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Wie viele Schüler mit Förderbedarf besuchen in Deutschland Regelschulen, wie viele Förderschulen? Wie sieht die Lage im Land aus und welche Förderbedarfe gibt es überhaupt? Im Folgenden finden Sie einen Überblick mit den wichtigsten Zahlen.

Im Schuljahr 2016/17 lag bundesweit

  • die Inklusionsquote bei 2,8 Prozent,
  • der Inklusionsanteil bei 39,3 Prozent,
  • und die Exklusionsquote bei 4,3 Prozent

Inklusion im Fokus

Anhand der Exklusionsquote lässt sich am besten beurteilen, wie inklusiv bzw. exklusiv die deutschen Schulen sind. Bei den anderen zwei Größen kann es dahingehend zu Verzerrungen kommen, dass in manchen Bundesländern sonderpädagogische Förderbedarfe durch die Regelschulen nicht mehr statistisch erfasst werden.

Inklusionsquote und Inklusionsanteil unterschätzen dann womöglich die Zahl der Kinder mit Förderbedarf, die zu einer allgemeinen Schule gehen.

Deutschland bewegt sich mit einer Förderquote von 7,14 Prozent im Schuljahr 2015/16 europaweit im Mittelfeld. Im Schuljahr 2008/09 lag die Quote noch bei 6 Prozent. Es war das erste Schuljahr mit unterzeichneter UN-Behindertenrechtskonvention.

Die wichtigsten Begriffe

Inklusionsquote: Anteil der Schüler mit Förderbedarf an allen Schülern der Primar- und Sekundarstufe I, die eine Regelschule besuchen

Inklusionsanteil: Anteil der Schüler mit Förderbedarf an allen Schülern mit Förderbedarf, die eine Regelschule besuchen

Exklusionsquote: Anteil der Schüler mit Förderbedarf an allen Schülern der Primar- und Sekundarstufe I, die eine Förderschule besuchen

Förderquote: Anteil der Schüler mit Förderbedarf an allen Schülern der Primar- und Sekundarstufe I

So sieht die Lage in Deutschland aus

Deutschlandkarte

Förder-, Inklusions- & Exklusionsquote sowie Inklusionsanteil der Bundesländer im Schuljahr 2016/2017 (in Prozent)
 

Betrachtet man ganz Deutschland, lernen ausländische Kinder und Jugendliche mit 5,4 Prozent nur geringfügig häufiger separiert an Förderschulen als Schüler mit deutscher Staatsangehörigkeit (4 Prozent). Schüler ohne deutsche Staatsangehörigkeit sind in elf Bundesländern an den Förderschulen überrepräsentiert. In Sachsen und Sachsen-Anhalt liegt ihre Exklusionsquote bei über 20 Prozent, während sie für deutsche Schüler nur rund 5 Prozent beträgt.

Die Förderbedarfe im Überblick

Förderbedarfe von Kindern und Jugendlichen mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf bundesweit im Schuljahr 2016/17 (in Prozent)

Allein die Bereiche „Lernen“, „Emotionale und soziale Entwicklung“ und „Sprache“ machen gemeinsam zwei Drittel aller Förderbedarfe bei deutschen Schülerinnen und Schülern aus.

Sank der Anteil der Schüler mit dem Förderbedarf „Lernen“ seit Beitritt zur UN-BRK von 43,8 auf 36,5 Prozent, gab es vor allem bei „Emotionale und soziale Entwicklung“ einen starken Anstieg: Hatten damals noch 11,5 Prozent der Kinder und Jugendlichen einen entsprechenden Förderbedarf, sind es heute 16,6 Prozent.

Die drei Förderbedarfe korrelieren in hohem Maße mit der sozialen Lage und werden sehr unterschiedlich diagnostiziert.

Quellen

Friedrich-Ebert-Stiftung (2017): Ländervergleich. Inklusive Bildung in Deutschland.

Heinrich-Böll-Stiftung (2017): Inklusion in progress. Analysen, Herausforderungen, Empfehlungen.

Bertelsmann Stiftung (2018): Lagebericht aus bildungsstatistischer Perspektive

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