Modellkommune Erlangen erhält rund 600.000 EUR für mehr Inklusion

Aktion Mensch: 2,8 Millionen für bundesweite Initiative „Kommune Inklusiv“

Bonn / Erlangen, 5. Juli 2018 – Über eine Fördersumme der Aktion Mensch in Höhe von rund 560.000 Euro kann sich die Modellkommune Erlangen freuen. Mit der bundesweiten Initiative Kommune Inklusiv möchte die Aktion Mensch über fünf Jahre den Inklusionsprozess in insgesamt fünf Modellkommunen begleiten. Neben Erlangen werden auch Schwäbisch Gmünd, Nieder-Olm, Schneverdingen und Rostock mit insgesamt rund 2,8 Millionen Euro gefördert.
Die Aktion Mensch unterstützt den Aufbau lokaler Inklusions-Netzwerke mit Handelnden aus Vereinen, Verbänden, Selbsthilfe, Unternehmen und der kommunalen Verwaltung. In einem partizipativen Prozess verwirklichen die Akteure vor Ort in dieser Zeit neue inklusive Ansätze und Strukturen. So unterstützen sie das bunte und barrierefreie Zusammenleben vor Ort. Ihre Wege und Ergebnisse sehen jedoch ganz unterschiedlich aus.
Beim Aufbau inklusiver Lebensumfelder nimmt Erlangen die Bereiche Freizeit, Gesundheit und Bildung in den Blick. Mit neuen Maßnahmen will sie insbesondere vereinsamte Senioren mit Behinderung erreichen und fokussiert als einzige der fünf Kommunen Menschen mit Hörbehinderung. Für sie soll unter anderem die App „be my ears“ entwickelt, die allgemeine Gebärdenkompetenz ausgebaut und die Vermittlung von Gebärdensprachdolmetschern optimiert werden. Als besonderes Herzensprojekt plant Erlangen ein Inklusionscafé, das Raum bietet für multimedial erzählte Lebensgeschichten und einen inklusiven Chor. „In Erlangen haben wir sehr unterschiedliche Initiativen, die wir zusammenbringen müssen“, sagt Elisabeth Paulus vom Seniorenbeirat Erlangen und Mitglied der Steuerungsgruppe „Kommune Inklusiv“. Damit das Projekt auch nach fünf Jahren noch nachhaltig wirken könne sei deshalb wichtig, auch Wirtschaft und Verwaltung mit im Boot zu haben.
Die Maßnahmen dokumentieren auszugsweise die Ergebnisse eines einjährigen Konzeptionsprozesses, den die Akteure in vielen Projektsitzungen mitgestaltet haben. Dieser Prozess wird auch in den kommenden Jahren fortgeführt. Um eine langfristige Handlungsfähigkeit zu sichern, unterstützt die Aktion Mensch die einzelnen Modellkommunen nicht nur finanziell, sondern auch durch Fortbildungen, beim Aufbau eines Prozessmanagements oder durch Austauschtreffen der Modellkommunen. „Wir hoffen natürlich, dass die Initiative „Kommune Inklusiv“ Schule macht und andere Kommunen zur Nachahmung anregt“, sagt Armin v. Buttlar, Vorstand der Aktion Mensch. „Wir wollen erreichen, dass die Erfahrungen daraus multiplizierbar sind und Fehler nicht doppelt gemacht werden müssen, damit sich am Ende die Teilhabemöglichkeiten für jeden Einzelnen vor Ort nachhaltig und ganz praktisch verbessern.“

Ansprechpartner und Kontakt für die Modellkommune Erlangen sind die Projekt-Koordinatorinnen Felicitas Keefer und Ina Fischer, Zentrum für selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V., Neumühle 2, 91056 Erlangen, Telefon: 09131-9166-756,, .

Weitere Informationen auf www.aktion-mensch.de/kommune-inklusiv Die ausführliche Dokumentation zur Fachtagung „Kommunen werden inklusiv“ mit einer ersten Bilanz der einzelnen Kommunen nach einem Jahr Gründungs- und Findungsphase finden Sie auf www.aktion-mensch.de/fachtagung-sozialraum/



Pressekontakt Aktion Mensch:
Ulrike Pfaff
Pressereferentin
Telefon: 0228 2092-359
E-Mail:
www.aktion-mensch.de/presse


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