Fragen und Antworten zur Initiative „Inklusion vor Ort – Das Förderprogramm für einen inklusiven Sozialraum in Schleswig-Holstein“

Die wichtigsten Begriffserklärungen in der Übersicht

Frei gemeinnützige Organisation

Organisation, die von der Aktion Mensch gefördert werden kann. Träger der sozialen Arbeit zum Beispiel aus der Wohlfahrt, der Selbsthilfe oder der Selbstvertretung.

Kommunale Verwaltung

Verwaltung einer Gemeinde, einer Stadt, eines Amtes oder eines Kreises.

Netzwerkpartner*innen

Kommunale Verwaltung (Gemeinde, Stadt, Amt oder Kreis) und frei gemeinnützige Organisation, die sich gemeinsam bewerben.

Weitere unterstützende Organisationen

Zum Beispiel: Vereine, Initiativen, Bildungseinrichtungen, Unternehmen. Stellvertretend für eine unterstützende Organisation unterschreibt eine verantwortliche Person eine Absichtserklärung.

Netzwerk

Kommunale Verwaltung (Gemeinde, Stadt, Amt oder Kreis), frei gemeinnützige Organisation, weitere unterstützende Organisationen (zum Beispiel Schulen, Unternehmen, Vereine), Bürger*innen, Expert*innen in eigener Sache.

Ein Sozialraum, wie wir ihn verstehen, setzt sich aus drei Teilen zusammen:

  1. Räumliche Umgebung, in der Sie mit Ihrem Vorhaben wirken wollen. Das kann Ihr Stadtviertel sein, Ihr Dorf, Ihre Stadt, Ihre Gemeinde, Ihr Kreis.
  2. Menschen, die sich in dieser Umgebung aufhalten, dort wohnen, aufeinandertreffen, Beziehungen pflegen, sich austauschen und zusammenwirken. Hier finden alltägliche Begegnungen und Aktivitäten zwischen vielen verschiedenen Menschen statt.
  3. Infrastruktur, wie zum Beispiel Bürgertreff und -amt, Apotheken, Spielplätze und Sportstätten, Wohnheime, Kultureinrichtungen, Vereine, Initiativen, Unternehmen, Schulen und alles, was zu dieser Umgebung gehört.

Überlegen Sie bei Ihrer Bewerbung, in welchem Umfeld Sie die Gesellschaft inklusiver gestalten wollen: in einer Stadt, einem Stadtteil, einer Gemeinde, einem Amt, einem Kreis oder einem Teil eines Kreises. 

Inklusion bedeutet für die beiden Fördergeldgeber*innen: Jeder Mensch kann sich gleichberechtigt und unabhängig von Behinderung, sozialer Herkunft, Ethnie, Geschlecht, Alter, sexueller Orientierung und Identität oder sonstiger individueller Merkmale und Fähigkeiten an allen gesellschaftlichen Prozessen beteiligen. Das ist der sogenannte weite Inklusionsbegriff.

Unter Netzwerk verstehen wir während der Bewerbungsphase zwei Partner*innen (kommunal und frei gemeinnützig) und mindestens drei weitere unterstützende Organisationen, wie zum Beispiel unterschiedliche Verbände und Vereine, Initiativen, Unternehmen, Bildungseinrichtungen und ähnliches. 
Nachdem fünf Modellkommunen (Netzwerke) ausgewählt wurden, sollen dort inklusive Netzwerke entstehen, in denen partnerschaftlich und professionell, mit klaren Positionen, Rollen und Verantwortlichkeiten zusammengearbeitet wird. Die Gleichberechtigung aller Partner*innen ist wichtig für Inklusion. Wenn die Hürden zum Mitmachen niedrig sind, können sich alle Menschen von Anfang an beteiligen.

Wichtig ist, dass die unterschiedlichen Zielgruppen als Expert*innen in eigener Sache von Beginn an aktiv mitwirken und gleichberechtigt mitentscheiden. Expert*innen in eigener Sache sind beispielsweise Menschen mit Behinderungen oder Fluchterfahrung, Jugendliche oder Senior*innen. Denn die Devise lautet: „Nichts über uns ohne uns.“ Das bedeutet, dass nicht über Menschen mit Behinderungen oder Migrationshintergrund gesprochen werden soll, sondern mit ihnen.

Für eine erfolgreiche Gestaltung inklusiver Sozialräume ist es wichtig, dass ein heterogenes Netzwerk entsteht, Das bedeutet, dass unterschiedliche Vereine, Verbände, Unternehmen und die kommunale Verwaltung sich vernetzen und gemeinsam mit interessierten Bürger*innen und Expert*innen in eigener Sache Ziele verfolgen, die den Sozialraum lebenswerter für alle machen.

Es können sich zwei Partner*innen aus Schleswig-Holstein bewerben, bestehend aus

  1. einer kommunalen Verwaltung (Stadt, Gemeinde, Amt oder Kreis) und 
  2. einer frei gemeinnützigen Organisation, die bei Aktion Mensch förderfähig ist.

Sollte die Bewerbung durch mehrere freigemeinnützige Partner*innen und/oder mehrere Kommunalverwaltungen getragen werden, sind diese in einem extra Dokument darzustellen. Darüber hinaus muss darin deutlich werden, wie diese weiteren Partner*innen das hier vorgestellte Konzept unterstützen.

Für eine gemeinsame Bewerbung sind Unterschriften von mindestens drei weiteren Organisationen notwendig, die die Bewerbung unterstützen und Interesse daran haben, bei dem geplanten Vorhaben mitzuwirken. Das sind zum Beispiel Vereine, Initiativen, Unternehmen oder Bildungseinrichtungen, die bei einer erfolgreichen Bewerbung Teil des Netzwerks werden möchten.

