Dem Netzwerk eine Struktur geben

Vier Personen mit und ohne Behinderung während einer Diskussionsrunde nebeneinander

In einem inklusiven Netzwerk treffen viele sehr unterschiedliche Menschen aufeinander, mit verschiedenen Erwartungen, Meinungen und Ideen. Manche arbeiten hauptamtlich fürs Netzwerk, andere ehrenamtlich, manche haben viel, andere wenig Zeit für ihr Engagement.

Darüber hinaus sitzen Menschen mit ganz unterschiedlichen Jobpositionen und Fähigkeiten an einem Tisch: Geschäftsführer*innen von Verbänden, Bürgermeister*innen, Altenpfleger*innen, Mitarbeiter*innen aus Werkstätten. Für die Netzwerkarbeit ist es wichtig, dass sie sich gleichberechtigt und auf Augenhöhe austauschen. Verbindliche Regeln und feste Vereinbarungen wie ein Kooperationsvertrag helfen dabei.

Auch sollten in so einem bunten inklusiven Netzwerk alle Menschen wissen, wer für was zuständig ist, damit sie gut miteinander arbeiten und sich absprechen können.

Das erste Netzwerktreffen ist der Zeitpunkt, an dem Sie Vereinbarungen treffen und Aufgaben verteilen. Wie Sie das Netzwerktreffen konkret planen und umsetzen können, lesen Sie in der Checkliste „Erstes Netzwerktreffen vorbereiten“.

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TIPP: Bilden Sie sich weiter!

Bei der Aktion Mensch haben Sie die Möglichkeit, Ihr Wissen über Netzwerkarbeit zu vertiefen – so, wie Sie es für Ihr Projekt gerade brauchen. Im Rahmen des „Inklusionsforums“ bieten wir Schulungen und Webinare an, beispielsweise zu den Themen Vernetzung, Projekte entwickeln, Moderation, Barrierefreiheit und Kommunikation. Mehr dazu erfahren Sie unter "Durch Qualifizierung Inklusionsprofi werden".

Wer übernimmt welche Aufgaben?

Zum gegenseitigen Kennenlernen gehört, dass Sie gemeinsam erarbeiten, welche Ressourcen im Netzwerk vorhanden sind: Wer hat wie viel Zeit, wer kann Räume oder Fahrzeuge zur Verfügung stellen, wer kennt wen in der Kommunalverwaltung?

Verteilen Sie anschließend eindeutige Rollen an die Netzwerkpartner*innen: Wer übernimmt die Repräsentation nach außen, wer ist Sprecherin, wer wirbt Fördermittel ein? Welche verschiedenen Rollen die Menschen in einem Netzwerk übernehmen könnten, haben wir in diesem Infoblatt zu Rollen zusammengestellt.

Eine Gruppe von Personen mit und ohne Behinderung sitzt miteinander in einem Park

Die Rollen müssen mit starken Mandaten hinterlegt sein. Das heißt, es muss klar sein, welche Netzwerkpartner*innen wann in wessen Namen worüber sprechen dürfen. Auch muss klar sein, welche Entscheidungen sie treffen dürfen, im Netzwerk, aber auch im eigenen Verband. Halten Sie das schriftlich fest, in einem Protokoll oder in einem Beschluss.

Vor allem die Rolle der Netzwerkkoordination sollte klar definiert werden: Sie hält das Netzwerk zusammen und ist deshalb eine der wichtigsten Rollen. Soll die Koordination in erster Linie zwischen den Partner*innen vermitteln? Oder handelt sie als Projektleitung mit Führungs- und Managementaufgaben?

In einem inklusiven Netzwerk sollten außerdem Vertreter*innen Ihrer Zielgruppen aktive Rollen übernehmen. Nur so ist echte Partizipation garantiert.

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TIPP: Organisieren Sie Empowerment-Schulungen!

