Von guten Ideen inspirieren lassen

Für inklusive Förderprojekte in den Bereichen Kunst, Kultur und Sport gibt es viele gute Vorbilder

Eine Frau erklärt Menschen mit Sehbehinderung ein Bild.

Die Aktion Mensch unterstützt Projekte zur Kunstvermittlung für Menschen mit Behinderung.

„Sie haben wirklich Talent!“ Über dieses Kompliment von Kunstsachverständigen können sich immer wieder begabte Menschen mit Behinderung freuen, die im KreativWerk Höfingen des Atrio Leonberg e.V. ihre künstlerischen Fähigkeiten entdecken und mithilfe von Kunstassistentinnen professionalisieren lernen. Doch wie findet ihre Kunst heraus aus der Nische und hinein in den allgemeinen Kunstmarkt? Das erkundet seit 2015 ein dreijähriges Projekt des KreativWerks. Es zeigt Wege auf, wie die Inklusion von künstlerisch begabten Menschen mit Behinderung in den Kunstbetrieb gelingen kann. Das Projekt stößt dafür unter anderem Kooperationen mit Künstler-Verbänden und Kunsthochschulen an und initiiert inklusive Ausstellungen und Workshops mit namhaften Kunstschaffenden. Die Aktion Mensch unterstützt den Verein Atrio Leonberg dabei mit 147.322 Euro.

„Kunstbegabte Menschen mit Behinderung verdienen eine größere Beachtung und Anerkennung ihrer Arbeit in der Kunstszene“, sagt Uwe Blumenreich, Leiter Projekt- und Inklusionsförderung der Aktion Mensch. „Wir möchten mit unserer Förderung dazu beitragen, dass sie ihre Werke auf Augenhöhe mit anderen Künstlerinnen und Künstlern präsentieren können. Inklusion bedeutet, die Arbeiten nach ihrem künstlerischen Wert zu beurteilen – und nicht danach, ob sie jemand mit oder ohne Behinderung gemacht hat. Das Projekt von Atrio Leonbarg schafft es vorbildlich, in diesem Sinne für Austausch und gleichberechtigte Teilhabe zu sorgen.“

Dabei muss nicht jedes neue Projekt auch gleichzeitig innovativ sein, so Blumenreich weiter. Gerade in den Bereichen Kunst, Kultur und Sport gebe es viele gut funktionierende Förderprojekte, die von der Idee her übertragbar sind. Sie könnten Schule machen und weitere Organisationen und kleine Initiativen zu eigenen Aktionen inspirieren. „Hier wünschen wir uns noch mehr Nachahmer von guten Ideen“, betont Uwe Blumenreich. „Projekte, die an einem Ort gut laufen, können an die Bedürfnisse eines anderen Ortes angepasst und nachgemacht werden. Trotzdem ist und bleibt jedes dieser Projekte auf seine Art einzigartig.“

Projekte aus Kunst, Kultur und Sport können je nach Größe, Dauer und Umfang sowohl aus der Projektförderung als auch aus der Förderaktion „Noch viel mehr vor“ Zuschüsse erhalten. Die Aktion Mensch fördert auch Einzelprojekte innerhalb langfristiger Kooperationen. Ein Beispiel dafür ist die inklusive Theaterarbeit des Theaterlabors INC Darmstadt in Kooperation mit der Lebenshilfe Dieburg. Noch bis März 2018 finden Aufführungen ihres aktuellen Stückes „HAndicapped HAmlet“ statt, das ein Ensemble aus acht Menschen mit und ohne geistige Behinderung auf die Bühne bringt. Die Aktion Mensch hat das Projekt mit 45.637 Euro mitfinanziert. Die Aufführungen werden von Profis und Laien gemeinsam erarbeitet, der Fokus liegt dabei auf dem kreativen und künstlerischen Tun. „Dieses Beispiel zeigt: Man denkt und handelt zwar in Projekten. Langfristig aber geht es um die Zusammenarbeit“, erklärt Uwe Blumenreich. „Eine solche Kooperation können wir bei jedem neuen Projekt finanziell begleiten.“

Wie bei Kunst und Kultur baut auch der Sport mehr und mehr auf das selbstverständliche Miteinander zwischen Menschen mit und ohne Behinderung. Der Bonner SC (BSC) geht hier mit gutem Beispiel voran. „Gemeinsam löwenstark“ heißt ein dreijähriges Projekt des Vereins, bei dem auch die Lebenshilfe Bonn und das Heilpädagogische Heim Ledenhof in Bonn-Villich mit am Start sind. Mit rund 135.240 Euro unterstützt die Aktion Mensch das inklusive Projekt, das Menschen mit Behinderung über den Fußball für das Thema Marketing begeistern will. „Der Verein hat 13 Fußballmannschaften. Bei dem Projekt geht es darum, Menschen mit Behinderung aktiv in die Vereinsabläufe einzubinden“, sagt Uwe Blumenreich. Bisher erlebte der BSC Menschen mit Behinderung schon als besonders treue Fans bei den Spielen. Als Vorreiter im Amateur-Fußball sollen sie nun das Fußball-Marketing des Vereins unterstützen. In wöchentlichen Workshops lernen sie, wie man Werbemittel erstellt, Fotoshootings organisiert oder Banner gestaltet. „Wir wollen zeigen, dass sie vollwertige Mitglieder der Arbeitskreise sein und einen fruchtbaren Beitrag leisten können“, so der BSC. Auch ein Marketing-Lernkonzept für Menschen mit Behinderung soll dabei entstehen. Das dürfte nicht nur für einen Bonner Verein von Interesse sein…

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