Gutes bleibt

Auch im kommenden Jahr bietet die Aktion Mensch den Projektpartnern mit den Förderaktionen „Noch viel mehr vor“ und „Barrierefreiheit" sowie dem Förderprogramm Inklusion wieder optimale Möglichkeiten, innovative Projekte durchzuführen. Sie verlängert 2018 die drei erfolgreichen Angebote, die ursprünglich zum Jahresende auslaufen sollten. Wir zeigen beispielhafte inklusive Ideen, die Initiativen, Vereine und Verbände durch einen Zuschuss aus diesen Programmen bereits verwirklichen konnten.

Sportangebote wie dieses können durch die Förderung der Aktion Mensch weiterhin verwirklicht werden.

Förderprogramm Inklusion

Erfurt, Stadtteil Brühl: Hier bildet ein Projekt der Lebenshilfe Erfurt seit Sommer 2017 die Plattform für nachhaltige Inklusion am städtischen Arbeitsmarkt. Die Initiatoren wollen ansässige Firmen und Unternehmen für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung sensibilisieren und qualifizieren. Sie knüpfen am engmaschigen Netzwerk der Erfurter Wirtschaft mit und beraten potenzielle Arbeitgeber dabei, barrierefreie und behindertengerechte Arbeitsplätze zu gestalten. Die Aktion Mensch unterstützt das Projekt mit 250.000 Euro aus dem Förderprogramm Inklusion.

„Wir möchten mit diesem Programm auch 2018 mit zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung am ersten Arbeitsmarkt beitragen“, erklärt Uwe Blumenreich, Leiter der Projekt- und Inklusionsförderung. „Das heißt, wir unterstützen insbesondere Projekte, die im Sozialraum berufliche Netzwerke aufbauen, Arbeitgeber sensibilisieren und sie über die Stärken von Menschen mit Behinderung informieren."

Neben Projekten zur beruflichen Teilhabe wünscht sich die Aktion Mensch auch vermehrt Projektanträge, die nicht nur für Menschen mit Behinderung etwas bewirken – sondern durch sie. „Partizipation und aktives Dazutun von Menschen mit Behinderung in den Projekten sind leider immer noch viel zu selten“, sagt Uwe Blumenreich. Beispielhaft gelungen ist dieser Ansatz bei einem neuen Projekt der Lebenshilfe in Frankfurt/Main, das 240.516 Euro aus dem Förderprogramm Inklusion erhält. Es ebnet künstlerisch begabten Menschen mit geistiger Behinderung über ein inklusives Assistenzmodell den Zugang, als Botschafter oder Lehrkräfte an der Hochschule Kunststudierende auszubilden. Federführend dabei ist das Atelier Goldstein, eine inklusive Künstlerkolonie im Stadtteil Sachsenhausen.

Auch das neue Projekt „Wir machen mit!“ von Diakonie und Von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel hat den Mitmach-Gedanken verinnerlicht: Hier arbeiten die Initiatoren an einem inklusiven Netzwerk für Teilhabe- und Partizipationsstrukturen im Düsseldorfer Stadtteil Wersten. „Dabei werden Menschen mit Behinderung selbst in die Lage versetzt, etwas zu tun. Sie finden Bedingungen vor, die ihnen dieses aktive Handeln ermöglichen“, so Blumenreich. Aus dem Förderprogramm Inklusion fließen 216.353 Euro in das Projekt.

Die Förderaktionen „Noch viel mehr vor" und „Barrierefreiheit"

In die Verlängerung gehen 2018 auch die beliebten Förderaktionen „Barrierefreiheit" und „Noch viel mehr vor". Mit ihnen können Initiativen, Verbände und Vereine bis zu 5.000 Euro für Projekte erhalten, die Inklusion und Barrierefreiheit in der Gesellschaft voranbringen. Eigenmittel sind für beide Förderangebote nicht notwendig – für viele Projektpartner ist genau dieser Punkt entscheidend und ausschlaggebend dafür, eine Antrag zu stellen. „Mit beiden Förderaktionen ist erstmalig eine Bezuschussung auch für Träger möglich geworden, die nicht in der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe organisiert sind“, erklärt Melanie Severin aus der Mikroförderung. 

