Wo wollen Sie hin?

Handlungsfelder und Zielgruppen

Haben Sie Ihren Sozialraum genauer untersucht, folgt die Analyse der Daten und Fakten. Welche Zielgruppe und welche Handlungsfelder wollen Sie bearbeiten? Die Aktion Mensch arbeitet seit vielen Jahren mit den bewährten Handlungsfeldern:

Arbeit

Icon für Arbeit.

Wie finden Menschen mit Behinderung oder Migrationserfahrung, ältere Menschen oder Frauen nach Erziehungszeiten besser Jobs auf dem ersten Arbeitsmarkt?

Barrierefreiheit

Icon von einem Rollstuhlfahrer, steht für Barrierefreiheit.

Können alle Menschen an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen? Gibt es für Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen mit geistiger Behinderung Informationen in Leichter Sprache? Hat Ihre Kommune genügend barrierefreien Wohnraum?

Mobilität

Ein Icon, das einen Rollstuhlfahrer und einen Transporter zeigt, steht für Mobilität.

Sind Busse und Bahne für alle Menschen zugänglich? Bieten Haltestellen Informationen für blinde oder gehörlose Menschen? Sind die Informationen zu Fahrplänen oder Fahrtkosten für allem Menschen verständlich?

Freizeit

Icon von einem Ball, steht für Freizeit.

Wie offen sind Vereine für Menschen mit Behinderung, Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund? Sind Volkshochschulen, Turnhallen, Veranstaltungsräume oder Flächen für ältere Menschen, Rollstuhlfahrer*innen, Eltern mit Kinderwagen zugänglich?

Wohnen

Icon von einem Haus, steht für Wohnen.

Gibt es genügend barrierefreie und bezahlbare Wohnungen? Sind Apotheken, Ärzte und Supermärkte in der Nähe von Wohngebieten und sind sie für alle zugänglich? 

Bildung & Persönlichkeitsentwicklung

Icon von einem aufgeschlagenen Buch, steht für Bildung.

Sind die Bildungsangebote für Menschen mit geistiger Behinderung oder Menschen mit Migrationshintergrund zugänglich? Gibt es genügend Empowerment-Kurse, Weiterbildungen und Schulungen für verschiedene Zielgruppen?

Beispiele zu Handlungsfeldern

Eine Frau und zwei Männer sitzen auf einer Treppe und unterhalten sich.

Die Erfahrung durch das Projekt Kommune Inklusiv zeigt, dass auch andere Handlungsfelder sinnvoll sein können. So hat sich zum Beispiel Nieder-Olm neben den Handlungsfeldern Arbeit, Bildung und Freizeit auch für Gesundheit entschieden. Die Recherche und Analyse ihrer Kommune hatte ergeben, dass die Zielgruppe der Menschen mit geistiger Behinderung Schwierigkeiten hat, in gesundheitliche Angebote wie zum Beispiel Rehasport zu kommen.

Icon einer Glühbirne

Tipp:  Fangen Sie mit einem Handlungsfeld und Zielgruppen an, die Ihnen leichtfallen, so dass Sie schnell Erfolge erreichen. Das Handlungsfeld Freizeit eignet sich zum Beispiel gut für den Einstieg. Die Vorteile: Sie können mit der Leidenschaft der Menschen für ihr Hobby rechnen, das Handlungsfeld ist wenig durch gesetzliche Vorgaben reglementiert und die Menschen beschäftigen sich gern mit ihrer Freizeit. Mit einfacheren Handlungsfeldern und entsprechend kleinen Zielgruppen gewinnen Sie Erfahrung, Professionalität, Selbstsicherheit, erreichen schneller erste Erfolge und können so immer neue Motivation schöpfen.

Die Förderfähigkeit bestimmter Handlungsfelder könnte eine weitere Entscheidungshilfe sein. So gibt es neben der Aktion Mensch als größter Förderorganisation im sozialen Bereich auch den Europäischen Sozialfonds, der insbesondere Inklusion fördert. Lesen Sie dazu mehr unter "Förderung beantragen".

Sozialraum: Der Ort, an dem Sie wirklich sein wollen

Wo ziehen Sie örtlich eine Grenze für Ihr Projekt? Bedenken Sie dabei, wie viele Projektpartner, Einwohner, finanzielle und personelle Ressourcen Sie haben. Die Erfahrung aus den fünf Modellkommunen hat gezeigt, dass es besser ist, mit einem kleineren Gebiet anzufangen und später die örtliche Begrenzung zu erweitern. Rostock mit seinen insgesamt 208.000 Einwohnern hat zum Beispiel für den Anfang einen einzelnen Stadtteil ausgewählt. In der Kleinstadt Schneverdingen endet dagegen der Sozialraum erst an der Stadtgrenze. In Nieder-Olm ist die gesamte Verbandsgemeinde in das Projekt eingebunden. Erlangen hat sich zwar für ein verhältnismäßig großes Gebiet – ganz Erlangen – entschieden, doch haben Sie mit Menschen mit einer Hörbehinderung eine relativ kleine Zielgruppe

Drei Frauen zusammen bei der Näharbeit.

Wie geht es weiter?

Das Modul Sozialraumerkundung und -analyse sollte möglichst parallel mit den Themenbereichen "Ein inklusives Netzwerk aufbauen" und "Projekte wirkungsvoll planen" bearbeitet werden. Anschließend können Sie die folgenden Themenbereiche ausarbeiten:


Mehr zu den Rahmenbedingungen vor Ort

Rahmenbedingungen vor Ort

Eine Gruppe junger Menschen trifft sich an einer Bank im Rosengarten. Ein Junger Mann ist Rollstuhlfahrer.

Zu Beginn Ihres Inklusionsprojektes sollten Sie sichansehen, welche Zielgruppen an Ihrem Ort leben. Wo gibt es Probleme oder dringenden Handlungsbedarf, wer setzt sich schon aktiv für Inklusion ein und was läuft schon sehr gut?

Die Bedingungen vor Ort prüfen

Wo stehen Sie?

Ein rotes Icon einer Figur auf hellgrauem Grund.

Menschen, Initiativen, Vereine und Projekte: Wen können Sie für Ihr Projekt gewinnen? In diesem ersten Schritt der Recherche sammeln Sie zunächst einmal Zahlen und Fakten. Nutzen Sie dazu unsere Recherchehilfen.

Situation analysieren