Ein Mann und eine junge Frau schauen gemeinsam in ein Buch und lächeln. Hinter ist ein Regal mit gelben Ordnern zu sehen.

Inklusion in Unternehmen

Menschen mit Behinderung suchen häufig lange nach einer passenden Stelle – obwohl sie ebenso qualifiziert sind wie ihre Mitbewerber. Wir haben Menschen kennengelernt, bei denen es dennoch geklappt hat und stellen ihre Erfolgsgeschichten vor.

„Sie war die Beste!“

Nach dem Abitur dauerte die Suche nach einem Ausbildungsplatz für Nesrin Bektas eine gefühlte Ewigkeit. Drei lange schrieb sie rund 20 Bewerbungen pro Woche. Für Ausbildungen als Versicherungsfachangestellte, Bankkauffrau oder Kauffrau im Gesundheitswesen.

„Dass ich so lange suchen musste, hat mich wirklich sehr verletzt. Ich finde, ich kann dieselbe Arbeit leisten wie ein gesunder Mensch, wenn man mir die Möglichkeit dazu gibt“, sagt sie heute. Ihre Gelenke an Armen, Beinen und Hüfte versteifen immer weiter. AMC heißt die zugehörige Diagnose, die sie bereits bei ihrer Geburt bekommen hat.

Bei ihrem Bürojob spielt diese angeborene Behinderung allerdings keine Rolle. „Wir haben Frau Bektas genommen, weil sie die Beste war“, sagt ihre Chefin Monika Lange. So hat sie sich gegen mehr als 40 andere Bewerber durchgesetzt. Von der Behinderung hat die Chefin erst im Vorstellungsgespräch erfahren – in der Bewerbung hatte sie es schlicht überlesen.


Gebärdensprachkurs für die Malerwerkstatt

Als Ralph Müller vor neun Jahren in den Malerbetrieb kam, war das für die Belegschaft schon eine ganz schöne Umstellung: Er ist gehörlos, die Kommunikation war dementsprechend ungewohnt. „Wir haben damals viel aufgeschrieben. Aber mittlerweile klappt es mit der Verständigung sehr gut“, erzählt Ralph Müller heute.

Wenn die Vermittlung mit Händen und Füßen zu kompliziert wird, hilft eine App auf dem Handy. Was man dort reinspricht, wird in Schrift übersetzt. „Nimm Rotband mit zur Baustelle, an der Decke kommt der Putz runter!“ – Informationen wie diese sind dann leicht zu vermitteln.

Jessica Müller, die Meisterin des Betriebs, hatte aber noch eine andere Idee: Damit sich die Hörenden im Team mit ihren vier gehörlosen Kollegen besser unterhalten können, hat sie einen Gebärdensprachkurs gebucht. Das geht ganz einfach über den Integrationsfachdienst (IFD). Zusammen mit zwei Trainerinnen hat die Belegschaft Gebärden für Farben und einzelne Arbeitsschritte gelernt.

Der Perspektivwechsel tut allen im Team gut. So stellen sich nicht nur die drei gehörlosen Mitarbeiter auf ihre Kollegen ein, sondern die Inklusion geht in beide Richtungen. Der private Austausch ist jedenfalls seit dem Kurs viel besser geworden.

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