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Ulrike Lorch, 46 Jahre, arbeitet seit 2001 bei der Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V. in Marburg. Sie ist zuständig für Projektfinanzierungen, betreut deren Förderer und gibt Grundlagenseminare zum Thema Förderung. Seit 2007 berät sie vor allem Mitgliedsorganisationen über Fördermöglichkeiten durch die Aktion Mensch. Dazu gehört auch, regionale Informationsveranstaltungen durchzuführen. Ihre Arbeit ist für Ulrike Lorch mehr als ein bloßer Job: „Für die Lebenshilfe zu arbeiten, ist mir sehr wichtig, und mein Aufgabenbereich ist so vielseitig und interessant, dass ich immer etwas dazu lerne.“

Ulrike Lorch berät Mitgliedsorganisationen der Lebenshilfe in Marburg über die Aktion Mensch-Förderung.

Nachteule oder Frühaufsteherin?
Weder noch. Es gibt in meinem Leben immer wechselnde Phasen. Ich mag allerdings den frühen Morgen, den Sonnenaufgang, und ich mag es, wenn der Tag ohne Hektik und in ruhiger Atmosphäre beginnt.

Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?
Unter der Woche lese ich abends immer die Tageszeitung. Wenn ich am Wochenende ein bisschen Ruhe habe, vertiefe ich mich am liebsten in historische Romane. Zurzeit warte ich auf den neuen Roman von Rebecca Gablé, der im April 2017 erscheint.

Ihr letzter wunderbarer Augenblick?
Es gibt einige wunderbare Augenblicke in meinem Leben, an die ich gerne denke und für die ich dankbar bin. Mein wunderbarster Augenblick in den letzten Jahren war definitiv im April 2014, als ich meine heute 21-jährige Tochter nach ihrem siebenmonatigen Australien-Aufenthalt am Flughafen abgeholt habe. Endlich konnte ich sie nach so einer langen Zeit wieder in die Arme nehmen. Das war schon ein sehr emotionaler, unvergessener Augenblick.

Weshalb brauchen wir einen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung?
Den Protesttag gibt es ja schon sehr lange, und in den vergangenen Jahren konnte dadurch schon vieles erreicht werden. Aktuell sollen die Protesttage ja mehr Inklusion bewirken. Deshalb finde ich es gut, dass die Aktion Mensch ein einfaches Förderinstrument entwickelt hat, um regionale und örtliche Aktivitäten unter dem Begriff „Aktionstag zum 5. Mai“ zu fördern. Ich bin immer wieder fasziniert, welche Ideen vor Ort entstehen, die dank der Förderung dann auch umgesetzt werden können.

Wenn die Aktion Mensch ein Obst oder Gemüse wäre, welches und weshalb?
Die Aktion Mensch ist für mich vergleichbar mit dem Kohl. Es gibt ihn in unterschiedlichen Formen, Farben und Geschmacksrichtungen, und das entspricht der Vielfalt der Förderangebote. In ihrem Kern, also in puncto Nährstoffe, sind aber alle Kohlsorten identisch und dies gilt auch für die Förderphilosophie der Aktion Mensch. 

Beschreiben Sie Ihr ganz persönliches Schlüsselerlebnis in Sachen Inklusion…
Wir haben bei der Bundesvereinigung Lebenshilfe ein inklusives Gebärdensprach-Projekt durchgeführt, das von der Aktion Mensch gefördert wurde: Gemeinsam mit gehörlosen Menschen haben wir unterschiedliche Dinge unternommen, etwa Kochen oder eine Stadtführung. Passend zum Thema wurde jeweils eine Kursstunde in Gebärdensprache vorangeschaltet. Obwohl ich mit Menschen mit geistiger Behinderung in meinem Umfeld aufgewachsen bin, hat diese Aktion für mich zu einem Schlüsselerlebnis in Sachen Inklusion im Arbeitsalltag geführt. Heute können wir ehemaligen Kursteilnehmer uns mit unserer gehörlosen Kollegin viel besser unterhalten, wir sind ihr gegenüber viel offener geworden und sie auch uns gegenüber. Das finde ich richtig klasse!

Welche Barrieren ärgern Sie besonders?
Barrieren sind meiner Meinung nach nicht nur ein Thema für Menschen mit Behinderung. Man findet sie im täglichen Miteinander überall. Durch mangelnde Offenheit, Flexibilität und Verständnis füreinander entstehen oft unnötige Barrieren und das ärgert mich.
 

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