Mehr Geld, weniger Bürokratie

Neues Jahr, neue Förderbedingungen: Die Aktion Mensch ändert und vereinfacht 2018 einige Regeln für die Bezuschussung von Bildungsangeboten und von Ferienreisen. Das kommt vor allem kleinen, lokalen Initiativen zugute, weil es das Antragstellen zugleich attraktiver und einfacher macht. Und das Beste: Es gibt in beiden Förderbereichen künftig mehr Geld.

Urlaub und Erholung bieten die Ferienreisen. Für bewilligte Projekte gibt es ab 2018 mehr Geld.

Gute Nachrichten zum neuen Jahr für die Anbieter von Bildungsangeboten: Auf insgesamt 60 Euro pro Teilnehmenden und Tag steigt ab Januar die Pauschale für eine geförderte Maßnahme, wenn die Teilnehmenden im Rahmen des Angebots vor Ort übernachten. Für Teilnehmende, die keine Übernachtung in Anspruch nehmen, erhält der Projekt-Partner pro Person und Tag jetzt 30 Euro statt wie bisher 40 Euro. „In den allermeisten Fällen brauchen die Teilnehmenden von Bildungsveranstaltungen allerdings ohnehin eine Übernachtungsmöglichkeit“, berichtet Sachbearbeiterin Helen Eickmeier-Hüllen. „Deshalb zahlen wir jetzt zusätzlich eine Pauschale von 30 Euro pro Person und Übernachtung. Insgesamt stehen also neuerdings 60 Euro zur Verfügung.“

Insgesamt 250.000 Euro pro Jahr können Antragsteller für verschiedene Bildungsprojekte beantragen. Ein Angebot, das gut ankommt: Allein im Jahr 2016 hat die Aktion Mensch 470 Anträge mit einem Fördervolumen von 2,4 Millionen bewilligt, 2017 lagen die Zahlen ähnlich hoch. Das Spektrum der bezuschussten Projekte ist groß: Ein Qualifizierungsseminar für ehrenamtliche Beratende in den Landesvereinen des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands in Zell am Main (Bewilligter Zuschuss: 10.190 Euro) gehörte ebenso dazu wie ein einwöchiges Seminar für Familien mit Kindern, die lebensverkürzend erkrankt oder bereits gestorben sind. Der Deutsche Kinderhospizverein e.V. hatte es in Hohenroda veranstaltet und erhielt dafür von der Aktion Mensch 14.583 Euro Förderung.

Ab 2018 will die Aktion Mensch auch die Förderung für lokale Bildungsmaßnahmen von Selbsthilfegruppen und Initiativen attraktiver machen. Deshalb gibt es eine weitere Verbesserung: „Bislang mussten die Veranstaltungen überregional ausgeschrieben sein – landesweit oder bundesweit“, erklärt Helen Eickmeier-Hüllen. „Vom 1. Januar an kann man auch Zuschüsse für eine Bildungsveranstaltung bekommen, die nur lokal ausgeschrieben ist. Wir möchten damit gerne auch kleinere Anbieter ins Boot holen und hier mehr Inklusion vor Ort ermöglichen.“ Das gleiche Ziel hat auch eine weitere Verbesserung bei der Förderung von eintägigen Veranstaltungen: Die bisherige Mindestteilnehmerzahl von 50 Personen fällt weg. „Jetzt ist die Bezuschussung nur daran gebunden, dass die Veranstaltung mindestens vier Stunden dauert – genau wie bei den mehrtägigen Angeboten“, erläutert Eickmeier-Hüllen.

Für die Förderung von Ferienreisen bringt 2018 ebenfalls einige Neuerungen, und auch hier können sich Antragsteller auf mehr Geld freuen. „Wir zahlen für die Aufwendungen zur angemessenen Unterstützung von Menschen mit Behinderung eine Pauschale von 35 Euro pro Reisetag und Betreuer“, erklärt Melanie Severin aus der Mikroförderung. „Ab Januar gelten dabei für uns An- und Abreisetag als volle und nicht wie bisher als halbe Reisetage. Antragsteller können dafür also ab 2018 insgesamt zwei volle Tage abrechnen.“

Auch verwaltungstechnisch wird es für Projekt-Partner im neuen Jahr leichter: „Die so genannte Echtkosten-Betrachtung fällt weg. Es gibt künftig eine reine Pauschalförderung“, sagt Melanie Severin. „Bisher haben wir uns vorbehalten, die Ausgaben detailliert zu prüfen, und es waren grundsätzlich nur bestimmte Kosten förderfähig, beispielsweise die für die Unterkunft oder Fahrtkosten. Wir möchten das Verfahren für den Antragsteller und für uns jetzt einfacher und schneller machen.“ Deshalb muss der Veranstalter jetzt nur noch anhand der Anwesenheitslisten nachweisen, wie viele Betreuerinnen und Betreuer wie lange im Einsatz waren, um die Pauschale zu erhalten.

Obwohl es für Ferienreisen nicht mehr wie früher eine befristete Beantragungszeit zwischen November und März gibt, rät Melanie Severin, möglichst drei bis vier Monate vor der Abreise den Antrag für eine Bezuschussung bei der Aktion Mensch zu stellen. „Auf jeden Fall muss der Antrag vor Reisebeginn vorliegen“, sagt Melanie Severin.

Übrigens: Die neuen Regelungen gelten für alle neuen Anträge, die ab dem 1. Januar 2018 bei der Aktion Mensch eingehen. Wer den Zuschuss schon 2017 beantragt hat, wird noch nach den alten Bedingungen gefördert, auch wenn der Antrag erst 2018 bewilligt wird.

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