Die Europäische Union (EU) will die Inklusion in ländlichen Gegenden Europas fördern. Soziale Inklusion bedeutet: Jeder Mensch soll überall dabei sein und mitmachen können. Egal ob man arm oder reich ist, ob alt oder jung. Oder ob man eine Behinderung hat oder nicht. Die EU will 100 Milliarden Euro für mehr Inklusion in ländlichen Gegenden ausgeben. Bis 2020 können die Länder der EU Gelder für inklusive Projekte beantragen. Wir stellen fünf gute EU-Projekte vor.

Text und Übersetzung: Stefanie Wulff

Ungarn: Mehr Chancen für Roma-Kinder

Auf dem Land in Ungarn leben viele Mitglieder der Roma-Minderheit. Oft werden sie schlecht behandelt. Für sie ist es zum Beispiel schwierig, Arbeit zu finden. Im Dorf Méra wollen Roma-Eltern das ändern. Mit anderen Bewohnern des Dorfes starteten sie ein Trainings-Programm. Das gemeinsame Ziel: Ihre Kinder sollen eine bessere Zukunft haben. Gemeinsam entwickeln die Eltern Ideen für ihre Kinder. Sie machen Pläne, wie die Kinder mehr Bildung erhalten können. Außerdem geht es um ihre Berufsausbildung und um ein insgesamt besseres Leben. Durch das Projekt wird auch die Beziehung zwischen Roma und anderen Bewohnern im Dorf Méra verbessert.

Spanien: Selbstständig leben lernen

In der spanischen Region Galicien gibt es viele kleine Orte. Viele erwachsene Menschen mit Behinderung leben hier noch bei ihren Eltern. Für sie ist es schwierig, von zuhause auszuziehen. Es gibt hier zu wenige Hilfen für Menschen mit Behinderung, die in einer eigenen Wohnung leben möchten. Das soll sich ändern durch das Projekt "Avante". Beim Projekt "Avente" können Menschen mit Behinderung ein Trainingszentrum besuchen. Im Trainingszentrum lernen sie wichtige Dinge, um selbstständig leben zu können. Es geht zum Beispiel um Hausarbeit wie Kochen, Wäsche waschen und einkaufen. Außerdem werden die Menschen mit Behinderung auf das Berufsleben vorbereitet. Nach dem Kurs im Trainingszentrum fällt es ihnen leichter, von zuhause auszuziehen.

Belgien: Soziale Dienste arbeiten zusammen

In der belgischen Region Flandern gibt es jetzt eine zentrale Stelle, wo pflegebedürftige Menschen Hilfe bekommen. Ein Ansprechpartner kennt alle Hilfsangebote und kann dem pflegebedürftigen Menschen sofort helfen. Früher war es schwierig für pflegebedürftige Menschen in kleinen Orten, die nötige Hilfe zu bekommen. Es waren auch zu viele verschiedene Anlaufstellen, an die man sich wenden musste. Viele dieser Anlaufstellen boten außerdem ähnliche Hilfen an. Das war für pflegebedürftige Menschen sehr verwirrend.

Italien: Projekt für Flüchtlinge und Einheimische

Ein Projekt in der italienischen Region Frosinone unterstützt arbeitslose Einheimische und Flüchtlinge gleichzeitig. In der Region leben viele Flüchtlinge, die meistens aus Afrika stammen. Die Einheimischen und die Flüchtlinge nehmen zuerst an mehreren Fortbildungen teil. Dann machten die Einheimischen und Flüchtlinge Praktika in der Region Frosinone. Sie arbeiteten unter anderem in einem Botanischen Garten und in Büros mit. Durch diese Fortbildung haben die Teilnehmer jetzt bessere Chancen, eine Arbeit zu finden. Durch das Projekt wurde aber noch mehr erreicht: Einheimische und Flüchtlinge haben gemeinsam eine neue Initiative gegründet. Mit der Initiative "Rise Hub" wollen sie sich gemeinsam für mehr Inklusion in ländlichen Gebieten einsetzen.

Großbritannien: Barrierefreier Bus kommt auf Bestellung

In ländlichen Gebieten gibt es oft zu wenig öffentlichen Nahverkehr. Wer kein Auto fahren kann, hat hier ein großes Problem. In der Region Westwales in Großbritannien haben mehrere kleine Orte deshalb ein neues Projekt gestartet. Sie bezahlen gemeinsam einen barrierefreien Bus für die Region. Dieser Bus nennt sich "Bwcabus". Der "Bwcabus" fährt nicht nur zu festen Zeiten auf der immer gleichen Strecke. Die Menschen weit entfernten Orten können den "Bwcabus" auch anrufen und sich von zuhause abholen lassen. Mit dem "Bwcabus" können Reisende auch andere Bus- und Bahnlinien erreichen. Weil der "Bwcabus" barrierefrei ausgebaut ist, können ihn auch Menschen mit einer körperlichen Behinderung nutzen.

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