Sport für alle

Inklusionstreiber Nr. 1: Wie die Aktion Mensch Sportprojekte unterstützt

Die Sport-Förderung der Aktion Mensch ist breit gefächert. Zu den geförderten Projekten gehört auch das inklusive Sportabzeichen.

Gibt es ein „Sommermärchen“ in Berlin-Kreuzberg? Darauf hofft auf jeden Fall das Team der deutschen Blindenfußballer, die ab Mitte August auf dem Kunstrasen der Arena am Anhalter Bahnhof um die Europameisterschaft spielen. Zehn internationale Mannschaften kämpfen zwei Wochen lang darum, dem Titelverteidiger Türkei den Pokal abzujagen. Die Aktion Mensch hat die EM mit 223.684 Euro gefördert. Und wer auch immer das Turnier unter dem Jubel der kunterbunten Fangemeinde gewinnen wird: Berlin kann sich auf ein spektakuläres, inklusives Fußballfest freuen, das Sportfreunde mit und ohne Behinderung gemeinsam feiern werden.

Breitensport macht Teilhabe besonders leicht und ist für die Aktion Mensch deshalb ein wichtiges Förderfeld, meint Admira Fazlic aus dem Team der Projekt- und Inklusionsförderung der Aktion Mensch: „Sport ist die beste Methode, um ganz unkompliziert miteinander in Kontakt zu kommen und die einfachste Art, anderen Menschen zu begegnen“. Umso wichtiger sei es, dass Sportvereine ihre Angebote auch für Menschen mit Behinderung öffnen, ihre Übungsleiter für die Anforderungen der Inklusion ausbilden und in ihren Sportstätten für Barrierefreiheit sorgen. Immer mehr von ihnen gehen diesen Weg bereits.

Zur Unterstützung hält die Aktion Mensch zahlreiche Fördermöglichkeiten bereit: In der Projektförderung können Antragssteller bis zu 250.000 Euro für umfassende sportliche Projektideen erhalten, zum Beispiel für einen großen Rollstuhlmarathon. Zusätzliche 50.000 Euro gibt es für Maßnahmen zur Barrierefreiheit wie rollstuhlgerechte mobile Toiletten oder Gebärdensprachendolmetscher für die Moderation. Kleinere lokale Projekte, wie ein barrierefreies Streetballturnier, können 5.000 Euro Förderung im Rahmen unserer Förderaktion Barrierefreiheit erhalten – und zwar ohne Eigenmittel. Bauliche Veränderungen von Arenen oder Hallen, die gemeinsamen Sport von Menschen mit und ohne Behinderung ermöglichen, können aus der Investitionsförderung bis zu 300.000 Euro Zuschuss erhalten.

„Wir wünschen uns, dass auch die ganz kleinen Vereine in ländlichen Regionen inklusive Ideen entwickeln und sich an uns wenden, um dafür Fördermittel zu erhalten“, sagt Admira Fazlic. „Wir möchten viele schöne Sportinitiativen fördern, die jeder in der Gesellschaft nutzen kann. Das muss kein Spitzensport sein. Vor allem geht es uns um Sportangebote, die Menschen mit und ohne Behinderung Spaß machen und ihnen ein Gefühl geben, dazuzugehören.“

Förderfähig sind Personal-, Honorar- und Sachkosten. Die bezuschusste die Aktion Mensch beispielsweise auch bei dem Projekt zur inklusiven Öffnung des Düsseldorfer Vereins STG Sailing Team Germany. Rund 228.300 Euro gab's dafür von der Soziallotterie. Das STG baute davon bundesweit vier inklusive Segelstützpunkte auf und bildete spezialisierte Trainer und Fachübungsleiter dafür aus, Menschen mit Behinderung den Segelsport nahe zu bringen. „Der Segelsport bietet ein besonderes Freiheitsgefühl“, erzählt Admira Fazlic. „Menschen mit Behinderung können das Boot alleine steuern. Und wenn sie an Wettkämpfen teilnehmen, starten sie auf Augenhöhe mit allen anderen Seglern in einem gemeinsamen Teilnehmerfeld.“

Sportveranstaltungen bieten darüber hinaus eine gute Plattform, um der breiten Öffentlichkeit zu zeigen, dass Inklusion funktioniert. So wie der „World Karate Day“ des Deutschen Karate Verbandes, zu dem sich Menschen mit und ohne Behinderung im Juni in München trafen. Die Aktion Mensch unterstützte den Tag, der zur publikumswirksamen Werbung für Para-Karate- und Karatesport geriet, mit 43.404 Euro. „Wir haben die Honorarkosten für einen Moderator und einen Arzt gefördert sowie Fahrtkosten, Unterkunft und Verpflegung von allen beteiligten Aktiven. Außerdem die Öffentlichkeitsarbeit für den Tag und die Miete der Halle“, zählt Admira Fazlic auf.

Sie freut sich darüber, dass die Qualität der Anträge im Bereich Sport seit Jahren immer besser wird. „Man merkt, dass die Vereine nicht mehr in einem ganz kleinen Kreis etwas für die Inklusion tun, sondern dass sie immer mehr Personen aus dem Sozialraum als Partner dafür gewinnen. Oft setzen auch verschiedene Vereine gemeinsam etwas um.“ Aber ob nun alleine oder in Kooperationen: Der Aktion Mensch sind alle Projektideen, mit denen sich die Vereine der Inklusion ernsthaft öffnen, weiter sehr willkommen.

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