Hilfe in Streitfällen 

Vier Seile, die durch Knoten miteinander verbunden sind
Wenn Anträge abgelehnt werden brauchen vielen Menschen Unterstützung dabei, für ihr Recht zu kämpfen. Diese Formen der Beratung können Menschen mit Behinderung in Anspruch nehmen, um ihre Rechte durchzusetzen.

Der Stress fängt für viele Menschen mit Behinderung schon mit dem Antrag an. Zum Beispiel dann, wenn Formulare nicht in Einfacher oder Leichter Sprache vorliegen. Ist der Antrag abgeschickt, heißt es erst einmal warten. Viele Menschen haben Angst, dass ihr Antrag abgelehnt wird. Oder, dass es sehr lange dauert, bis die Antwort kommt. Das Warten belastet sie. In solchen Situationen kann eine Beratung helfen. Vor allem dann, wenn es zu einem Rechtsstreit kommt. Wir stellen Ihnen verschiedenen Beratungsformen vor:

Beratung durch Peer Counseling

Peer Counseling, auch Peer-Beratung genannt, ist eine Beratungs-Methode. Menschen mit Behinderung beraten andere Menschen mit Behinderung. Der Begriff Peer Counseling kommt aus dem Englischen. „Peer“ bedeutet gleichartig oder gleichrangig und „counseling“ bedeutet Beratung. Die Art der Behinderung spielt dabei keine Rolle. Das gilt für die Beraterinnen und Berater. Und das gilt ebenso für die Menschen, die eine Beratung wünschen.

Die Peer-Beratung kann gerade bei Streitfällen im Behinderten-Recht sehr hilfreich sein. Denn zum einen wissen Peer-Berater, wovon sie reden. Sie kennen die Schwierigkeiten und Belastungen von Menschen mit Behinderung aus eigener Erfahrung. Zum anderen kennen sie die Rechtslage oft sehr gut. Peer-Beratung bekommen Sie in EUTB-Beratungsstellen und bei Selbsthilfe-Gruppen von Menschen mit Behinderung und chronischer Krankheit.

Klage vor einem Sozialgericht

Den Rechtsstreit scheuen viele Menschen mit Behinderung. Zum Beispiel deshalb, weil sie kein Geld für einen Anwalt haben. Ein Prozess vor Gericht kann Kraft rauben. Er kann aber auch einen Schub für das Selbstbewusstsein geben. Besonders, wenn man den Prozess gewinnt.

Wenn Sie Ihr Recht durchsetzen wollen, können Sie vor einem Sozialgericht klagen. Zum Beispiel, wenn Sie sich gegen einen Bescheid vom Amt wehren möchten. In Deutschland wehren sich jedes Jahr rund 400.000 Menschen gegen Entscheidungen von Behörden und Versicherungen. Die Möglichkeit zur Klage haben Sie, wenn Ihr Widerspruch gegen eine Entscheidung abgelehnt wurde.

Mehr Informationen zum Thema „Klage vor dem Sozialgericht“ erhalten Sie auf dem Familienratgeber der Aktion Mensch.

Weitere Informationen


Finden Sie hier  EUTB-Beratungsstellen in Ihrer Nähe.

Internetseite der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung, chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen e.V. (BAG SELBSTHILFE)

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