Rahmenbedingungen für multiprofessionelles Arbeiten

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Damit die Zusammenarbeit in einem mulitprofessionellen Team für alle Beteiligten funktioniert, gelten bestimmte Regeln. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen und eingehalten werden, kann mulitprofessionelles Arbeiten zu einem Erfolgsmodell werden.

Vertrauen und Wertschätzung

Icon: sich schüttelnde Hände.

Eine Voraussetzung, damit die Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen funktioniert, ist berufsbezogenes Vertrauen und Wertschätzung. Allerdings ist dies nicht automatisch vorhanden, sondern muss in der Regel erarbeitet werden. Vertrauen lässt sich beispielsweise über den gemeinsamen Austausch herstellen. In multiprofessionellen Teams arbeiten Berufsgruppen zusammen, die jeweils eine eigene Ausbildung, eigene Fachsprachen und ein eigenes Selbstverständnis haben. Multiprofessionelle Team sollten über ihre unterschiedlichen Rollen und die damit verbundenen pädagogischen Leitbilder sprechen.

Oft zeigt sich, dass die Berufsgruppen verschiedene Positionen innerhalb der Schule innehaben. So sind Lehrer meist verbeamtet, während Sozialpädagogen häufig mit Zeitverträgen angestellt sind. Das erschwert oft die Zusammenarbeit, weil Sozialarbeiter nicht genug Stunden zur Verfügung haben, um die anfallende Arbeit zu leisten. Das kann zu unterschiedlichen Zielen und Erwartungen führen. Diese sollten formuliert und diskutiert werden. Anschießend sollte man sich auf eine realistische Aufgaben- und Arbeitsverteilung einigen.

Ein gutes Mittel, um Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung zu schaffen, sind gemeinsame Fortbildungen. Dabei kann zum Beispiel ein gemeinsames Leitbild erarbeitet werden, was bei der Teambildung hilft. An dieser Stelle ist es auch sinnvoll, die Beschäftigten aus der Ganztagsbetreuung einzubinden. Das schafft eine gemeinsame Identifikation. Wichtig wäre auch, Maßnahmen zur Teamentwicklung zu ergreifen und Betroffene frühzeitig „an einen Tisch zu holen“. Um das Zusammenwachsen eines Teams zu fördern, sind auch gemeinsame Ausflüge oder Feste hilfreich.

Die innere Haltung

Icon: Fragezeichen.

Das Arbeiten in multiprofessionellen Teams setzt nicht selten voraus, die innere Haltung zu ändern. Alte Rollenmodelle, wie das des Lehrers als Einzelkämpfers, gelten nicht mehr. Die eigene Arbeit wird in der Zusammenarbeit mit den Kollegen transparenter und das kann auch zu negativen Rückmeldungen vom Teampartner führen. Grundsätzlich aber erfordert die Teamarbeit ein Mehr an Kommunikation, die auf gegenseitigem Respekt und der Anerkennung anderer Sichtweisen fußt. Gerade zu Beginn einer Teambildung, wenn noch nicht alle Abläufe eingespielt sind, kann es einen gesteigerten Gesprächsbedarf geben. Dem sollte man Rechnung tragen und, wenn nötig, häufige Besprechungen einplanen. Wichtig ist auch, sich darüber klar zu sein, dass eine Umstellung auf das multiprofessionelle Arbeiten nicht ohne Konflikte ablaufen kann. Diese können jedoch positiv genutzt werden, indem man sie zulässt und nach konstruktiven Lösungen sucht.

Die Rolle der Leitung

Icon: zwei Sprechblasen.

Die Leitung eines multiprofessionellen Teams muss für diese Form der Zusammenarbeit sogenannte psychologische Sicherheit herstellen. Darunter versteht man eine Atmosphäre des beruflichen Vertrauens. Die Teammitglieder fühlen sich in ihrer professionellen Rolle in der Gruppe angenommen, auch wenn sie inhaltlich Feedback geben und beispielsweise Kritik üben. Ein Schlüssel dazu ist u.a. der respektvolle Umgang miteinander. Um diesen für alle verbindlich einzuführen, kann man gemeinsam Regeln festlegen, die für die gesamte Gruppe gelten. Die Schulleitung sollte außerdem dafür Sorge tragen, dass niemand berufliche Nachteile fürchten muss, wenn er Strukturen infrage stellt oder etwas kritisiert.

Laut wissenschaftlichen Untersuchungen benötigen Mitarbeiter umso mehr psychologische Sicherheit, je mehr sich um sie herum verändert. Demnach ist das Gefühl, angenommen zu werden, für die Teammitglieder gerade dann besonders wichtig, wenn Schulen sich entschließen, bestehende Strukturen zu ändern und multiprofessionelle Teams einzuführen. Daher ist es empfehlenswert, Maßnahmen zur Vertrauensbildung wie die Festlegung von Regeln für das Miteinander, gemeinsame Aktivitäten zur Unterstützung der Gruppenbildung möglichst frühzeitig anzugehen.

Die Schulleitung setzt wichtige Rahmenbedingung zur Etablierung multiprofessioneller Teams. Dazu gehören auch organisatorische Belange wie die Bereitstellung von Räumlichkeiten zum Abhalten von Besprechungen oder Fortbildungen und die Einrichtung von festgelegten Zeitfenstern für gemeinsame Besprechungen und Konferenzen. Auch darüber drückt sich Wertschätzung aus. Die Schulleitung hat darüber hinaus eine Vorbildfunktion, wenn sie beispielsweise selbst als Team arbeitet.

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