Gesicht zeigen

Liane Neubert, 40, ist Geschäftsführerin der Lebenshilfe Bildung gGmbH. Neben Fortbildungen von hauptamtlichen Mitarbeitern der Behindertenhilfe bietet dieser Bildungsdienstleister auch inklusiv angelegte Kurse für die Weiterbildung von Menschen mit Behinderung an. Zum Beispiel Englischkurse, Tanzkurse oder Seminare zur Schulung von Frauenbeauftragten. Da die Kosten der Kurse nur zu einem sehr geringen Teil über die niedrigen Kursbeiträge beglichen werden können, sind sie auf die Förderung der Aktion Mensch angewiesen. Zusammen mit zwei Mitarbeitern stellt Liane Neubert die entsprechenden Förderanträge. Privat lebt sie mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern im grünen Berliner Bezirk Pankow.

Eine Frau am Schreibtisch.

Liane Neubert ist für die Lebenshilfe Bildung in Berlin tätig.

Nachteule oder Frühaufsteherin?

Frühaufsteherin – Tage, die mit einem Parklauf in der Morgensonne beginnen, versprechen, die besten zu werden.

Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?

„Stille – ein Wegweiser“ von dem norwegischen Abenteurer und Autor Erling Kagge. Ein wunderbares Buch über die Suche nach Stille in einer lauten Zeit.

Ihr letzter wunderbarer Augenblick?

Ein gemütliches Abendessen mit Familie und Freunden, gut zusammen gekocht, geredet und viel gelacht.

Weshalb braucht unsere Gesellschaft inklusive Bildungsangebote?

Miteinander und voneinander lernen, was gibt es Wertvolleres? Mehr noch als inklusive Bildungsangebote brauchen wir meiner Meinung nach jedoch inklusive Strukturen innerhalb der Bildungsreinrichtungen. Strukturen, die einladend sind und jedem den Zugang zu den Angeboten ermöglichen und eine Auswahl bieten, beispielsweise hinsichtlich persönlicher Interessen oder in Bezug auf das Lerntempo.

Wenn die Aktion Mensch ein Obst oder Gemüse wäre, welches und weshalb?

Die Aktion Mensch ist für mich eher wie ein bunter Obstgarten – viele Menschen leisten ihren Beitrag, auch etwa in dem sie Lose kaufen und damit kleine Obstpflänzchen setzen oder Samenkörner säen. Aus diesen wachsen durch Luft, Wärme, Licht und gute Pflege (durch Mitarbeiter/innen der Aktion Mensch) viele verschiedene Obstbäume (Förderprogramme) die viele Früchte tragen. Diese können geerntet werden und kommen dann wiederum Menschen zugute, die Unterstützung benötigen.

Beschreiben Sie Ihr ganz persönliches Schlüsselerlebnis in Sachen Inklusion...

Für ein Projekt stellte ich 2010 eine junge Frau mit Behinderung als Bürokraft ein, die mit Hilfe einer Arbeitsassistenz eine große Bereicherung für unser Team wurde. Sie hat uns oft zu Perspektivwechseln und neuen Ansätzen in unserer leistungsorientierten Arbeitswelt verholfen. Leider arbeitet sie nicht mehr bei uns, aber sie ist eine gute Freundin für mich geworden.

Welche Barrieren ärgern Sie besonders?

Im Moment die finanziellen Barrieren, die sicher oft auch eine Frage der Perspektive und der Haltung sind. Ich wünsche mir, dass der Wert der Erwachsenenbildung und des lebenslangen Lernens auch für Menschen mit Beeinträchtigungen stärker erkannt wird und als Selbstverständlichkeit in Haushalts- und Budgetplanungen Berücksichtigung findet. Die dauerhafte Einrichtung von sehr gut nachgefragten Bildungsangeboten für eine Zielgruppe, die sich Bildung oft selbst nicht leisten kann, sollte nicht länger an mangelnden Finanzierungsmöglichkeiten scheitern.

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