Gute Netzwerke


Netzwerkarbeit läuft nie perfekt. Es lässt sich immer etwas verbessern. Denn wo viele Partner*innen zusammenkommen, gibt es viel Reibung. Aber was lässt sich tun, um die Arbeit im Netzwerk so angenehm und effektiv wie möglich zu gestalten? Was ist wichtig für ein funktionierendes Netzwerk?

Begegnung

Alle Netzwerkpartner*innen treten einander auf Augenhöhe gegenüber und nehmen auf direktem Weg Kontakt auf. Sie tauschen sich im Gespräch gleichberechtigt aus. Gerade für Menschen, die von Ausgrenzung bedroht sind, ist es nicht immer selbstverständlich, sich in die öffentliche Diskussion einzubringen. Der direkte Kontakt macht es möglich, diese Hemmung abzulegen.

Gemeinsame Ziele

Alle Menschen sind einzigartig - und auch alle Netzwerkpartner*innen. Das zeigt sich in ihren Interessen. Im Netzwerk bringen sie ihre unterschiedlichen Interessen aber in Einklang miteinander: Sie schauen, wo es Ähnlichkeiten gibt und entwickeln gemeinsame Ziele. Wichtig dabei ist, dass diese Ziele realistisch sind und sich beim Erreichen idealerweise positiv auf alle Beteiligten auswirken.

Zwei Frauen stehen vor einer Metaplanwand und halten einen Vortrag vor Publikum.

Konkrete Aufgaben

Jede*r Netzwerkpartner*in hat eine spezielle Funktion. Inklusion im Sozialraum gelingt nur, wenn jede*r im Rahmen der Netzwerkarbeit eine klare Rolle und damit verbundene Aufgaben erhält. Die beteiligten Verbände, Vereine, Unternehmen und die Kommune verfolgen ihre Rolle konsequent, kennen die Rollen der anderen und akzeptieren diese.

Durchhaltevermögen

Der Alltag kann regelmäßigem Treffen des Netzwerks einen Strich durch die Rechnung machen. Auch Reibereien bleiben nicht aus. Deshalb heißt es: Hartnäckig bleiben und durch Komplikationen nicht entmutigen lassen. Nur wer Ziele konsequent verfolgt und sich diese immer wieder vor Augen führt, erreicht langfristig etwas.

Akzeptanz

Ein Netzwerk ist ein bunter Blumenstrauß. Jede*r Beteiligte hat individuelle Stärken und unterschiedliche Pflichten. Die Netzwerkpartner*innen respektieren das und führen es sich immer wieder vor Augen. Denn Verständnis vermeidet Konflikte. So ist es zum Beispiel ganz normal, wenn die Partner*innen im Netzwerk unterschiedlich schnell arbeiten. Wichtig ist nur, dass dies allen Beteiligten bewusst ist.

Die Netzwerke in den Modellkommunen

Bei Kommune Inklusiv bilden Steuerungsgruppe und Arbeitsgruppen zentrale Instanzen der Netzwerkarbeit. Sie ergänzen sich in ihren Aufgaben: Während die Steuerungsgruppe vor allem strukturelle und ihrem Namen entsprechend „steuernde“ Funktion hat, sind die Arbeitsgruppen inhaltlich ausgerichtet.

In jeder Modellkommune gibt es die sogenannte Steuerungsgruppe. Das Gremium besteht aus Vertreter*innen verschiedenster Bereiche: soziale Träger, Vereine, Institutionen, Organisationen, kommunale Abteilungen und Projekt-Koordination. Die Mitglieder der Gruppe treffen sich regelmäßig, um die Initiative Kommune Inklusiv von oben im Blick zu behalten und weiterzuentwickeln.  

Zu den zentralen Aufgaben der Steuerungsgruppe gehören:

  • das Treffen richtungsweisender Entscheidungen,
  • die Verbreitung des Projekts, es also bekannter zu machen und in die Gesellschaft zu tragen, sowie
  • die Erweiterung des Netzwerks, sprich vor Ort neue Partner für die Initiative Kommune Inklusiv zu gewinnen.

Denn die Steuerungsgruppe ist keine feste, geschlossene Struktur. Vielmehr ist sie - wie der Prozess der Inklusion selbst - geöffnet, stets im Wandel und heißt neue Mitglieder willkommen. Auch Menschen aus den vor Ort definierten Zielgruppen sind im Sinne des Partizipationsgedankens in den Steuerungsgruppen vertreten.

Trotzdem kann sich die Funktion der Steuerungsgruppe je nach Modellkommune unterscheiden. In Schwäbisch Gmünd hat sie zum Beispiel nur eine inhaltlich beratende Funktion, während die konkrete Steuerung beim Träger des Projekts liegt. Generell liegt die inhaltlich beratende Funktion jedoch bei den Arbeitsgruppen.

Auf den Seiten der Kommunen erfahren Sie mehr über die einzelnen Netzwerke.

Zum Netzwerk in Erlangen

Zum Netzwerk in der Verbandsgemeinde Nieder-Olm

Zum Netzwerk in Rostock

Zum Netzwerk in Schneverdingen

Zum Netzwerk in Schwäbisch Gmünd

Tagung „Kommunen werden inklusiv“

Erfahrungen austauschen, sich vernetzen und andere Inklusionsmacher*innen aus ganz Deutschland kennenlernen – darum ging es auf der Tagung „Kommunen werden inklusiv“. Sie fand am 28. Februar und 1. März 2018 in Köln statt.

Dokumentation der Tagung ansehen

Beispiele für gelungene Netzwerkarbeit und engagierte Netzwerker finden Sie hier: