Fragen und Antworten

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Ich bin Lehrer an einer Regelschule. Wie soll das gehen, wenn zukünftig auch Schüler mit schwerer Mehrfachbehinderung in meine Klasse kommen – ich fühle mich schon bei dem Gedanken überfordert. Wer kann mir helfen bzw. wo gibt es praxisbezogene Tipps?

Antwort von Claudia Omonsky:

Ein spontanes Überforderungsgefühl ist absolut nachvollziehbar. Denn zuerst stellt sich ja die Frage an die eigene Person:

  • Habe ich schon Erlebnisse und Begegnungen mit Menschen mit einer schweren Mehrfachbehinderung, auf die ich positiv zurückblicke?
  • Wie geht es mir ganz privat damit?
  • Welche Einstellungen, Ängste oder Vorstellungen habe ich überhaupt in Bezug auf Menschen mit Behinderungen?

Und dann kommen weitere Fragen an die Rolle und Aufgabe des Lehrers:

  • Wie kann ich einen Schüler mit besonderen Bedürfnissen schulisch gut begleiten, zielorientiert und effektiv unterrichten?
  • Welche Hilfen und Tipps gibt es da, worauf ist zu achten?

Schüler mit einer schweren Mehrfachbehinderung sind in besonderer Weise darauf angewiesen, dass ihre Grundbedürfnisse abgesichert und Hindernisse aus dem (Lern-)Weg geräumt werden, die sie nicht selbst bewältigen können. Unabhängig vom gewählten Lernort benötigen sie Unterstützung in der Verrichtung des täglichen Lebens und der Pflege.

Darüber hinaus partizipieren sie an Kultur und Bildung, so dass eine Lehrkraft aufgefordert ist, hier passende und hilfreiche Lern-und Förderangebote zu machen. Man braucht neben der entsprechenden inneren Haltung auch das nötige didaktisch-methodische Handwerkszeug, das z.B. die Sonderpädagogik bieten kann.

Sonderpädagogische Förderzentren, Schulberatungsstellen oder Mobile Sonderpädagogische Dienste bieten je nach Bundesland unterschiedliche Anlaufstellen, bei denen Praktiker zusammen mit Ihnen einen guten Start erarbeiten.

Eine Übersicht mit Hilfen und Tipps für den Anfang habe ich auch in dieser Praxishandreichung zusammengestellt:

Für unterrichtlich sinnvolle Lernaktivitäten, die eher in einer Differenzierungssituation oder Einzelförderung angeboten werden können, habe ich hier Anregungen zusammengestellt:

Aus beruflicher Sicht kann es interessant und spannend sein, sich in neue, sonderpädagogische Felder einzuarbeiten und dabei quasi fortzubilden. Dies braucht Zeit und Freiräume, die man sich selbst auch zugestehen darf. Aus menschlicher Sicht geht es um eine zwanglose Begegnung auf Augenhöhe – den neuen Schüler kennenlernen, neugierig und offen zu sein für die Eigenheiten dieser Persönlichkeit steht dabei aus meiner Sicht immer an erster Stelle.