Maschine muss viel können,
damit man sie mit einem Menschen vergleichen kann.

 

Viele Menschen wollen Menschen nicht mit Maschinen vergleichen.

Zum Beispiel:

Menschen, die an Gott glauben.

Diese Menschen vergleichen sich niemals mit Maschinen.

 

Wir müssen entscheiden:

Wollen wir Menschen bleiben, die nicht alles können?

Oder

Wollen wir Menschen sein, die immer besser werden?

 

Was Menschen vielleicht machen, damit sie immer besser werden.

Wenn Menschen wie Maschinen sein sollen,
dann müssen wir etwas im Menschen ändern.

Zum Beispiel:

Ein Baby wird dann nicht beim Sex gemacht.

Ein Baby wird dann im Labor gemacht,
damit es ein Wunsch-Mensch wird.

Dann bestimmt das Labor zum Beispiel:

Der Wunsch-Mensch wird eine Frau oder
der Wunsch-Mensch wird ein Mann.
Der Wunsch-Mensch wird gesund sein.
Der Wunsch-Mensch wird mal so groß werden.
Der Wunsch-Mensch wird mal so klug sein.

 

Dann gibt es keinen Streit mehr darüber, ob jedes Baby leben darf.

Dann dürfen viele Babys nicht leben.

 

Wie verändert sich unser Denken?

Jeder Mensch hat ein eigenes Denken.

Jeder Mensch findet manche Dinge gut und andere Dinge schlecht.

Das heißt: Jeder Mensch hat eigene Werte.

 

Doch das Denken verändert sich.

Manchmal merken Menschen nicht, wie sich ihr Denken verändert.

 

Zum Beispiel:

Vor 20 Jahren waren die meisten Menschen dagegen,
dass ein Baby im Labor gemacht wird.

Nur sehr wenig Menschen waren dafür.

Die Technik nennt man: Präimplantations-Diagnostik.

Sie heißt auch: PID.

Nun gibt es schon sehr viele Menschen, die für diese Technik sind.

Das bedeutet:
Bei vielen Menschen hat sich das Denken geändert.

 

Das Denken ändert sich auch noch auf eine andere Art.

Zum Beispiel:

Warum man ein Kind im Labor macht.

In Deutschland wollte man:

Es soll kein schweres Leid geben.

Es soll nur gesunde Kinder geben.

Darum gab es die Erlaubnis für Labor-Kinder.

 

In England wollte man: Bessere Kinder.

Das Ziel dabei ist:
Eltern suchen sich ein bestimmtes Kind aus.

Das Kind soll genau so sein, wie die Eltern es sich wünschen.

Das nennt man auch: Selektion.

 

Damit das Ziel erreicht wird,
muss etwas im Menschen verändert werden.

 

Wie ein Mensch ist, das bestimmen die Gene.

Gene sind ganz kleine Teile im Körper, die man nicht sehen kann.

Um einen Menschen zu verändern,
muss man seine Gene verändern.

Das kann man nur im Labor machen.

Und man kann es nur machen,
bevor aus der Ei-Zelle ein Baby wird.

 

Was passiert, wenn wir nur noch gesunde Menschen wollen?

Es wird immer Menschen geben, die zum Beispiel:

schwächer sind,
krank sind,
behindert sind oder
nicht so klug sind.

Wenn wir diese Menschen nicht mehr wollen,
dann machen wir ihnen das Leben sehr schwer.

Dann wollen wir: Nur der Sieger ist wichtig und kein anderer Mensch.

 

Eltern von Kindern mit Behinderung sagen:

Wir müssen ganz oft erklären,
warum es unsere Kinder gibt.

Warum wir unsere Kinder bekommen haben.

Warum wir unsere Kinder nicht getötet haben.

 

Die Geschichte von Theseus.

Theseus war ein Zimmermann.

Er hatte ein Schiff.

Bei dem Schiff waren alle Teile kaputt.

Theseus nahm ein kaputtes Teil nach dem anderen vom Schiff weg.

Dafür setzte er dann neue Teile ein.

 

Ein anderer Mann nahm die kaputten Teile von Theseus.

Aus den kaputten Teilen baute er ein neues Schiff.

 

Welches Schiff ist denn nun das Schiff von Theseus?

 

Soll man auch bei Menschen alle Teile austauschen?

Viele Menschen denken:

Bei Menschen kann man alle Teile austauschen.

Menschen sind wie ein Baukasten.

 

Wenn man über das Austauschen von Teilen bei Menschen nachdenkt,
dann gibt es viele Fragen:

Was passiert mit dem Menschen?
Bleibt der Mensch er selbst?
Oder wird er ein anderer Mensch?
Ist er vielleicht gar kein Mensch mehr,
wenn er viele andere Teile im Körper hat?
Wie viele Teile darf man austauschen,
damit er noch ein Mensch bleibt?
Wann muss man aufhören, mit dem Teile austauschen?
Wo ist die Grenze?

 

Für das Aufhören gibt es noch keine Regeln.

Vielleicht merken wir es gar nicht,
wenn wir aus Menschen Maschinen gemacht haben.

War vielleicht schon der erste Mensch mit Brille ein: Cyborg?

 

Sollen wir so bleiben, wie wir sind?

Natürlich nicht.

Menschen wollen sich immer verändern.

Es wird noch viele gute Erfindungen geben,
damit das Leben für Menschen mit Behinderung leichter wird.

Wir müssen nur aufpassen,
dass jeder Mensch ein Mensch bleiben kann.

Jeder Mensch muss etwas Besonderes bleiben.

Jeder Mensch ist etwas Besonderes.

Jeder Mensch hat ein Recht auf Leben.

Das nennt man: menschliche Würde.

Die menschliche Würde muss immer bleiben.

 

Wie behalten wir unsere menschliche Würde?

Wir müssen denken:

Nicht wichtig ist, was bei Menschen nicht gut ist.

Nicht wichtig ist, was Menschen nicht können.

Nicht wichtig ist, ob Teile von Menschen anders sind.

Menschen dürfen sich nicht als Baukasten sehen.

Menschen müssen nicht perfekt sein.

Menschen müssen nicht immer besser werden.

Denn sonst wird das Leben zu schwer.

Und dann bestimmen andere über unser Leben.

 

Freiheit oder Fremdbestimmung?

Andere Menschen bestimmen über uns:

Wenn wir immer besser werden müssen und
wenn wir immer gesünder werden müssen.

Dann können wir nicht mehr selber bestimmen,
wie wir sein wollen.

Dann sind wir auch nicht mehr damit zufrieden,
wie wir sind.

 

Wir helfen mit, dass andere über uns bestimmen können.

Und wir merken nicht, dass wir dabei helfen.

Zum Beispiel:

Für Sport gibt es Arm-Bänder.

Die Arm-Bänder messen, wie es uns beim Sport geht.

Die Arm-Bänder sollen uns beim Sport helfen.

Aber:

Die Kranken-Kassen wollen wissen,
was die Arm-Bänder gemessen haben.

Was passiert, wenn die Kranken-Kassen das wissen?

 

Wir müssen nicht jeden Tag ein bisschen besser werden.

 

Thomas von Aquin ist schon lange tot.

Er hat mal gesagt:

Menschen haben im Himmel einen Platz
zwischen Tieren und Engeln.

Das ist nicht perfekt, aber doch ziemlich gut.

Was du tun kannst

Gutes tun und gewinnen

Mit einem Los der Aktion Mensch

Jetzt Los kaufen

So kannst du beitragen

Freiwillig engagieren oder Projekt starten

Über Inklusion informieren

Die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen