Werkstattarbeit an der GGS An St. Theresia

Warenkorb (0)

Werkstattunterricht kann ganz verschieden aussehen. An der Gemeinschaftsgrundschule Sankt Theresia lernen die Schüler in alters- und jahrgangsgemischten Gruppen. Maren Felbecker unterrichtet eine Lerngruppe mit 23 Kindern, von denen neun einen besonderen Förderbedarf in den Bereichen Lernen, Emotionale und Soziale Entwicklung oder Sprache haben. Sie erklärt, wie Werkstattunterricht an der GGS praktiziert wird.

Wie setzen Sie Werkstattarbeit im Unterricht um?

Werkstattunterricht setze ich überwiegend im Sachunterricht ein. Zum Beispiel bei naturwissenschaftlichen Themen, in denen Experimente sinnvoll sind. Aber auch eine Lyrikwerkstatt habe ich schon erfolgreich ausprobiert. Das Expertenprinzip ergibt sich dabei häufig in der Praxis und wird nicht unbedingt aktiv von mir angeleitet. Wenn Kinder an einer Station etwas Besonderes entdeckt, ausprobiert oder verstanden haben, machen wir das in einer Reflexionsphase publik und man darf sich bei ihnen melden und ihnen Fragen stellen. Das wird gerne angenommen. Da in unseren Lerngruppen grundsätzlich alle Klassenstufen gemeinsam arbeiten, zieht sich das Expertenprinzip wie ein seidener Faden durch den Schulalltag und betrifft alle möglichen Bereiche: Jedes Kind und jeder Erwachsene können bestimmte Dinge gut, von denen andere profitieren. Und jeder braucht in bestimmten Bereichen Unterstützung. Insofern ist jeder mal in der einen und mal in der anderen Rolle. Generell plane ich kaum eine Stunde in reinem Frontal- oder Werkstattunterricht. Ich kombiniere kurze frontale mit Arbeits- und Reflexionsphasen. Die Arbeitsphase kann als Werkstatt oder in Stationen organisiert sein, häufig auch in Form von Projektunterricht.

Maren Felbecker

Maren Felbecker unterrichtet an der GGS An St. Theresia

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Werkstattarbeit gemacht?

Der Werkstattunterricht ist eine Unterrichtsform, bei der die Kinder die Reihenfolge der Lerninhalte und das Lerntempo wählen dürfen, nicht aber die Inhalte selbst. Das kann manchmal von Vorteil sein, manchmal macht eine stärkere Öffnung jedoch mehr Sinn und erlaubt mehr Möglichkeiten der Differenzierung. Außerdem ist bei der Unterrichtsform eine ziemlich aufwendige Planung nötig, da bei uns alle Jahrgänge gemischt lernen. Der Lernerfolg entspricht deshalb nicht immer unbedingt dem hohen Planungsaufwand.

Inwiefern unterscheidet sich Ihre Rolle in Phasen der Werkstattarbeit von Ihrer Rolle im Frontalunterricht?


Allein durch die Zusammensetzung der Lerngruppe bildet Frontalunterricht bei uns eher die Ausnahme bzw. betrifft kürzere Phasen des Unterrichts. Da wir vor allem offenen Unterricht praktizieren, verändert sich die Rolle der Lehrkraft tiefgreifend und nachhaltig. Meine Rolle während des Werkstattunterrichts ist die der Lernbegleitung. Die Entscheidung für eine solche Rolle ist allerdings sehr grundsätzlich und geht weit über das Lehren und Lernen im Werkstattunterricht hinaus.

Was ist Werkstattunterricht?

Werkstattunterricht ist eine von vier Methoden des offenen Unterrichts. Ihr Schwerpunkt liegt auf selbstgesteuertem Lernen durch freie Wahl der Arbeit aus einem vorbereiteten, strukturierten Angebot.

Mehr über die Methode Werkstattunterricht erfahren

Weitere Methoden des Offenen Unterrichts kennenlernen

Drei Kinder mit Stiften in der Hand vor einem Regal.

Freiarbeit

Selbständiges, überwiegend individuelles Lernen in einer vorbereiteten Umgebung

Mehr über die Freiarbeit erfahren
Ein Junge und ein Mädchen sind über ihre Hefte gebeugt und schreiben etwas hinein.

Wochenplan

Selbstbestimmung des Schülers bei der zeitlichen Organisation der Aufgabenbearbeitung

Mehr über die Wochenplanarbeit erfahren
Zwei Mädchen und ein Junge stehen in einem Schulflur und schauen auf einen Monitor. Ein Mädchen zeigt auf den Monitor.

Projektarbeit

Kooperatives, demokratisches Erfahrungslernen

Mehr über die Projektarbeit erfahren