Es ist nicht einfach, Eltern zu sein. Viele fragen sich: Wie soll ich mein Kind erziehen? Wie soll ich es am besten auf das Leben vorbereiten? Wie kann ich meinem Kind helfen, glücklich und selbstbewusst zu werden? Eltern von Kindern mit Behinderung machen sich oft besonders viele Sorgen.

Mutter, Vater und ihre beiden Kinder unterwegs auf dem Bürgersteig Andi Weiland / Gesellschaftsbilder.de

Text und Übersetzung: Stefanie Wulff

Forscher am Deutschen Jugendinstitut haben herausgefunden: Es reicht nicht, wenn die Eltern sich gut um ihr Kind kümmern. Damit sich Kinder gut entwickeln können,  brauchen sie auch gute gesellschaftliche Bedingungen. Aber diese guten Bedingungen gibt es nicht immer. Viele Eltern und Kinder sind von Armut bedroht. Zum Beispiel weil sie alleinerziehend sind. Oder weil sie mit einer Behinderung leben. Oder weil sie keine gute Schulbildung haben.

Wolfgang Pabel engagiert sich beim Bundeselternrat. Der Bundeselternrat setzt sich für gute Bildung ein. Wolfgang Pabel meint: Eltern spüren den großen Leistungsdruck, der auf ihren Kindern lastet. In den Schulen fehlt oft gutes Material für den Unterricht. Es gibt zu wenige Lehrer. Deshalb machen nicht alle gute Erfahrungen, wenn Kinder mit und ohne Behinderung zusammen lernen. Wolfgang Pabel beobachtet: Immer mehr Eltern schicken ihre Kinder auf teure Privatschulen. Er findet diese Entwicklung nicht gut. Er meint: Alle Kinder sollten die gleichen Möglichkeiten haben. Beim Thema Bildung geht es nicht nur um gute Schulnoten. Es geht auch darum, Kinder in ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen. Es geht auch um Werte wie Toleranz. Wolfgang Pabel sagt: Um das zu erreichen, brauchen wir mehr Inklusion. Ganz verschiedene Kinder mit und ohne Behinderung sollen zusammen lernen und aufwachsen können. Wolfgang Pabel meint: Dafür sollen sich Eltern einsetzen. Am besten geht das, wenn sich viele Eltern zusammenschließen.

Verein "mittendrin"

Beim Verein „mittendrin“ in Köln machen viele Eltern mit. Sie setzen sich für inklusive Bildung ein. Eltern haben „mittendrin“  2006 gegründet. Seitdem ist viel passiert. Die Tagung „Eine Schule für alle“ war ein großer Erfolg. Die Vereinten Nationen haben die UN-Behindertenrechtskonvention verabschiedet. Dadurch sind alle Länder verpflichtet, Inklusion zu fördern. In Deutschland gibt es  einen Rechts-Anspruch auf inklusive Bildung. Das heißt: Alle Kinder mit Behinderung sollen einen Platz in einer Regelschule bekommen können.

Eva Thoms vom Verein „mittendrin“ ist aber besorgt. Sie sagt: Nachdem wir viel für Inklusion erreicht haben, gibt es jetzt viel Kritik. Viele Menschen meinen: Inklusion in der Schule gelingt noch nicht richtig. Deshalb setzt sich der Verein „mittendrin“ erst recht für Inklusion ein. Er informiert über das Thema. Er berät Eltern und Schule. Und er setzt sich für Inklusion in Freizeit-Angeboten ein. Denn Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung sollen nicht nur in der Schule zusammen lernen. Sie sollen auch in ihrer freien Zeit ganz selbstverständlich zusammen aufwachsen.

Den Verein „Gemeinsam Leben – Geneinsam Lernen“ (GLGL) in Bonn haben auch Eltern gegründet. Auch GLGL setzt sich für Inklusion in der Schule und in der Freizeit ein. Seit 30 Jahren berät der Verein Eltern, die sich inklusive Bildung für ihr Kind wünschen. Ingrid Gerber von GLGL weiß: Viele Eltern von Kindern mit Behinderung machen sich Sorgen. Sie fragen sich: Wird mein Kind einen Platz an einer Regelschule bekommen? Wird mein Kind dort gut lernen können? Wird es ihm dort gut gehen? Ingrid Gerber meint: Kinder werden stark fürs Leben, wenn sie gemeinsam aufwachsen. Das gilt für Kinder mit Behinderung genauso wie für Kinder ohne Behinderung. Kinder lernen dann zum Beispiel, gemeinsam Schwierigkeiten zu überwinden. Sie tun das aus eigener Kraft. So werden sie selbstständig. Und so lernen sie, Entscheidungen für sich selbst zu treffen.


Fünf Eltern erzählen

Uwe Danker

Sohn mit schwerer Behinderung

Uwe Danker hat einen Sohn. Der heißt Bela. Bela 15 Jahre alt. Er wurde mit einer schweren Behinderung geboren.

Uwe Danker erzählt

Maren Stoever

Mehrfach behinderte Zwillinge 

Maren Stöver hat Zwillinge. Sie wurden viel zu früh geboren. Deswegen sind sie mehrfach behindert.

Maren Stöver erzählt

Anne Heidel

Bewusst auf eine inklusive Schule

Anne Heidel hat einen Sohn. Er ist zehn Jahre alt. Er ist nicht behindert. Er besucht eine inklusive Schule.

Anne Heidel erzählt

Oyindamola Alashe

Alleinerziehende Mutter

Oyindamola Alashe ist alleinerziehende Mutter. Sie wohnt mit ihrem sechsjährigen Sohn in Köln.

Oyindamola Alashe erzählt

Mirco von Juterczenka

Sohn mit Asperger-Syndrom

Mirco von Juterczenka hat einen zwölfjährigen Sohn. Sein Sohn heißt Jason. Jason lebt mit dem Asperger-Syndrom. Das ist eine Form von Autismus.

Mirco von Juterczenka erzählt

Was du tun kannst

Gutes tun und gewinnen

Mit einem Los der Aktion Mensch

Jetzt Los kaufen

So kannst du beitragen

Freiwillig engagieren oder Projekt starten

Über Inklusion informieren

Die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen