Barrierefrei unterwegs sein

Auf dem Land fahren Busse und Bahnen nur selten. Oft gibt es an den Bahnhöfen und Haltestellen auch keine Rampen oder Aufzüge für Rollstuhlfahrer. Auch für blinde Menschen gibt es oft keine Hilfsmittel. Sie brauchen zum Beispiel Fahrplan-Auskünfte über Lautsprecher. Rillen- oder Noppenplatten auf dem Boden können ihnen helfen, den Weg zur Haltestelle zu finden.

Text von Christoph Gipp
Übersetzung Astrid Eichstedt

Schwarz-weiß-Porträt eines etwa 35-jährigen Mannes mit kurzem Haar, gekleidet mit Blazer, Hemd und Krawatte.

Christoph Gipp ist Diplom-Ingenieur. Er gehört zur Geschäftsführung des Instituts für Gesundheits- und Sozialforschung in Berlin. Außerdem leitet er dort den Bereich "Verkehr".

In Zukunft leben immer mehr alte Menschen auf dem Land. Die meisten von ihnen können schlecht gehen und sehen. Oft wollen oder können sie auch nicht mehr Auto fahren. Supermärkte, Banken, Poststellen und Ärzte sind aber meistens weit entfernt. Die Frage ist: Wie kommen die alten Menschen dort hin? Diese Frage hat das Berliner Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) vielen alten Menschen auf dem Land gestellt. Das Ergebnis der Befragung war: Die meisten alten Menschen kommen mit dem Auto an ihr Ziel. Oft fahren sie bei Bekannten oder Verwandten mit. Busse und Bahnen nutzen sie nur selten. Das geht auch gar nicht anders. Denn Busse und Bahnen fahren nicht oft.

Eine andere Frage ist: Wie gut sind Busse und Bahnen für Menschen, die nicht gut gehen oder sehen können? Anders gefragt: Wie barrierefrei sind Busse und Bahnen? Die Gemeinden wissen inzwischen: Für Barriere-Freiheit müssen sie an Vieles denken.

Zum Beispiel:

  • Einstieg ohne Stufen in Bus und Bahn
  • Aufzüge und Rampen an Haltestellen und Bahnhöfen
  • Der Weg von der Haustür zur Haltestelle muss leicht zu gehen sein.

Was die Fahr-Gäste wirklich brauchen

Seit 2013 sagt ein Gesetz, dass die Barrieren bei Bussen und Bahnen verschwinden sollen. Bis 2022 sollen alle Busse und Bahnen völlig barrierefrei sein. Ein Problem ist: Die Bundesländer machen die Pläne dafür. Aber die Pläne ausführen und die Bauarbeiten bezahlen müssen die Städte und Gemeinden. Sie sollen zum Beispiel Rampen, Aufzüge und niedrige Bordsteine bezahlen. Die meisten Städte und Gemeinden haben aber sehr wenig Geld.

Wie kann es klappen, dass die Busse und Bahnen trotzdem bis 2022 barrierefrei sind? Die Vertreter der Städte und Gemeinden müssen überlegen: Was ist besonders wichtig und was ist weniger wichtig? Was müssen wir zuerst machen und was danach? So erreichen sie ihr Ziel nach und nach. Sie müssen mit den Verkehrs-Unternehmen sprechen. Und sie müssen mit den Behinderten-Beauftragten in ihrer Gemeinde sprechen. So erfahren sie, was die Fahr-Gäste wirklich wollen und brauchen.

Barrierefreie Busse und Bahnen sind nicht nur für Fahr-Gäste mit Behinderung gut. Sie sind gut für alle Fahr-Gäste. Besonders für Mütter mit Kinderwagen, für kleine Kinder, für alte Menschen. Wenn wieder mehr Menschen mit Bussen und Bahnen fahren, haben die Gemeinden auch wieder mehr Geld.

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