Schwäbisch Gmünd wird Pilotregion für mehr Inklusion

Aktion Mensch startet bundesweite Initiative „Kommune Inklusiv

Bonn / Schwäbisch Gmünd, 2. Februar 2017 Schwäbisch Gmünd ist seit heute Modell-Kommune für die neue Initiative der Aktion Mensch: Kommune Inklusiv. Mit diesem auf fünf Jahre ausgelegten Projekt engagiert sich Deutschlands größte Soziallotterie für die Umsetzung von Inklusion in Kommunen bundesweit. Ziel ist, dass alle Menschen mit und ohne Behinderung an den gesellschaftlichen Prozessen ihrer Gemeinde teilhaben können – gemeinsam wohnen, arbeiten, die Schule besuchen oder ganz selbstverständlich die Freizeit gestalten. Für dieses Vorhaben hat die Aktion Mensch fünf Modell-Kommunen gesucht und gefunden, die auf ihrem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft von der Soziallotterie begleitet werden: Neben zahlreichen Angeboten wie Beratung und Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit sind auch Maßnahmen für die Professionalisierung und Wissensmanagement vorgesehen.

Ein Aktionsplan für mehr Inklusion

Schwäbisch Gmünd weist traditionell überdurchschnittlich viele Einrichtungen für Menschen mit Behinderung auf. Für eine selbstbestimmte Teilhabe an der Gesellschaft sorgen auch Einrichtungen mit überregionaler Bedeutung, wie zum Beispiel eine Schule für Gehörlose und ein Blindenheim. Sandra Sanwald, Inklusionsbeauftragte der Stadt Schwäbisch Gmünd, ist Hauptansprechpartnerin für das Projekt Kommune Inklusiv: „Ich wünsche mir, dass das Zusammenleben in Schwäbisch Gmünd noch selbstverständlicher wird, als es ohnehin schon ist. Meine Vision sind mehr authentische und zugewandte Begegnungen, in denen die Menschen mit Unterschieden auf Augenhöhe umgehen.“ Aus diesem Grund hat die Verwaltung in Schwäbisch Gmünd einen Aktionsplan für Inklusion erarbeitet. Das Ziel lautet: Mehr Beteiligung und Vielfalt. Weitere Hintergründe und Vorhaben stellt die Stadt Schwäbisch Gmünd bei der regionalen Auftaktveranstaltung von Kommune Inklusiv am 10. Februar vor.

Fast 130 Gemeinden hatten sich für die Initiative Kommune Inklusiv beworben. Neben Schwäbisch Gmünd wurden daraus Rostock (Mecklenburg-Vorpommern), Schneverdingen (Niedersachsen), Erlangen (Bayern) und die Verbandsgemeinde Nieder-Olm (Rheinland-Pfalz) ausgewählt. Kriterien für die Auswahl waren unter anderem: unterschiedliche Erfahrungen mit Inklusion sowie ein erkennbarer Wille in den Verwaltungen, Inklusion weiter voranzutreiben. Schwerpunkt der Unterstützung ist der Aufbau lokaler Inklusions-Netzwerke mit Handelnden aus Verwaltung, Vereinen, Wohlfahrtsverbänden, Selbsthilfe und Unternehmen. Die Universität Frankfurt am Main begleitet die Entwicklungen und wertet die Erfolge laufend aus.

Ein bundesweites Netzwerk für Inklusion

Auf der Online-Plattform www.aktion-mensch.de/kommune-inklusiv können sich auch Kommunen, die nicht Teil der Initiative sind, über den laufenden Inklusionsprozess und die Ergebnisse informieren. Langfristig sollen darauf auch Foren für den Austausch der Netzwerke in den Pilotregionen eingerichtet werden. „Wir wollen, dass alle Gemeinden von den Erfahrungen unserer Modell-Kommunen profitieren: Was läuft gut, was kann verbessert werden? Deshalb ist uns der Austausch besonders wichtig“, erklärt Christina Marx, Leiterin des Bereichs Aufklärung der Aktion Mensch. „Mit unserer Initiative schaffen wir eine Hilfestellung für Inklusion, an der bundesweit alle teilhaben können.“

Pressemitteilung Kommune Inklusiv Schwäbisch Gmünd als PDF herunterladen

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