Fachtagung in Köln

Blick ins Publikum

Bei „Kommunen werden inklusiv“ ging es um die Herausforderungen und Chancen, die Inklusion im Sozialraum eröffnet. Dieses eher sperrige Wort bezeichnet nichts anderes als die Lebenswelt oder das unmittelbare Lebensumfeld der Menschen. Dazu gehören zum Beispiel Schule, Arbeit oder Freizeitangebote.

Zur Tagung kamen neben rund 250 angemeldeten Inklusionsmachern und 27 Referenten auch Teams aus den Modellstädten von Kommune Inklusiv, begleitet vom wissenschaftlichen Monitoring des Projekts. Sie alle tauschten sich zwei Tage lang aus, diskutierten und entwickelten Ideen, um die Welt künftig inklusiver zu gestalten.

Tag 1: Ganz viel Input

Domonic Rollins, der an der Universität Harvard in den USA nicht nur zu Diversity und Inklusion forscht, sondern sie auch lehrt, eröffnete die Fachtagung. Er zeigte, dass Inklusion zunächst wenig mit dem Kopf zu tun hat. Vielmehr gehe es dabei um unserem täglichen Umgang miteinander und wie wir uns in einer Gruppe fühlten. Das sei auch der Unterschied zwischen Diversität und Inklusion: „Diversität heißt, zur Party eingeladen zu sein. Inklusion heißt, auch zum Tanz aufgefordert zu werden!“

Im Anschluss sprach Cornelia Daheim über Trends der Inklusion. „Jetzt ist der Moment, in dem wir neue Möglichkeiten so prägen, dass sie von Beginn an inklusiv sind“, machte die Zukunftsforscherin klar. Evelyn Schulz, Professorin für Japanologie an der LMU München, zeigte, wie im hochindustrialisierten Tokio immer mehr urbane Begegnungsräume entstehen - und wie die Menschen davon profitieren.

Bereits der Vormittag lieferte also viel Stoff zum Nachdenken. Nachmittags vertieften ihn die Teilnehmer in verschiedenen Expertenforen mit den Schwerpunkten Demografischer Wandel, Partizipation und Technologie - Bereiche, die untrennbar miteinander verbunden sind. Und mit denen sich Kommunen auseinandersetzen müssen, wenn sie Inklusion gestalten möchten.

Ein gezeichnetes Bild zeigt die Themen der Tagung
Aktion Mensch / Ayse Tasci

Tag 2: Ran an die Arbeit

Der zweite Tag startete mit einer Podiumsrunde der Initiative Kommune Inklusiv, bei der deutlich wurde, wie vielfältig die Menschen das Thema vor Ort angehen. Jeweils ein Vertreter aus Erlangen, Nieder-Olm, Rostock, Schneverdingen und Schwäbisch Gmünd berichtete von seinen Erfahrungen nach einem Jahr Projektlaufzeit. In sieben Workshops ging es für die Tagungsteilnehmer schließlich selbst ans praktische Arbeiten und Nachdenken.

Dabei stellten sie sich zum Beispiel die Frage: Wie mache ich Menschen stark und nehme sie mit? Oder: Wie schaffe ich Bewusstsein für Inklusion? Trotz intensiven Programms gab es bei Mittagessen und Kaffeepausen auch reichlich Raum, zu netzwerken und sich gegenseitig kennenzulernen. Denn genau das ist nötig für gelungene Inklusion vor Ort: ein gutes Netzwerk und das Lernen von- und miteinander.

Inklusion geht ans Herz

Neben inspirierenden Diskussionen und vielen neuen Impulsen nahmen die Teilnehmer eine Erkenntnis von der Tagung mit: Inklusion ist vor allem ein Gefühl. Das vergessen wir als verkopfte Bewohner der westlichen Welt nur allzu oft. Bei Inklusion geht es um Verständnis, Akzeptanz und das persönliche Wohlfühlen. Inklusion bezeichnet etwas, das eigentlich selbstverständlich sein sollte: Jeden so anzunehmen, wie er ist, und auch selber dafür zu sorgen, dass jeder Mensch sich angenommen fühlt.

Zum Beitrag über „Kommunen werden inklusiv“ bei den Kobinet-Nachrichten

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