Erlangen wird Pilotregion für mehr Inklusion

Aktion Mensch startet bundesweite Initiative „Kommune Inklusiv“

Bonn / Erlangen, 3. Februar 2017 Erlangen ist Modell-Kommune für die neue Initiative der Aktion Mensch: Kommune Inklusiv. Mit diesem auf fünf Jahre ausgelegten Projekt engagiert sich Deutschlands größte Soziallotterie für die Umsetzung von Inklusion in Kommunen bundesweit. Ziel ist, dass alle Menschen mit und ohne Behinderung an den gesellschaftlichen Prozessen ihrer Gemeinde teilhaben können – gemeinsam wohnen, arbeiten, die Schule besuchen oder ganz selbstverständlich die Freizeit gestalten. Für dieses Vorhaben hat die Aktion Mensch fünf Modell-Kommunen gesucht und gefunden, die auf ihrem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft von der Soziallotterie begleitet werden: Neben zahlreichen Angeboten wie Beratung und Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit sind auch Maßnahmen für die Professionalisierung und Wissensmanagement vorgesehen.

Gemeinsame Lebenswelten für alle Erlangerinnen und Erlanger

Inklusion ist in Erlangen schon viele Jahre ein wichtiges Thema. Niederflurbusse, eine Abteilung für Leichte Sprache in der Stadtbücherei oder die Entwicklung eines Leitbildes für gute Bürgerbeteiligung sind nur einige Beispiele für das Engagement der Stadt. Dies möchte Dr. Elisabeth Preuß, Bürgermeisterin „Soziales, Integration, Inklusion und demografischer Wandel“, mit der Initiative Kommune Inklusiv noch weiter ausbauen. Cornelia Basara verantwortet im Büro für Chancengleichheit und Vielfalt den Bereich Inklusion und ist Hauptansprechpartnerin für das Projekt: „Was Inklusion betrifft hat jede Stadt einen anderen Schwerpunkt. Erlangen ist zum Beispiel wegen der vielen abgesenkten Bordsteine besser für Menschen im Rollstuhl. Meine Vision ist ein Erlangen ohne solche Schwerpunkte. Erlangen soll eine Stadt sein, in der alle gleich gut leben können. Und das mit so wenig Hindernissen wie möglich.“ So soll zum Beispiel zukünftig Barrierefreiheit bei Freizeitangeboten genauso wie in der Privatwirtschaft vorangetrieben werden.

Fast 130 Gemeinden hatten sich für die Initiative Kommune Inklusiv beworben. Neben Erlangen wurden daraus Rostock (Mecklenburg-Vorpommern), Schneverdingen (Niedersachsen), Schwäbisch Gmünd (Baden-Württemberg) und die Verbandsgemeinde Nieder-Olm (Rheinland-Pfalz) ausgewählt. Kriterien für die Auswahl waren unter anderem: unterschiedliche Erfahrungen mit Inklusion sowie ein erkennbarer Wille in den Verwaltungen, Inklusion weiter voranzutreiben. Schwerpunkt der Unterstützung ist der Aufbau lokaler Inklusions-Netzwerke mit Handelnden aus Verwaltung, Vereinen, Wohlfahrtsverbänden, Selbsthilfe und Unternehmen. Die Universität Frankfurt am Main begleitet die Entwicklungen und wertet die Erfolge laufend aus.

Ein bundesweites Netzwerk für Inklusion

Auf der Online-Plattform www.aktion-mensch.de/kommune-inklusiv können sich auch Kommunen, die nicht Teil der Initiative sind, über den laufenden Inklusionsprozess und die Ergebnisse informieren. Langfristig sollen darauf auch Foren für den Austausch der Netzwerke in den Pilotregionen eingerichtet werden. „Wir wollen, dass alle Gemeinden von den Erfahrungen unserer Modell-Kommunen profitieren: Was läuft gut, was kann verbessert werden? Deshalb ist uns der Austausch besonders wichtig“, erklärt Christina Marx, Leiterin des Bereichs Aufklärung der Aktion Mensch. „Mit unserer Initiative schaffen wir eine Hilfestellung für Inklusion, an der bundesweit alle teilhaben können.“

Pressemitteilung Kommune Inklusiv Erlangen als PDF herunterladen

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