Was bedeutet Inklusion?

Kinder hinter einem Computer.

Viele Menschen haben den Begriff Inklusion schon gehört. Viele sprechen darüber und es wird kontrovers diskutiert. Aber was genau steckt dahinter? Was bedeutet Inklusion im Alltag?
 

Wenn jeder Mensch ganz selbstverständlich und selbstbestimmt dazu gehört, dann ist das Inklusion. Wer anders aussieht, eine andere Sprache spricht oder eine Behinderung hat, wird nicht vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Jeder kann mitmachen und hat die gleichen Möglichkeiten, am Leben teilzunehmen wie alle anderen Menschen. Was bedeutet das konkret? Zum Beispiel, dass Kinder mit und ohne Behinderung zusammen in der Schule lernen und am besten bereits im Kindergarten miteinander spielen. Das heißt, jeder Mensch kann überall dabei sein – am Arbeitsplatz, beim Wohnen oder in der Freizeit. Gelingt das, ist es für alle normal, verschieden zu sein. Davon haben alle etwas. Inklusion bedeutet nämlich auch, auf die verschiedenen Bedürfnisse von Menschen Rücksicht zu nehmen.

Drei Kreise stellen den Weg von Exklusion über Integration zur Inklusion dar.

Barrierefreiheit - Ohne geht es nicht

Eine wichtige Voraussetzung für Inklusion ist die Barrierefreiheit. Wenn es zum Beispiel weniger Treppen gibt, können Menschen mit Kinderwagen, ältere und solche mit Behinderung viel besser dabei sein. Inklusion betrifft alle Lebensbereiche. In einer inklusiven Welt sind die Menschen offen für viele verschiedene Ideen und sie akzeptieren andere so wie sie sind.

Barrieren in den Köpfen abbauen

Damit Inklusion gelingt, ist es auch wichtig, Barrieren in den Köpfen abzubauen. Viele Menschen haben beispielsweise Angst, etwas falsch zu machen, wenn sie einen Menschen mit Behinderung treffen. Oder sie haben ohnehin kaum Kontakt zu Menschen, die anders sind. Wenn aber alle Menschen gleichberechtigt zusammenleben sollen, brauchen wir mehr Kontakt und selbstverständliches Miteinander.

Das macht die Aktion Mensch

Genau das möchte die Aktion Mensch erreichen. Als größte Förderorganisation Deutschlands setzen wir uns für die Umsetzung von Inklusion ein. Durch Informationen und gemeinsame Aktivitäten vermitteln wir die Potentiale einer inklusiven und vielfältigen Gesellschaft. Außerdem fördern wir Projekte, in denen Menschen mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen selbstverständlich zusammenleben, lernen und feiern.

Mehr Teilhabe für alle Menschen

Das Recht auf Teilhabe ist auch rechtlich geregelt. Das Sozialgesetzbuch 9 (Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen) und das Bundesteilhabegesetz (das Gesetz zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen) regeln, dass Menschen mit Behinderungen die Unterstützung erhalten, die es bedarf, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Wenn zum Beispiel ein gehörloser Student eine Vorlesung besuchen möchte, kann er einen Gebärdensprachdolmetscher bekommen. Ein Mensch mit Sehbehinderung am Arbeitsplatz hat das Recht auf technische Hilfsmittel. Oder wenn ein Mensch mit Behinderung ins Kino oder zum Konzert gehen möchte, kann er oder sie eine persönliche Assistenz in Anspruch nehmen.

Menschen mit Behinderung haben durch die Gesetze das Recht, ihr Leben so zu selbstbestimmt zu gestalten, wie sie es wollen. Sie können im Idealfall entscheiden, woran sie teilhaben möchten und wie sie teilhaben möchten. Trotzdem gibt es noch viele Hindernisse. Darum müssen alle weiterhin daran arbeiten, damit alle Gesetze, Verträge und Verpflichtungen für Menschen mit Behinderung eingehalten werden.