Multiprofessionelles Arbeiten im Team

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Sechs Erwachsene sitzen und stehen gemeinsam vor einem Computer.

Potentiale einer mulitprofessionellen Zusammenarbeit

Nicht selten begegnen Lehrkräfte dem Arbeiten in multiprofessionellen Teams mit Vorbehalten, denn das bedeutet zunächst Umstellung althergebrachter Prozesse und Strukturen. Das kann Unbehagen und Verunsicherung auslösen. Das ist auch verständlich, denn für die Lehrkräfte bedeutet es oft nicht nur eine Veränderung der Arbeitsprozesse, sondern vielleicht auch der Selbstwahrnehmung. Sie fürchten, die Kontrolle über den Unterricht zu verlieren oder geben nur ungern Verantwortung ab, weil sie dies als Kompetenzverlust wahrnehmen. Diesen Bedenken stehen die klaren Vorteile dieser Arbeitsweise gegenüber, denn das Teamteaching hat viele Vorteile für Lehrer.

Welchen Mehrwert hat die Teamarbeit für Lehrkräfte?

  • Teilen der Verantwortung

    Die Lehrkraft ist nicht mehr allein für die Klasse und den Unterricht verantwortlich. Das ist nicht nur eine zeitliche, sondern auch eine emotionale Entlastung.

  • Nutzung unterschiedlicher Sichtweisen und Stärken

    Eine andere Person bringt auch eine andere Perspektive in den Unterricht ein. Außerdem hat diese vielleicht andere Stärken in der Vermittlung des Lehrstoffes, vom dem die Schüler profitieren können.

  • Ergänzung fehlender Fachkompetenz

    Lehrer können nicht immer alles wissen. Darum können Kollegen aus unterschiedlichen Berufsgruppen ihre Kompetenzen einbringen und den Lehrstoff wertvoll ergänzen.

  • Vom Kollegen lernen

    Lehrkräfte können von Teamkollegen, die andere Fähigkeiten und Kompetenzen mitbringen, dazu lernen.

  • Austausch mit Kollegen

    Im Team kann man sich besser austauschen, Ideen entwickeln oder Probleme besprechen. Es entstehen Synergieeffekte, die die Lehrkraft für ihren Unterricht nutzen kann.

  • Zeit für schwächere Schüler

    Die Arbeit im Team hat den Vorteil, dass sich ein Lehrer mit Schülern befassen kann, die mehr Aufmerksamkeit brauchen. Währenddessen kann der Kollege den Unterricht weiterführen.

  • Vertretung

    Fällt eine Lehrkraft aus, kann der Unterricht dennoch weitergehen.

Voraussetzungen

Welche Voraussetzungen sind notwendig, damit die Zusammenarbeit gut funktioniert? Was kann eine Schule tun, um diese Voraussetzungen zu schaffen?

Um multiprofessionelles Arbeiten an der einen Schule umzusetzen, bedarf es Veränderungswillen. Ist diese Voraussetzung gegeben, kann es an die Umsetzung gehen. Natürlich sind nicht in jeder Schule die Gegebenheiten gleich und es ist ratsam, diese erst zu prüfen, bevor es an die Planungen geht. Dennoch gibt es gewisse Voraussetzungen, deren Einhaltung bei der Umsetzung helfen.

Ein wichtiger Punkt hierbei ist die Arbeitsgestaltung im Team. Lehrkräfte, die mit verschiedenen Berufsgruppen zusammenarbeiten, sollten dies auf Augenhöhe tun. Das bedeutet, dass sie nicht allein die Richtung vorgeben und der Gegenüber muss folgen. Vielmehr geht es darum, die einzelnen Teammitglieder als Kollegen wahrzunehmen und sie auch als solche zu behandeln. Das hat beispielsweise auch Konsequenzen für die Unterrichtsplanung und -leitung, die nun nicht mehr allein durch den Lehrer erfolgt, sondern zu einer Gemeinschaftsleistung der verschiedenen Teammitglieder wird.

Die Planung des Unterrichts, die Ausführung und auch die im und um den Unterricht anfallenden Probleme werden im Team besprochen, entschieden und umgesetzt. Dabei soll jede Profession ihre eigenen unterschiedlichen Sichtweisen, Stärken und Kompetenzen einbringen. Die daraus entstehenden Synergieeffekte nutzen dem gesamten Team sowie den Schülern.

Icon von drei Personen

Mögliche Team-Partner von Lehrkräften

Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sind Ansprechpartner bei Problemen in der Schule für Schüler, Eltern und Lehrkräfte. Sie können Themen im Unterricht übernehmen und animieren zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung.

Schulpsychologinnen und Schulpsychologen sind hilfreiche Partner bei der Betreuung von Schülern, die beispielsweise auffälliges Verhalten im Unterricht zeigen. Weiterhin kann auch die Integration geflüchteter Kinder, die Trauma-Erfahrungen gemacht haben und anderer Kinder mit Migrationshintergrund für die Zusammenarbeit mit Schulpsychologinnen und Schulpsychologen sinnvoll sein.

In den Schulen spielt die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund eine große Rolle. Darum können auch Integrationshelferinnen und Integrationshelfer Teil eines multiprofessionellen Teams sein.

Es gibt auch Schulen, an denen Schulkrankenschwestern und Schulkrankenpfleger arbeiten. Sie können einen wertvollen Beitrag leisten und das nicht nur bei der Erstversorgung von Verletzten oder Betreuung von Kindern mit Erkrankungen, sondern zum Beispiel auch bei der Präventionsarbeit.

Die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt passiert in der Regel für bestimmte Schüler, zum Beispiel bei Hilfeplangesprächen.

In Rahmen der Berufsvorbereitung besuchen Berufsberaterinnen und -berater die Schule und beraten die Schüler – falls notwendig, auch über das Ende der Schulzeit hinaus.

Unternehmensvertreter besuchen den Unterricht und informieren die Schüler zum Beispiel über Berufsbilder oder Bewerbungsverfahren oder es werden Klassen zu den Unternehmen eingeladen und erhalten vor Ort Einblicke in die Berufe.

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Elmar Philipp:
Multiprofessionelle Teamentwicklung: Erfolgsfaktoren für die Zusammenarbeit in der Schule.

Einbindung außerschulischer Träger

Ähnlich sollte die Vorgehensweise in der Kooperation mit einem außerschulischen Träger, zum Beispiel aus dem Ganztag, sein. Ein häufiges Problem besteht darin, dass die Schule nur wenig über deren Strukturen weiß und umgekehrt. Das erschwert die Zusammenarbeit und schürt Vorbehalte.

Multiprofessionelles Arbeiten sollte jedoch auch die außerschulischen Bereiche einbeziehen. Wieder erreicht man das über die Kommunikation auf Augenhöhe: Über das gemeinsame Planen von außerschulischen oder auch innerschulischen Angeboten, bei der die Einrichtungen ihre besonderen Fachkompetenzen einbringen und in Entscheidungsprozesse aktiv eingebunden werden und Mitbestimmungsrechte erhalten. Um die Arbeitsweise des anderen besser kennenzulernen, kann es sinnvoll sein, wechselseitig zu hospitieren. Die Einrichtung von regelmäßigen, gemeinsamen Konferenzen, in der die Meinung und Fachkompetenz der außerschulischen Einrichtungen gefragt ist, zeigt Wertschätzung und führt dazu, dass der Austausch zwischen den Teammitgliedern zu einer Selbstverständlichkeit wird.

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