Kinder sind die Erwachsenen von morgen. Sie können früh lernen, die Gesellschaft mit zu gestalten. In Partizipations-Projekten erleben Kinder, dass sie etwas bewirken können.

Text: Vivian Lenzen Übersetzung: Stefanie Wulff
Fotos: Lisa Winter

Damien

Damien (5 Jahre) macht mit beim Projekt "Kleine Entdecker" in seiner Kita.

Partizipation bedeutet Mitbestimmung. Laut Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen haben Kinder ein Recht auf Partizipation. Natürlich muss die Form der Partizipation kindgerecht sein. Ein Morgenkreis in einer Kita kann eine solche Form sein. Auch Kinderparlamente und Radio-Projekte können Mitbestimmung fördern.

Mitbestimmung in der Kita

In der inklusiven Kita „Kleine Entdecker“ in Großwechsungen können schon die Kleinsten mitbestimmen. Sie bestimmen mit, was es zu essen gibt. Und sie entscheiden, ob sie drinnen oder draußen spielen wollen. Vom Projekt „Sichere Wege“ profitieren sogar alle Bürger in Großwechsungen. Ein Mädchen der Kita war auf einer morschen Brücke gestürzt. Im Morgenkreis sprachen die Kinder darüber. Sie wollten nicht nur die Brücke reparieren. Sie wollten viele Fußwege für Kinder sicherer machen. Im Projekt „Sichere Wege“ arbeiten die Kinder jetzt daran. Zusammen mit Kindern einer Grundschule entwickelten sie einen Kinder-Stadtplan. Mit ihren Betreuern trugen sie auf dem Plan ein, welche Orte sicherer werden sollten. Der Bürgermeister und verschiedene Ämter machten auch mit beim Projekt. So merkten die Kinder: Sie werden ernst genommen. Und sie können etwas verändern. Das Partizipations-Projekt in der Kita „Kleine Entdecker“ wird von der Aktion Mensch gefördert.

Clara mit Mikrofon und Kopfhörern

Clara (12 Jahre) gehört zur Radio-Gruppe "Ohrlotsen".

Kinderradio

Beim Hamburger Kinderradio „Die Ohrlotsen“ geht es auch um Mitbestimmung. Kinder machen hier regelmäßig eigene Radio-Sendungen. Sie suchen sich aus, worüber sie berichten. Einmal in der Woche treffen sich die Kinder zur Redaktions-Sitzung im Stadtteilzentrum „Motte“. Die Kinder stammen aus dem Ortsteil Osdorfer Born. Hier gibt es viele Hochhaus-Siedlungen.

Der Medien-Pädagoge Florian Jacobsen unterstützt die Kinder. Er sagt: „Kinder wollen über Dinge berichten, die sie begeistern.“ Sie berichten zum Beispiel über ihre Lieblingsbücher. Oder es geht um Musik. Die Kinder haben dazu junge Musiker von der Elbphilharmonie interviewt. Florian Jacobsen sagt: „Wenn Kinder Erwachsenen mit einem Mikrofon Fragen stellen, werden sie zu kleinen Journalisten. Die Erwachsenen spüren das. Sie nehmen die Kinder dann ernst.“ Florian Jacobsen hilft bei der Recherche der Themen. Und er hilft bei der Technik. Er macht ihnen Mut, frecher nachzufragen. Kinder sollen sich mehr zutrauen. So werden sie später kritische Erwachsene.

Amelie schreit

Amelie (10 Jahre) gehört zum Kinderparlament Hilden.

Kinderparlament

In Kinderparlamenten können Kinder Demokratie erlernen. In Hilden gibt es ein solches Kinderparlament. Im Parlament sitzen Schüler aus den Klassen drei bis sieben. Kinder aus jedem Jahrgang dürfen jeweils zwei Vertreter für das Kinderparlament wählen. Zurzeit machen rund 60 Kinder mit. Sie treffen sich regelmäßig in Arbeitskreisen. Hier arbeiten sie an verschiedenen Maßnahmen.
Zweimal im Jahr dürfen sie sich mit der Bürgermeisterin und Vertretern der Stadt austauschen Die Kinder können dann Anträge stellen. Darin geht es zum Beispiel um die Neugestaltung von Spielplätzen. Die Kinder sprechen auch über Flüchtlinge. Das Kinderparlament hat eine  Hilfsaktion für Flüchtlinge gestartet. Auf dem Weihnachtsmarkt verkauften die Kinder selbstgebackene Plätzchen. Sie konnten 1.000 Euro einnehmen. Das Geld gaben die Kinder an das Friedensdorf Oberhausen. Hier werden kranke und verletzte Flüchtlings-Kinder versorgt.

Kinderbeirat

Die Münchner Kinder-Hilfsorganisation Children (ausgesprochen: Tschildren. Das  heißt „Kinder“ auf Englisch) unterstützt ebenfalls  Kinder, die sich für andere Kinder einsetzen. Ein Kinderbeirat kann darüber entscheiden, welche Projekte Geld bekommen sollen. Zuvor sprechen die Kinder miteinander über die Projekte. Sie können bis zu 5.000 Euro pro Sitzung verteilen. Es geht zum Beispiel um Reiten, das Kindern mit Problemen hilft. Oder um Schwimmkurse für Kinder, die Schlimmes erlebt haben. Oder um einen Erlebnistag für Kinder, deren Geschwister gestorben sind. Das Geld für die Projekte stammt aus Spenden. Durch den Kinderbeirat will die Kinder-Hilfsorganisation Children die Mitbestimmung von Kindern fördern. Sie sollen erfahren, dass sie etwas bewirken können. 

Was du tun kannst

Gutes tun und gewinnen

Mit einem Los der Aktion Mensch

Jetzt Los kaufen

So kannst du beitragen

Freiwillig engagieren oder Projekt starten

Über Inklusion informieren

Die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen