Gregor Strutz, der Gestalter

Ein Detail einer Seite in Leichter Sprache aus dem Buch "Die Bunte Bande", 5. Band.

Wir von der Firma Inkl.Design haben erstmal überlegt, wie ein inklusives Buch aussehen muss. Dann haben wir ausprobiert, wie wir das Buch am besten gestalten. Ein Text in Braille-Schrift ist  ziemlich lang. Darum haben wir zuerst ausprobiert, wieviel Braille-Text auf zwei Seiten passt. Dann haben wir ausprobiert, ob derselbe Text auch in Alltags-Sprache und in Leichter Sprache auf zwei Seiten passt. Dabei hat uns ein Übersetzungs-Büro für Leichte Sprache geholfen. Später haben wir überlegt, an welchen Stellen wir Bilder einfügen können. Die Bilder sollen ja zum Text passen. Und sie dürfen nicht zu viele Einzelheiten haben. Sonst verlieren Kinder mit Lern-Schwierigkeiten oder mit Sehbehinderung den Überblick. Aber auch für sehende Kinder ohne Lernbehinderung müssen die Bilder spannend sein. Außerdem müssen die Umrisse der Figuren und die verschiedenen Farben klar und deutlich zu erkennen sein.
Bis alles gepasst hat, mussten wir vieles ausprobieren. Wir mussten zum Beispiel an manchen Stellen einen Satz weglassen. Oder wir mussten ein Bild austauschen. Wir haben extra keine Bilder verwendet, die man ertasten kann. Denn wir glauben: Für blinde Kinder sind Bilder eine weitere Barriere. Der Text ist auch ohne Bilder verständlich. Wichtiger war uns, dass blinde Kinder mit dem Buch das Braille-Lesen üben.

Das Buch ist im DIN-A4-Format. Für ein inklusives Buch ist das aus verschiedenen Gründen nötig:

Weil die Braille-Schrift viel Platz braucht.
Weil sehbehinderte Kinder eine große Schrift und große Bilder brauchen.
Weil auch die Leichte Sprache eine große Schrift und große Abstände zwischen den Zeilen braucht.

Das Buch ist ein Ringbuch. Darum kann es nicht aus Versehen zuklappen, wenn blinde Kinder die Braille-Schrift ertasten. Mit dem Buch sind wir sehr zufrieden. Wir wollen damit zeigen, was eine gute inklusive Gestaltung ist.
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