Alle Kinder sollen nach der Kita gut in der Grundschule mitmachen können: Darum geht es bei einem Projekt der Lebenshilfe Gütersloh. Das Projekt heißt „FRED“. Kinder mit und ohne Behinderung können dabei mitmachen. Viele verschiedene Fachleute arbeiten zusammen, um die Kinder gut zu unterstützen.

Drei lachende und klatschende Mädchen im Vorschulalter

Text und Übersetzung: Stefanie Wulff
Fotos: Julia Sellmann

Es ist ein ganz normaler Vormittag in der Kita Teismannsweg in Gütersloh. 50 Kinder spielen und toben miteinander. Die meisten haben einen Migrationshintergrund. Viele kommen aus armen Elternhäusern. Auch einige Kinder mit Behinderung spielen mit.

Für sechs Jungen und Mädchen ist heute ein besonderer Tag. Ortrud kommt! Sie bringt wie immer die grüne Frosch-Puppe „FRED“ mit. Ortrud Fechtel arbeitet bei der Lebenshilfe Gütersloh. Sie spielt mit den Kindern immer tolle Spiele. Heute heißt das Spiel: „Kennst Du ein Körperteil“? Alle Kinder zeigen auf. Sie machen begeistert mit. Jeder darf einmal einen Magneten an eine Tafel heften. Am Schluss ergeben alle Teile zusammen ein Bild von einem Menschen.

Lernen mit FRED

Ein Mädchen klebt einen Magnet an eine Tafel, auf dem ein buntes Männchen zu sehen ist

Bei dieser Gruppen-Stunde hat Ortrud Fechtel mit Melanie Bittner zusammen gearbeitet. Melanie Bittner ist Erzieherin an der Kita Teismannsweg in Gütersloh. Durch das Spiel in der kleinen Gruppe lernen die Kinder mehrere Dinge: Sie verbessern ihre Wahrnehmung. Sie lernen, besser zu sprechen. Und sie lernen miteinander und voneinander.

Die Gruppen-Stunde in der Kita Teismannsweg gehört zum Projekt „FRED“. Die Lebenshilfe Gütersloh hat im Projekt „FRED“ schon mit 160 Kindern gearbeitet. Die Kinder sind zwischen drei und sieben Jahre alt. Sie gehen in verschiedene Kitas und Grundschulen. Beim Projekt „FRED“ lernen Kinder mit und ohne Behinderung zusammen. In kleinen Gruppen geht es spielerisch um verschiedene Themen: Zum Beispiel um Sprache, Kunst oder soziales Miteinander.

Stephanie Borghoff ist Bereichsleiterin bei der Lebenshilfe. Sie erklärt, weshalb das Projekt „FRED“ wichtig ist: Vielen Kindern fällt der Übergang von der Kita in die Grundschule nicht leicht. Das gilt besonders für Kinder, die in der Frühförderung waren. Mit Frühförderung werden kleine Kinder mit Behinderung besonders unterstützt. Frühförderung nützt auch Kindern, die vielleicht eine Behinderung entwickeln könnten. Damit alle Kinder einen guten Start in der Schule haben, hat die Lebenshilfe das Projekt „FRED“ entwickelt. Die Lebenshilfe arbeitet beim Projekt „FRED“ mit vielen anderen Fachleuten zusammen. Zum Beispiel machen Erzieherinnen, Lehrer und andere Pädagogen mit. Sie tauschen sich untereinander aus. So können sie jedes einzelne Kind besser fördern. Und jedes einzelne Kind fühlt sich dann in der neuen Gruppe besser aufgehoben. Außerdem lernen alle: Jedes Kind ist anders. Jedes Kind lernt in seinem eigenen Tempo. Und alle lernen voneinander.

Angebote in Kitas und Schulen

Lachende Kinder im Vorschulalter

Das Projekt „FRED“ läuft seit drei Jahren in Gütersloh. Viele verschiedene Gruppenangebote für Kitas und Grundschulen hat die Lebenshilfe seitdem entwickelt. Das Projekt ist benannt nach einem Kinderbuch. Es heißt: „Fred, der Frosch, und eine Schule für alle“. Deshalb nehmen Ortrud Fechtel und ihre Kolleginnen auch immer eine grüne Frosch-Puppe mit. Sie ist das Erkennungszeichen für die Kinder. Die Kinder lieben es, wenn „FRED“ kommt. Dann gibt es zum Beispiel Tanz, Theaterspiele oder Experimente. Die Kinder üben spielerisch, in der Gruppe zusammen zu arbeiten. Und sie sollen auch selbst mitbestimmen und mitreden.

Damit das Projekt „FRED“ erfolgreich ist, müssen alle Beteiligten mitmachen. Deshalb musste die Lebenshilfe zunächst Partner in Schulen, Kitas und Offener Ganztagsschule finden. Das war nicht immer ganz leicht. Manche dachten zunächst: Da werden nur einzelne Förderstunden angeboten. Das bringt nicht viel.

Aber dann stellte sich heraus: Die Zusammenarbeit macht sehr viel Sinn. Die Kitas und Grundschulen profitieren sehr davon. Denn sie können genau die Förder-Angebote bekommen, die sie brauchen. Sie können anschließend mit den Methoden auch selbstständig weiterarbeiten.

Zurück beim Spiel mit Ortrud Fischer an der Kita Teismannsweg. Die Stunde ist fast zu Ende. Ortrud Fechtel fragt die Kinder: „Wie hat es euch heute gefallen? So richtig gut und Daumen hoch? Oder eher schlecht und Daumen runter?“ Alle Kinder können sagen, wie es ihnen gefallen hat. Bei allen geht der Daumen hoch. Und am Ende hängen sechs lächelnde Smileys an der Magnettafel.

Auch die Eltern der Kinder finden das Projekt „FRED“ gut. Die Lebenshilfe hat die Eltern befragt. Sie meinten: Das Projekt „FRED“ hat ihren Kinder gut getan.

Offiziell ist das Projekt „FRED“ jetzt ausgelaufen. Aber die Schulen und Kitas in Gütersloh können die Erfahrungen aus dem Projekt weiter nutzen. Auch die Zusammenarbeit der verschiedenen Pädagogen und Lehrer soll weitergehen. Sie wollen weiter voneinander lernen, um Inklusion in Gütersloh zu fördern.