Räumliche Barrierefreiheit

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Eine Person mit Blindenstock an einem Blindenleitsystem.

Dieser Bereich der Barrierefreiheit ist sicherlich der Bekannteste. Und viele denken, es ist der Teuerste. Doch das muss nicht unbedingt sein.

Räumliche Zugänglichkeit bezieht sich auch auf gute Erreichbarkeit und Beschilderung, ausreichend Platz, in dem sich jeder selbstbestimmt bewegen kann sowie das Vorhandensein von barrierefreien Toiletten. Auch die uneingeschränkte Teilnahme an Darbietungen und das gemeinsame Essen sind wichtig.

Wenn Sie zum Beispiel einen Ort für eine Veranstaltung suchen, fragen Sie gezielt nach breiten Türen, Fahrstühlen und Räumen im Erdgeschoss, die gut von der Straße aus erreichbar sind.

Findet die Veranstaltung in den Räumlichkeiten der eigenen Bildungseinrichtung statt, machen Sie den Selbst-Check und finden Sie die Schwächen der Räumlichkeiten heraus – am besten sie nutzen dabei die Expertise von Menschen mit Behinderungen, die oft direkt auch wissen, was zu tun ist und wie eine Lösung erzielt werden kann.

Maßnahmen zur räumlichen Barrierefreiheit

• Suche nach barrierefreien Veranstaltungsorten: möglichst ebenerdig, straßennah, mit Parkplätzen und guter Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel
• Gut sichtbare Ausschilderung des Veranstaltungsortes
• In der Ankündigung vermerken: Hinweis zur barrierefreien Anreise (mit Bus und Bahn), evtl. Angebot eines Weg-Begleitungsservice, Rollstuhltaxis
• Bei Veranstaltungen im Freien: Achten Sie auf festen Untergrund, dies gilt auch für Wege zum Veranstaltungsort (Sand oder Wiesen sind nicht nur für Rollstuhlfahrer schwierig)
• Behindertentoiletten: wenn der Veranstaltungsort selber keine hat, lassen sich auch mobile Einheiten organisieren
• Für Orte mit mehreren Stockwerken sind Fahrstühle ein Muss. Sie müssen mindestens 110 cm breit und 140 cm lang sein – und sollten eine akustische Ansage der Stockwerke haben
• Bei Treppen im Foyer, vor der Bühne oder vor der Eingangstür: Rampen mit maximal 6 Prozent Steigung und mindestens 120 cm Breite
• Türen sollten generell mindestens 90 cm breit sein – ebenso Fahrstühle
• Im Catering- oder Sitzbereich: niedrige Tische einplanen, das hilft Rollstuhlfahrern oder kleinwüchsigen Menschen, Bedienungsservice für Menschen mit Sehbehinderung anbieten
• An verschiedenen Stellen Sitzgelegenheiten anbieten, für Menschen, die nicht lange stehen können
• Bei der Bestuhlung in Aula, Foyer oder Großraum: Platz für Rollstuhlfahrer in Sitzreihen und Gängen mitdenken
• Für Schreib- und Werkelarbeiten: Unterfahrbare Tische für Rollstuhlfahrer vorsehen
• Zur Orientierung: Beschilderung der Räume in Leichter Sprache, am besten mit Piktogrammen
• Für blinde Menschen: Taktiles Leitsystem oder unterstützendes Wegweiser-Personal anbieten

Mädchen fährt eine Rollstuhlrampe herunter

Hilfskräfte als Angebot

In manchen Situationen kann auch ein freiwilliger Helfer für mehr Barrierefreiheit sorgen. Stellen Sie zum Beispiel Hilfskräfte ab, die an Treppen oder Eingängen für Fragen zur Verfügung stehen und Unterstützung anbieten können, wo dies gewünscht wird. Auch hier ist Sensibilität gefragt: Die Hilfe sollte ein Angebot sein und sich nicht aufdrängen.

Weiterführende Quellen zum Thema

Auf nullbarriere.de finden Sie die entsprechenden DIN-Normen zur Barrierefreiheit. Hier können Sie ganz konkrete Anforderungen zur baulichen Barrierefreiheit recherchieren. Dort finden Sie auch die Anforderungen für Veranstaltungen.

Auf der Internetseite der Bundesfachstelle für Barrierefreiheit finden Sie Checklisten und Regeln für barrierefreie Veranstaltungen sowie weiterführende Links zum Thema.