Mit ihrer Hilfe finden Menschen heraus, welche Fähigkeiten und welches Wissen sie ins Netzwerk einbringen können. Und sie lernen, für sich und ihre Interessen zu sprechen und selbstbewusst aufzutreten. Von Empowermentschulungen profitieren alle Menschen im Netzwerk. Mehr darüber erfahren Sie unter
"Partizipation umsetzen".

Wie wollen wir zusammenarbeiten?

Erarbeiten Sie gemeinsam, in welcher Form das Netzwerk seine Ziele am besten erreichen kann: Einigen Sie sich auf eine Gremienstruktur und legen Sie die Arbeitsteilung zwischen den Gremien fest.

Die Netzwerke in den „Kommune Inklusiv“-Städten und -Gemeinden bestehen aus:

  • einer Netzwerkkoordination
  • einer Steuerungsgruppe als Beratungsgremium
  • und offenen Arbeitsgruppen, in die auch neue Leute Ideen einbringen können.

Das hat sich als eine sinnvolle Struktur erwiesen. Wie die Gremien in den „Kommune Inklusiv“-Netzwerken zusammenarbeiten, erklärt das Infoblatt „Struktur des Netzwerks“.

Unsere Empfehlung: Verfassen Sie eine Kooperationsvereinbarung und am besten zusätzlich eine Geschäftsordnung. Wir haben Tipps für das Formulieren eines Kooperationsvertrags zusammen gestellt.

Besprechen Sie auch, auf welche Weise Sie miteinander kommunizieren und Informationen austauschen wollen: per E-Mail? In einer Messenger-Gruppe? In einem Online-Forum? Einigen Sie sich auf Arbeitsinstrumente wie einheitliche Vorlagen, Präsentationen und Protokolle.

Das Icon von drei Personen

Wie sieht unser gemeinsames Leitbild aus?

Wie Sie Ihre Ziele und Zielgruppen festlegen, lesen Sie unter "Projekte wirkungsvoll planen". Es ist sinnvoll, diese Ziele in einem gemeinsamen Leitbild für alle öffentlich zu machen und damit auch mehr Verbindlichkeit zu schaffen. So hat beispielsweise die „Kommune Inklusiv“-Gemeinde Nieder-Olm ein Leitbild erarbeitet.

Die nächsten Arbeitsschritte in Angriff nehmen

Klären Sie, was Sie bis zum nächsten Netzwerktreffen erreicht haben wollen und wer welche Arbeitsschritte bis wann verbindlich übernehmen kann. Das motiviert zum Weitermachen. So nimmt die Netzwerkarbeit Fahrt auf.

Ein funktionierendes inklusives Netzwerk ist das Herzstück auf dem Weg zur inklusiven Kommune. Es lohnt sich also unbedingt, Zeit und Energie ins Finden der passenden Partner*innen zu investieren – und im Laufe der Projektarbeit offen zu bleiben auch für neue Partner*innen. Denn ein Netzwerk ist immer eine lebendige Struktur, die sich stetig weiterentwickelt. Mehr zum Thema finden Sie unter "Arbeit im Netzwerk".


Mehr zum Themenfeld Netzwerke erfahren

Ein inklusives Netzwerk aufbauen

Eine Gruppe junger Menschen sitzt im Kreis im Schneidersitz vor einer Kirche

Ohne Partner*innen aus den unterschiedlichsten Bereichen geht es nicht: Inklusion in einer Kommune kann nicht ohne Netzwerke funktionieren. Hier erfahren Sie, warum Netzwerkarbeit so wichtig ist und wie Sie Ihre Partner*innen finden.

Mehr über den Aufbau von Netzwerken

Wunschpartner*innen ansprechen

Eine junge schwarze und eine junge weiße Frau sitzen im Gespräch auf einer Bank.

Eine gute Vorbereitung und Transparenz sind wichtige Voraussetzungen, um erste Gespräche mit möglichen Netzwerkpartner*innen zu führen. Hier erhalten Sie Tipps für die Ansprache von Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Mehr zur Ansprache von Netzwerkpartner*innen