Gern genutzt wird die Förderaktion „Noch viel mehr vor" von Sportvereinen. Ein Beispiel dafür ist der SC Bayer 05 Uerdingen. Mit dem Projekt „Fußball für jeden! - Inklusion durch Bewegung“ öffnet er sich seit diesem Jahr für Kinder und Jugendliche mit Behinderung. Zunächst bietet der Verein einen geschützten Raum für die zehn- bis 16-Jährigen, in dem sie ungestört das Fußballspielen ausprobieren können. „Danach bilden sie ihre jugendlichen Trainer so aus, dass sie für Kinder mit Behinderung sensibilisiert werden und ehrenamtlich die neu entstehende Inklusionsmannschaft leiten können“, berichtet Severin. Der Sportverein erhielt für dieses Angebot 4.920 Euro aus dem Topf der Förderaktion.

Für pfiffige Initiativen in der Medienpädagogik bietet die Förderaktion ebenfalls eine gute finanzielle Grundlage: 5.000 Euro erhielt der Familienunterstützende Dienst des Lebenshilfe Centers Olpe für das Angebot einer inklusiven Aus-Zeit unter dem Motto „Reales (Er)Leben! Kontrast-Programm zu Handy, Konsole, Computer & Co“. Eine Woche lang standen für die 14- bis 21-jährigen Teilnehmenden mit und ohne Behinderung vielfältige Unternehmungen „in echt und Echtzeit“ auf dem Programm. Zusätzlich stärkte ein begleitender Workshop ihre Medien-Kompetenz, der dabei half, sich im digitalen Dickicht zurecht zu finden.

Mit bis zu 5.000 Euro unterstützt die Aktion Mensch auch Projektpartner, die vor Ort für mehr Barrierefreiheit sorgen möchten. Die Förderaktion Barrierefreiheit" eignet sich damit für kleine, bauliche Vorhaben – oder für die Zugänglichkeit von Angeboten für Menschen mit Behinderung. Das kann die sprichwörtliche Rampe sein, das Texte erstellen in Einfacher Sprache oder rollstuhlgerechte, mobile Toiletten für ein Festival. Das können aber auch Videoaufnahmen in Gebärdensprache sein, wie sie die Freiwilligen-Agentur Halle Saalkreis e.V. auf ihrem Ehrenamtstag im vergangenen September einsetzte. Insgesamt 4.960 Euro hat der Verein für das Barrierefreimachen der gesamten Veranstaltung erhalten, auf der bis zu 1.000 Freiwillige in 60 Mitmachaktionen bei Vereinen, Schulen, Kitas, Horten und anderen öffentlichen Einrichtungen aktiv mitwirkten. „Wir unterstützen gerne soziale Organisationen, die vielfältige barrierefreie Möglichkeiten schaffen", meint Erol Celik, Leiter der Mikroförderung. „Das fängt bei automatisch öffnenden Türen an und hört bei Treppenliften und Leitsystemen nicht auf. Denn auch Apps und andere digitale Techniken, die mehr Teilhabe für Menschen mit Behinderung ermöglichen, werden von der Aktion Mensch gefördert."

Aktuell hat die Freiwilligenagentur der Gemeinnützigen Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit mbH Wilhelmshaven (GPS) 5.000 Euro Fördergeld erhalten, damit sie ihre Webseite barrierefrei gestaltet. Die GPS initiiert in Wilhelmshaven ehrenamtliche Projekte und unterstützt interessierte Bürgerinnen und Bürger dabei, ein für sie passendes Engagement zu finden - zum Beispiel in der Nachbarschaftshilfe. Damit Mitarbeiter und Menschen mit Behinderung die Angebote der Agentur wahrnehmen, verstehen und darauf reagieren können, wurde die Webseite nun für alle zugänglich gemacht.

„Unsere Lebensräume verlagern sich zunehmend in die digitale Welt", sagt Erol Celik, Leiter der Mikroförderung. „Für Menschen mit Behinderung eröffnen sich hier wichtige Chancen für Teilhabe". Celik wünscht sich deshalb mehr Anträge, die diese Türen öffnen. „Die Anträge sind leicht zu stellen und auch von jenen gut zu bewältigen, die vorher noch nie einen Förderantrag bei der Aktion Mensch gestellt haben."

Worauf also noch warten? Die Gelegenheit ist da: Weder bei den beiden Förderaktionen noch beim Förderprogramm Inklusion ändern sich die Förderbedingungen. Projektpartner haben lediglich noch länger die Chance, diese Angebote der Aktion Mensch zu nutzen, um ihre Ideen für Inklusion in die Praxis umzusetzen.

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