Inklusive Bildung

Zwei Schüler mit und ohne Behinderung im Klassenzimmer.

Mitmachen, mitreden, mitarbeiten – egal ob ein Mensch eine Behinderung hat oder nicht. Darum geht es beim Begriff Inklusion. Dabei ist der Zugang zu hochwertiger Bildung wichtig, damit jedem Menschen alle Möglichkeiten offen stehen.
 

Inklusive Bildung bedeutet, dass alle Menschen ihre Potenziale entwickeln können – unabhängig von persönlichen Lernbedürfnissen, Geschlecht, Religion, sozialen Voraussetzungen oder finanziellen Mitteln. Inklusive Bildung ist der Schlüssel zu mehr Chancengleichheit.

Zwei Kleinkinder.

Die Aktion Mensch setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein und macht inklusive Bildung zum Schwerpunktthema. Das Ziel: Gemeinsames Lernen soll für alle die Möglichkeit verbessern, am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Die Aktion Mensch versteht Bildung dabei als einen lebenslangen Prozess. Bildung geht also über reine Wissensvermittlung hinaus. In Bildungseinrichtungen – von der Schule bis hin zur Universität – werden Fachinformationen und Fähigkeiten vermittelt. Mindestens genauso wichtig wie Lesen, Schreiben, Rechnen oder das Erlernen von Fremdsprachen ist es aber, die positive Persönlichkeitsentwicklung von Menschen zu fördern. Inklusive Bildung bedeutet deshalb auch individuelle Förderung und Unterstützung. Ein Schwerpunkt der Aktion Mensch ist es, die Gesellschaft für die Potentiale von inklusiver Bildung zu sensibilisieren.

Was bedeutet Inklusion in der Schule?

Schüler in einer Klasse.

Die Schule ist zweifelsohne der wichtigste Bildungsort. Kinder und Jugendliche verbringen viele Jahre hier und die Umsetzung von Inklusion ist ein großes Thema. In der Schule bedeutet Inklusion: Kinder mit und ohne Förderbedarf lernen gemeinsam (siehe Infokasten). Im Klartext heißt das: gemeinsamer Unterricht für Kinder mit und ohne Behinderung.

Inklusion bringt große Veränderungen, wenn sie konsequent umgesetzt wird. Kinder mit Behinderung werden dann nicht länger an Förderschulen unterrichtet, sondern kommen an die regulären Schulen. Dort gestaltet nicht mehr einzelne Lehrerinnen oder Lehrer allein den Unterricht, sondern sie arbeiten mit einer Kollegin oder einem Kollegen aus der Sonderpädagogik zusammen.

Je nach Bedarf haben einzelne Kinder außerdem Assistenten an ihrer Seite. Und im Unterricht werden die persönlichen Voraussetzungen der Kinder berücksichtigt: durch individuelles Lerntempo, spezielle Arbeitsblätter, Gruppenarbeit. Kinder mit Sehbehinderung können sich über ihren Computer mit der elektronischen Tafel verbinden, für Kinder mit Hörbehinderung wird auf gute Raumakustik geachtet.

Sieben Gründe für Förderbedarf

Warum es bei Kindern einen Förderbedarf gibt, kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Dazu gehört zum Beispiel:

  • Das Kind hat eine Seh- oder Hörbeeinträchtigung.
  • Das Kind hat Schwierigkeiten beim Lernen.
  • Das Kind hat Schwierigkeiten beim Sprechen.
  • Das Kind hat eine körperliche oder motorische Beeinträchtigung.
  • Das Kind hat eine chronische Krankheit.
  • Das Kind ist in seiner emotionalen Entwicklung und im Sozialverhalten auffällig.
  • Das Kind zeigt autistisches Verhalten.

Fürs Leben lernen

Die Umsetzung von inklusiver Bildung hat in Schulen Priorität. Die Herausforderung ist groß, denn Schule muss für alle gestaltet werden. Da Inklusion aber eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft ist, sollte Schule kein abgeschlossener Mikrokosmos sein. Viele grundlegende Fähigkeiten erwerben Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene nämlich auch woanders. Selbstständigkeit, Teamarbeit, Beziehungsfähigkeit aber auch Konfliktlösungskompetenz erlernen sie auch außerhalb der Schule. Vereine oder Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe spielen dabei eine große Rolle. Wenn sie mit Schulen kooperieren, kann Inklusion langfristig in allen Lebensbereichen umgesetzt werden.

Alle profitieren von inklusiver Bildung

Inklusive Lernerfahrungen haben viele Vorteile. Sie prägen in allen Lebensphasen das Sozialverhalten von Menschen. Gemeinsames Lernen fördert Empathie und vermittelt Fähigkeiten, die es braucht, um zivilgesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Gemeinsames Lernen hilft auch dabei, dass Barrieren im Umgang miteinander gar nicht erst entstehen. In einer vielfältigen Gesellschaft hilft inklusive Bildung deshalb dabei, dass das Miteinander besser funktioniert. Außerdem verbessert sie die Teilhabemöglichkeiten des Einzelnen.