In begründeten Ausnahmefällen sind Bewerbungen möglich, zu denen sich mehrere Kommunalverwaltungen und/oder mehrere frei gemeinnützige Organisationen zusammenschließen (siehe Ausschreibungsunterlagen).

Ja, es können sich auch Netzwerkpartner*innen bewerben, die bislang nur wenig inklusive Aktivitäten durchgeführt haben.

Sie müssen ausschließlich die Bereitschaft mitbringen, Ihren Sozialraum inklusiver gestalten zu wollen – gemeinsam mit einer kommunalen Verwaltung, einer frei gemeinnützigen Organisation und weiteren unterstützenden Organisationen. 

Ja, auch das geht. Dieser Aufruf richtet sich an alle Sozialräume, unabhängig von bisherigen inklusiven Aktivitäten.

Ja, bewerben Sie sich sehr gern.

Sie müssen bei der Bewerbung dann darauf achten, dass Sie im Konzeptpapier beschreiben, wie Sie das bestehende Vernetzungsprojekt weiterentwickeln wollen. Zum Beispiel, wie Sie fehlende Partner*innen gewinnen wollen, wie Sie das Netzwerk als feste Institution in der Region verankern, es professionalisieren und inklusiver machen wollen.

Ja, auch dann freuen wir uns über Ihre Bewerbung.

Beschreiben Sie uns im Konzeptpapier, wie sich Ihr neues Vorhaben von vorherigen Projekten unterscheidet.

Keine. Sollte Ihre Bewerbung in die engere Auswahl kommen, fragen wir Sie nochmals, ob Sie weiter am Auswahlprozess teilnehmen wollen. Sie können dann entscheiden, ob Sie das wollen oder nicht.
Die Aktion Mensch und die Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein gemeinsam. 
Nehmen die Bewerber*innen die Zusage an, folgt gemeinsam mit der Aktion Mensch ein intensiver Arbeits- und Abstimmungsprozess, um einen erfolgreichen Förderantrag bei der Aktion Mensch zu stellen. Daher sollten sich die Bewerber*innen in dieser Phase mit genügend Personal und Zeit einbringen, siehe dazu auch Antragsphase I (etwa April 2022).

Wir wissen, wie aufwändig und umfangreich eine solche Bewerbung ist. Doch in diesem Rahmen fördern wir nur maximal fünf Netzwerke beziehungsweise Modellkommunen.

Damit Sie Inklusion vor Ort weiter voranbringen können, haben Sie die Möglichkeit das kostenlose „Praxishandbuch Inklusion“ zu bestellen. 

Sie können zudem an kostenlosen Qualifizierungsmaßnahmen zur inklusiven Sozialraumgestaltung der Aktion Mensch teilnehmen. Alle Bewerber*innen werden auch zu Tagungen, Expert*innentreffen und netzwerkübergreifenden Treffen eingeladen, um den Austausch zu fördern.

Sie können auch darüber nachdenken, andere Förderangebote der Aktion Mensch für die Umsetzung Ihrer Ideen zu nutzen.

Grafik: Förderkooperation zwischen Aktion Mensch und dem Land Schleswig-Holstein

Weil die Fördermittel aus zwei unterschiedlichen Förderprogrammen kommen:

  • Die Aktion Mensch fördert aus dem Programm „Inklusion vor Ort“ die frei gemeinnützige Organisation. 
  • Das Land Schleswig-Holstein fördert aus dem „Fonds für Barrierefreiheit“ kommunale Verwaltungen.

Die Aktion Mensch und das Land Schleswig-Holstein haben ihre Förderprogramme aufeinander abgestimmt.

Zeitstrahl mit Datumsangaben

 Fünf Jahre. Beginnt die Förderung planmäßig am 1. Juli 2022, läuft sie bis Juni 2027.

Eine Antragstellung im „Fonds für Barrierefreiheit“ für die Bauvorhaben kann bis zum 1. April 2023 erfolgen. Voraussichtlich werden die Anträge durch das Land Schleswig-Holstein ab August 2023 freigegeben. 

Eine Einreichung per E-Mail ist bis zum 31. Januar 2022 unter Inklusiver-sozialraum-sh@aktion-mensch.de möglich.

In Ausnahmefällen können Sie Ihre Bewerbung auch per Post einreichen:

Aktion Mensch
Inklusion vor Ort
Heinemannstraße 36
53175 Bonn 

Bitte wenden Sie sich schriftlich an inklusiver-sozialraum-sh@aktion-mensch.de

Wir stehen Ihnen auch telefonisch zur Verfügung:

  • Staatskanzlei Schleswig-Holstein, Susan Kagelmacher 0431-9881797
  • Aktion Mensch, Anke Petereit 0228-2092-346

Alle eingegangenen Fragen werden im FAQ-Bereich aufgenommen und beantwortet. Das FAQ wird fortlaufend ergänzt.


Zum Beispiel: Inklusion im Sozialraum, Moderationstechniken, Ressourcen planen, Methodentrainings wie Projektmanagement, Projektplanung nach der Wirkungslogik, Evaluation, Organisation einer barrierefreien Veranstaltung, Arbeiten in vielfältigen Teams.

Jede Fortbildung der Aktion Mensch vermittelt selbstverständlich Wissen zu Partizipation und Inklusion. Bei den Webinaren sind Schrift- und Gebärdensprachdolmetscher*innen dabei. Seminare in Präsenz finden in barrierefreien Räumen statt und bei Bedarf sind zum Beispiel Gebärdensprachdolmetscher*innen anwesend.