Zwei junge Männer mit Behinderung arbeiten an einer Werkbank.

Inklusion am Arbeitsplatz umsetzen

Was bedeutet eigentlich Inklusion am Arbeitsplatz? Und wie sieht die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung aus? Finden Sie hier Fakten, Tipps und Materialien rund um die inklusive Arbeitswelt.

Inklusion am Arbeitsplatz

Ein Mann im Rollstuhl sitzt an einem Schreibtisch.

Arbeit ist wichtig für ein zufriedenes Leben. Wer arbeiten geht, hat eine Aufgabe und verdient sein eigenes Geld. Damit ist er unabhängig und kann sein Leben nach den eigenen Wünschen gestalten. Wenn Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einen Job finden, nützt das allen. Davon ist die Aktion Mensch überzeugt. Menschen mit Behinderung finden aber oft trotz guter Ausbildung keine Arbeit. Arbeitgeber sehen häufig erst Probleme, weniger die Chancen. Dagegen berichten Arbeitgeber, die Menschen mit Behinderung eingestellt haben, über deren Stärken und den Erfolg der Zusammenarbeit. Sie bekommen durch diese Mitarbeiter neues Wissen und neue Ideen.

Die Aktion Mensch setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderung im Job zeigen können, welche Fähigkeiten sie haben. Ziel ist ein Arbeitsmarkt, auf dem Menschen mit und ohne Behinderung gleichberechtigt arbeiten. Jeder soll die Möglichkeit auf einen Job bekommen.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt

Die Aktion Mensch untersucht jedes Jahr, ob Menschen mit Behinderung besser oder schlechter einen Job finden als im Jahr zuvor. Das Ergebnis fasst die Aktion Mensch im sogenannten „Inklusionsbarometer Arbeit“ zusammen. Denn Menschen mit Behinderung finden noch immer schwerer einen Job als Menschen ohne Behinderung. Im Inklusionsbarometer kann man zum Beispiel lesen,

  • was sich im Vergleich zum vergangenen Jahr verbessert oder verschlechtert hat,
  • wie viele Arbeitgeber einen oder mehr Menschen mit Behinderung eingestellt haben,
  • wie lange Menschen mit Behinderung nach Arbeit suchen,
  • wie barrierefrei Arbeitsplätze sind,
  • wie Arbeitgeber die Leistung von Menschen mit Behinderung bewerten.

Das Inklusionsbarometer 2019

Logo Handelsblatt Research Institute

Seit 2013 erstellt das Handelsblatt Research Institute in Kooperation mit der Aktion Mensch jährlich das Inklusionslagebarometer. Basierend auf den jüngsten statistischen Daten der Bundesagentur für Arbeit und der Integrationsämter werden zehn Teilindikatoren ausgewertet. Diese geben Auskunft über den aktuellen Grad der Inklusion von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt. Ziel ist es, Ansatzpunkte zu identifizieren, mit deren Hilfe Inklusion vorangetrieben werden kann. Für die Studie wurden 503 Unternehmen und 803 Arbeitnehmer mit Behinderung befragt. Der Wert des Inklusionslagebarometers ist auf 107,7 gestiegen – nach 107,2 im Vorjahr. Dies ist erfreulicherweise abermals ein neuer Rekordwert. Noch nie lag das Lagebarometer so hoch wie in diesem Jahr. Doch trotz der positiven Tendenz bleibt die Kluft zwischen erwerbslosen Menschen mit und ohne Behinderung groß. Die Studie zeigt: Menschen mit Behinderungen sind im Schnitt deutlich länger arbeitslos als Arbeitssuchende ohne Behinderung.

Mehr über das Inklusionsbarometer 2019 erfahren

Es lohnt sich, Menschen mit Behinderung einzustellen

Menschen mit Behinderung einzustellen, rechnet sich für Betriebe – wirtschaftlich und strategisch. Sie steigern ihre Erfolgschancen, indem sie gute, qualifizierte Mitarbeiter fürs Unternehmen gewinnen. Wer zu seiner gesellschaftlichen Verantwortung steht, tut etwas fürs Image der Firma. Arbeitgeber, die Menschen mit Behinderung einstellen, gewinnen engagierte und loyale Mitarbeiter, die sich langfristig ans Unternehmen binden. Unternehmen, die auf Vielfalt (Diversity) setzen, heben sich positiv von Konkurrenten ab. Inklusion am Arbeitsplatz erweitert den Horizont von Chefs und Kollegen. Vielfalt sorgt auch für neue Ideen und Innovationen. Firmen, in denen Menschen mit und ohne Behinderung zusammenarbeiten, sind Profis in Sachen Teamarbeit. Von Barrierefreiheit in Unternehmen profitieren alle – auch Kunden und Kooperationspartner. Außerdem können finanzielle Fördermöglichkeiten und umfassende Beratungsangebote Unternehmen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bringen.

Übrigens: Arbeitgeber, die mehr als 20 Menschen beschäftigen, sind nicht zuletzt auch gesetzlich verpflichtet, Schwerbehinderten Arbeitsplätze zu bieten. Insgesamt sollten fünf Prozent der Mitarbeiter Menschen mit Schwerbehinderung sein. Geregelt ist das im neunten Sozialgesetzbuch unter Paragraph 154, Absatz 1.

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Weiterführende Quellen

Die gesetzliche Beschäftigungspflicht
www.integrationsaemter.de

Berechnung der Ausgleichsabgabe
www.rehadat-elan.de