Aktion für Inklusion!

Zum Protesttag 5. Mai ist immer viel los – dazu trägt auch die Förderung der Aktion Mensch bei

Ein junger Mann sitze im Halbdunkel hinter einem Tisch und gestikuliert. Martin Langhorst

Die Aktion Mensch unterstützt Veranstaltungen zum 5. Mai - wie zuletzt eine Lesung der Ohrenkuss-Redaktion. Hier liest Ohrenkuss-Autor Julian Göpel.

Wie sollten Projekte zum Europäischen Protesttag 5. Mai angelegt sein, damit sie Chancen auf eine Förderung der Aktion Mensch haben? Da muss Christian Pröll, Sachbearbeiter in der Mikroförderung der Aktion Mensch nicht lange überlegen: „Sie sollten vor allem öffentlichkeitswirksam sein, am besten an einem zentralen Ort stattfinden und einen inklusiven Ansatz haben“, sagt er. „Es geht darum, mit der jeweiligen Aktion den Protesttag und die Forderung nach Inklusion bekannter zu machen. Dabei spielt keine Rolle, ob das den Projektpartnern durch eine große Demonstration oder eine lokale, kleine Lesung gelingt.“

Ein Beispiel dafür ist die Aktion „Klappe auf – Film ab!“ aus dem vergangenen Jahr. Zentraler und öffentlichkeitswirksamer als dieses Projekt des Bundesverbands Selbsthilfe Körperbehinderter e.V., kann man ein Projekt zum 5. Mai kaum anlegen. Bei einer Protestveranstaltung am Brandenburger Tor befragten die Projektinitiatoren zahlreiche Besucherinnen und Besucher, was die Politik gegen Barrieren tun kann. Die Befragten machten vor laufender Kamera auch Vorschläge, wie sich Städte, Gemeinden und öffentliche Verkehrsmittel inklusiver gestalten lassen könnten. Die entstandenen Videoclips versandte der Verband im Vorfeld der Bundestagswahl als zusammenhängenden Film an die politischen Parteien, die sich zur Wahl stellten. Die Aktion Mensch förderte das Projekt mit 2.225 Euro.

Dass auch mit weniger Aufwand viel erreicht werden kann, zeigt die erfolgreiche Initiative des Magazins Ohrenkuss. Der Ohrenkuss ist eine Zeitschrift aus Bonn, in deren Redaktion Menschen mit Down Syndrom ihre Sicht auf die Welt beschreiben. Zum Aktionstag 2017 machten sie vor 100 Zuschauenden in der Kölner Orangerie eine Lesung von Texten, die von Rausch- und Glücksgefühlen erzählen. Musikalisch wurde der Abend, den die Aktion Mensch mit 5.000 Euro bezuschusste, vom Pianisten Anton Berman begleitet.

„In diesem Jahr lautet das Motto des Protesttages ,Inklusion von Anfang an‘“, sagt Christian Pröll. „Das regt natürlich dazu an, bei den Förderprojekten insbesondere die Inklusion von Kindern und Jugendlichen in den Blick zu nehmen.“

Initiativen zum Protesttag können im Rahmen der Förderaktion „Noch viel mehr vor“ maximal 5.000 Euro Zuschuss erhalten, eine Eigenbeteiligung des Projektpartners ist nicht erforderlich. „Das heißt, so etwas kann komplett über die Aktion Mensch finanziert werden“, erklärt Pröll. „Förderfähig sind Honorar- und Sachkosten, die direkt durch das Projekt entstehen. Laufende Kosten oder anteilige Personalkosten können wir dagegen leider nicht fördern.“

Pröll rät allen Projektpartnern, ihre Anträge möglichst bald zu stellen und unbedingt bereits im Projekttitel zu erwähnen, dass es sich dabei um eine Aktion zum 5. Mai handelt. „Das hat den Vorteil, dass wir uns diese Anträge sofort vorrangig in die Bearbeitung ziehen können“, sagt Pröll. „Umso schneller geht es mit einem Bescheid über die Finanzierung.“

Grundsätzlich kann in der Förderaktion „Noch viel mehr vor“ pro Kalenderjahr nur ein Antrag pro Antragssteller, beziehungsweise Einrichtung des Antragsstellers, gestellt werden. „Da bildet der 5. Mai allerdings eine Ausnahme“, erklärt Christian Pröll. „Neben einer Aktion zum Protesttag ist immer noch ein weiterer Antrag zusätzlich im gleichen Jahr möglich.“

Die Aktion Mensch freut sich auch in diesem Jahr darauf, wieder viele gute Ideen zu unterstützen, die im Aktionszeitraum 28. April bis 13. Mai ein breites Publikum auf den Protesttag aufmerksam machen. 2017 war darunter auch Originelles wie die Aktion „Sprechende Stadtansichten“ des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverbandes Berlin (ABSV). Es handelte sich um inklusive Stadtspaziergänge durch Berlin, bei denen zwölf Teams aus Menschen mit und ohne Sehbehinderung einen Kiez gründlich erkundeten. Es entstanden Fotos, die die Teilnehmenden am Schluss mit einer Audiodeskription versahen. Die Ergebnisse stellten die Projektinitiatoren in einer Ausstellung und auf Faltblättern der Öffentlichkeit vor. Die Aktion Mensch finanzierte das Projekt mit 5.000 Euro.

Übrigens: Gute Ideen, die am 5. Mai auf die Situation von Menschen mit Behinderung hinweisen, erhalten nicht nur Fördergeld. Die Aktion Mensch hält für sie auch umfangreiche, kostenlose Aktionsmittelpakete bereit. Ein Paket enthält allgemeines Material für Infostände wie Plakate, Lose oder Luftballons. Die übrigen drei sind speziell auf das diesjährige Motto #VonAnfangAn zugeschnitten und unterstützen Veranstaltungen, die sich an ein junges Publikum wenden. So bietet ein Aktionsmittelpaket Malvorlagen und Lernmaterialien, die nützlich für eine Lesung des barrierefreien Buches „Bunte Bande“ sind. Das Aktionsmittelpaket „Film ab!“ versorgt Eltern, Lehrerinnen und Lehrer und Sozialarbeiter mit einer DVD des Films „Schule. Schule. Die Zeit nach Berg Fidel“ von Hella Wenders. 50 kleine Tüten Popcorn und Info-Flyer runden das Angebot für die Veranstaltung einer inklusiven Filmvorführung ab. Ein weiteres Aktionsmittelpaket beinhaltet alles, was rund um die Organisation einer Wheelmap-Rallye nötig ist. Es ist für Jugendliche gedacht, die - ausgestattet mit Stift, Block und Maßband - in einer Rallye testen, wie rollstuhlgerecht ihr Viertel ist.

Die Aktionsmittelpakete können unabhängig von einer Förderung bestellt werden. „Unsere Projektpartner können sie zusätzlich zu einem Zuschuss beantragen oder aber auch, wenn sie gar keine finanzielle Förderung benötigen“, erläutert Pröll. Auch hier gilt: Schnell sein! Die Aktionsmittelpakete werden ab Anfang April verschickt und sind sehr beliebt. Solange der Vorrat reicht, kann man die Aktionsmittelpakete bestellen. „Nur wer früh bestellt, kann sich deshalb sicher sein, dass er eines der gewünschten Pakete tatsächlich erhält.“

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