Schneverdingen

Schneverdingen ist eine Kleinstadt im niedersächsischen Landkreis Heidekreis. Umgeben von Wäldern, Äckern und dem Pietzmoor liegt es mitten im Naturpark Lüneburger Heide. Als beliebtes Ausflugsziel ist der Tourismus für den Ort zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Denn jedes Jahr im Spätsommer versinkt die Heidelandschaft in einem Meer aus violetten Blüten. Anlässlich dieses Naturschauspiels feiern die Menschen in Schneverdingen jedes Jahr im August das Heideblütenfest. Sein Höhepunkt ist die Krönung der Heidekönigin, die traditionell seit 1922 gewählt wird.

Das Plattdeutsche ist in Schneverdingen weit verbreitet. Nachdem die Sprache immer mehr aus dem öffentlichen Leben verschwunden war, bemühen sich die Einheimischen heute darum, es zu pflegen. So sind zum Beispiel die Ortsschilder zweisprachig und Eltern führen ihre Kinder oft früh an das Niederdeutsche heran.

Im Heidekreis wird Bürgerbeteiligung groß geschrieben. Und das mit Erfolg. Seit 2011 haben Verwaltung und Politik im Rahmen des Stadtmarketing-Prozesses gemeinsam mit engagierten Schneverdingern mehr als 180 Projekte umgesetzt. Eines von ihnen ist der Bürgerbus, der seit knapp zwei Jahren das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs erweitert. Eine andere Errungenschaft bildet das ehrenamtlich betriebene Kino LichtSpiel. Hier können Jung und Alt am Wochenende Filmvorstellungen besuchen.  

Im Bereich Inklusion steht die Kleinstadt noch am Anfang. Bis jetzt gab es keine bewussten und strukturierten Maßnahmen, sondern nur lose Projekte und einzelne engagierte Partner. Kinder in Schneverdingen können zum Beispiel seit mehreren Jahren eine kooperative Tagesstätte oder Grundschulklasse besuchen. Die Kooperationsklasse ist ein eigenes Bildungsformat in Niedersachsen: Jungen und Mädchen mit sonderpädagogischem Förderbedarf lernen in einer separaten Klasse an einer Regelschule.

Durch die Initiative Kommune Inklusiv soll der Heidekreis bald bunter sein. Das erste Ziel ist es daher, ein gut funktionierendes Inklusionsnetzwerk vor Ort zu etablieren. Mit seiner Unterstützung kann Schneverdingen im Laufe der nächsten Jahre zu einer lebenswerten Heimat für alle Menschen werden. Geplant sind vor allem Kultur- und Freizeitprojekte, aber auch Maßnahmen für Barrierefreiheit und inklusive Bildung.

Die Vision

„Meine Vision ist eine Gesellschaft für alle. Durch die ländliche Struktur vor Ort gibt es in Schneverdingen eine gute Vernetzung. Ich wünsche mir, dass die Menschen in Schneverdingen diese Vernetzung nutzen. Dass sie mehr miteinander generieren. Dass sie unbekannte Wege einschlagen und neue Brücken bauen.“

Gerhard Suder, Geschäftsführer der Lebenshilfe Soltau

Die Kommune im Überblick

  • Schneverdingen, Niedersachsen
  • 18.729 Einwohner, 80 pro Quadratkilometer
  • Arbeitslosenquote: 4,9 Prozent
  • Bürgermeisterin: Meike Moog-Steffens (parteilos)

Die Kleinstadt hat sich außerdem als Cittàslow (italienisch: langsame Stadt) beworben. In das deutsche Cittàslow-Netzwerk wurde Schneverdingen im Dezember 2016 aufgenommen. Die Entscheidung über einen Platz im internationalen Cittàslow-Netzwerk steht noch aus. Die in Italien entstandene Bewegung wirkt der Vereinheitlichung von Städten entgegen und setzt sich, wie die Initiative Kommune Inklusiv, für lokale Vielfalt und Lebensqualität ein.

Zur Webseite der Cittàslow-Bewegung

Im August 2017 war Claudia Kaube bei den Kobinet-Nachrichten im Interview. Sie engagiert sich in Schneverdingen für Kommune Inklusiv. Artikel "Ziel: Schneverdingen für alle" lesen

Kurzinterview mit Meike Moog-Steffens

Das Netzwerk in Schneverdingen

Stadt Schneverdingen und Lebenshilfe Soltau

Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens und Lebenshilfe-Geschäftsführer Gerhard Suder

In Schneverdingen haben sich mit der Stadt und der Lebenshilfe Soltau e.V. zwei Akteure gemeinsam für Kommune Inklusiv beworben. Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens ist die hohe Lebensqualität vor Ort ein wichtiges Anliegen. Das zeigt auch ihr Engagement für einen Platz im Cittàslow-Netzwerk. Einen eigenen Aktionsplan zu Inklusion gibt es Schneverdingen allerdings noch nicht. Die Lebenshilfe Soltau e.V. wurde 1968 als Elterninitiative gegründet. Heute unterstützen und begleiten rund 200 Mitarbeitende mehr als 400 Menschen mit und ohne Behinderung an verschiedenen Standorten im nördlichen Heidekreis.

Ulrike Schloo und Oliver Hofmann

Portraits von Ulrike Schloo und Oliver Hofmann

Ulrike Schloo und Oliver Hofmann koordinieren gemeinsam das Netzwerk in Schneverdingen. Ulrike Schloo engagierte sich zwei Jahre lang ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe, bevor sie zu Kommune Inklusiv stieß: Sie hat die Webseite der Flüchtlingshilfe Schneverdingen erstellt und das Café Hand in Hand mit aufgebaut. Während dieser Arbeit konnte sie viele Kontakte knüpfen, die Ulrike Schloo auch für Kommune Inklusiv nutzen möchte.
Oliver Hofmann bringt viel Erfahrung im Bereich der Öffentlichkeitswirksamkeit mit in das Projekt. Er betreibt nebenberuflich eine Werbeagentur und arbeitete lange als Redakteur bei einer Wochenzeitschrift. Sein Ziel ist es, Synergien im Netzwerk zu schaffen. Also zum Beispiel dafür zu sorgen, dass sich Geflüchtete, ältere Menschen und Menschen mit Behinderung gemeinsam für Inklusion einsetzen. 

Mehrgenerationenhaus Schneverdingen

ein älterer mann zieht einen bollerwagen, in dem kinder sitzen CC BY-ND 2.0, flickr.com/aspernDieSeestadtWiens

Mehrgenerationenhäuser sind Orte der Begegnung. Sie bieten Raum für gemeinsame Aktivitäten und schaffen ein nachbarschaftliches Miteinander in der Kommune. Das Mehrgenerationenhaus Schneverdingen e.V. lebt dieses Miteinander der Generationen. Indem es einen Ort zur Verfügung stellt, wo sich Menschen unterschiedlichsten Alters kennenlernen können, fördert es den Austausch zwischen Jung und Alt.

Kulturverein Schneverdingen

mehrere menschen malen an einem tisch

Den Schneverdinger Kulturverein gibt es seit über 40 Jahren. Neben seiner siebenköpfigen Leitung engagiert sich eine stetig wechselnde Zahl von Menschen. Gemeinsam planen sie Veranstaltungen und organisieren verschiedene Angebote. Dabei legen sie besonderen Wert auf Vielfalt und die Ansprache aller Altersgruppen. Mit Theateraufführungen, Konzerten, Lesungen, Kino- und Tanzabenden, Musik- und Theaterworkshops, Vorträgen, Ausstellungen sowie Senioren- und Kinderprogrammen ist für jeden etwas dabei.

TV Jahn Schneverdingen

kinder mit und ohne behinderung spielen fußball in der halle

Der Turnverein Jahn Schneverdingen e.V. wurde 1902 gegründet. Mit über 3.200 Mitgliedern ist er der größte Verein im Landkreis Heidekreis. Er bietet viele alte und neue Sportarten in 19 Abteilungen an. Dazu gehören auch die Bereiche Behinderten- und Gesundheitssport. Denn neben der Kinder- und Jugendarbeit konzentriert sich der Verein schwerpunktmäßig auf Sport für Senioren sowie Rehabilitationssport.

Freiwillige Feuerwehr

ein vorbeifahrendes feuerwehrauto CC BY-SA 2.0, flickr.com/Klaus Friese

In der Heideblütenstadt gibt es anstelle einer Berufs- oder Werksfeuerwehr die Freiwillige Feuerwehr Schneverdingen. Alle ihre Mitglieder sind ehrenamtlich aktiv. Wenn irgendwo ein Feuer ausbricht, erhalten die Einsatzkräfte per Sirene oder über einen digitalen Meldeempfänger einen Alarm. Dann machen sie sich so schnell wie möglich auf den Weg zum Feuerwehrhaus, legen ihre Schutzkleidung an und beginnen den Einsatz.

Hilfen aus einer Hand

Eltern sitzen mit ihren Kindern im Kreis und spielen

Die Hilfen aus einer Hand GmbH ist Träger der Kinder- und Jugendhilfe. Ihr Einsatzgebiet erstreckt sich über den ganzen nördlichen Heidekreis. Hier bietet Hilfen aus einer Hand Eltern und anderen Interessierten Beratung, Unterstützung und Weiterbildung an. Zum Beispiel durch Babysitterkurse oder Kompetenztrainings. Daneben vermittelt der Dienst Betreuungsleistungen wie die Tagespflege. Bei allen Angeboten orientiert sich Hilfen aus einer Hand eng am Sozialraum.

Prävention bedeutet, mögliche Gefahren zu verringern. Ausgehend von diesem Verständnis möchte der Stadtpräventionsrat das Leben für alle Menschen in Schneverdingen verbessern. Er sieht Prävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, plant und fördert sie. Zudem ist er Austauschforum für alle lokalen Gruppen, die sich in Schneverdingen mit Prävention befassen.

Neues aus Schneverdingen
 

Ein Blick ins Publikum: mehrere Frauen und Männer hören interessiert zu

Bürgerforum und Heideblüte

Das Heideblütenfest war erst ein paar Tage vorbei, da fand in Schneverdingen schon das nächste Ereignis statt: Im Saal der FZB trafen sich viele Inklusionsmacher zum ersten Bürgerforum von Kommune Inklusiv. Blog-Beitrag "Bürgerforum und Heideblüte" lesen

Presseresonanz zu Kommune Inklusiv

Schneverdingen steht Modell für Projekte zur Inklusion (Böhme-Zeitung vom 23. Februar 2017)
Artikel der Böhme-Zeitung herunterladen

Zwischen Wanderprediger und Handelsvertreter (Walsroder Zeitung vom 23. Februar 2017)
Artikel der Walsroder Zeitung herunterladen

"Eine Gesellschaft für alle" (Heide Kurier vom 26. Februar 2017)
Artikel des Heide Kuriers herunterladen

"Beispielhafter Prozeß" (Heide Kurier vom 5. März 2017)
Artikel des Heide Kuriers herunterladen

Junge Frau und junger Mann mit Down-Syndrom unterhalten sich vor einem Blumenstand

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