Mehr gemeinsame Bildung und Entwicklung von Kindheit an ist das Ziel der neuen Kampagne der Aktion Mensch. Das wäre für unsere ganze Gesellschaft ein Gewinn. Was das in Zukunft alles verändern könnte, zeigt ein neuer Film der Aktion Mensch.

Zwei als Raumfahrer verkleidete Kinder im Raumschiff

Szene aus dem neuen Spot der Aktion Mensch "Mission Mars". Kinder mit und ohne Behinderung sind in Rollen von Erwachsenen geschlüpft: Als Astronauten auf dem Weg zum Mars ...

Text: Robert Fechner
Übersetzung: Stefanie Wulff

Es ist ein sonniger Morgen in der Zukunft. Heute sollen zum ersten Mal Menschen auf dem Mars landen. Alle Menschen in der Stadt warten gespannt auf das Ereignis. Alle Personen sind Kinder, die sich als Erwachsene verkleidet haben. Ein Mädchen spielt eine Geschäftsfrau. Sie springt in ein Taxi. In Gebärdensprache sagt sie, wo sie hin will. Der Fahrer versteht. Er braust los. Das Mädchen stürmt ins Büro. Sie unterbricht eine Besprechung. Gerade noch rechtzeitig können alle die Fernseh-Übertragung vom Mars sehen. Zwei Astronauten steigen aus der Raumfähre. Einer setzt als erster Mensch seinen Fuß auf die Oberfläche des Mars. Besser gesagt: Er setzt seine Bein-Prothese auf den sandigen Boden. Dann zeigt der Film die  Gegenwart: Der sandige Boden gehört zu einem Spielplatz. Ganz unterschiedliche Kinder mit und ohne Behinderung spielen hier zusammen. Die Kinder steigen in Wirklichkeit nicht aus der Raumfähre. Sie spielen Mars-Landung an einem Spielplatz-Gerüst.

Kinder sitzen verkleidet als Erwachsene um einen Konferenztisch, ein Kind im Rollstuhl

... als Firmen-Mitarbeiter bei Besprechungen,

Mit diesem Film wirbt die Aktion Mensch für Inklusion von Anfang an. Für Kinder sollte Vielfalt von Anfang an selbstverständlich sein. Dann wird Inklusion in der Zukunft auch ganz selbstverständlich sein. Menschen mit und ohne Behinderung werden dann selbstverständlich miteinander arbeiten. Sie werden zusammen ihre freie Zeit verbringen. Sie werden die gleichen Hobbys haben.

Auch Erwachsene können Vorurteile ablegen. Auch sie können Angst vor Fremden und Unbekanntem  überwinden. Aber als Erwachsene kostet das mehr Kraft und Zeit. Besser ist es, wenn diese Angst gar nicht erst entsteht. Das kann man Kindern besonders gut beibringen. Denn sie sind noch neugierig auf alles, was unbekannt ist.

Bildung ist mehr als Schule

Warum setzt sich die Aktion Mensch gerade heute für inklusive Bildung ein? 2006 trat die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft. Dazu gehört unter anderem das Recht auf inklusive Bildung. Am Anfang hofften viele Menschen in Deutschland, dass jetzt schnell vieles besser wird. Kinder mit und ohne Behinderung sollten endlich zusammen lernen können. Aber dann stellten sie fest, dass das nicht so einfach ist. Es gab zu wenig Lehrer und Fachkräfte. Die Schulen waren nicht gut ausgestattet. Und es fehlten gute Ideen für Inklusion in der Schule. In den Zeitungen, im Radio und im Fernsehen gab es viele schlechte Beispiele über inklusive Schulen. Es gab zwar auch viele gute Bespiele für inklusive Bildung. Aber über diese wurde wenig berichtet. 

Auch viele Eltern von Kindern mit Behinderung sind unsicher. Ein Grund dafür sind Berichte oder eigene schlechte Erfahrungen mit Schulen. Viele Eltern wollen ihr Kind deshalb lieber in einer Förderschule anmelden statt in einer schlecht ausgestatteten Regelschule. Die Folge: Noch immer besuchen rund 70 Prozent aller Kinder mit Behinderung eine Förderschule. Zwar besuchen auch mehr Kinder mit Behinderung die Regelschulen. Doch das liegt daran, dass insgesamt viel öfter ein Förderbedarf bei Kindern festgestellt wird.

Es gibt viele Gespräche und Streitgespräche über Inklusion an Schulen. Dabei wird oft etwas anderes vergessen: Nicht nur in der Schule können wir viel für inklusive Bildung tun. Kinder und Jugendliche lernen auch an anderen Orten: Zum Beispiel in Vereinen oder Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Hier können sich Kinder und Jugendliche begegnen, die nicht in die selbe Schule gehen. Zum Beispiel Kinder mit Behinderung. Oder Kinder aus anderen Ländern oder mit anderem Glauben. Solche Begegnungen sind für alle Kinder wichtig. Sie fördern ein gutes Miteinander. Sie fördern die Fähigkeit, auch mal nachzugeben. Und sie fördern die Fähigkeit, Lösungen zu finden. Bildung ist mehr als das Vermitteln von Lernstoff. Bildung stärkt auch die persönliche Entwicklung eines Kindes. Und das nicht nur in der Schule.

Deshalb sollten wir nicht abwarten. Die UN-Behindertenrechtskonvention sagt: Es gibt ein Menschenrecht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Nur mit praktischen Erfahrungen lernen wir, wie Inklusion für Kinder und Jugendliche gelingt. Nur wenn wir es ausprobieren, lernen wir, was noch verbessert werden muss. Jeder kann dazu etwas beitragen.

Junge mit Downsyndrom arbeitet in einem Fernsehstudio

... oder als Radiomoderator.

Austausch fördern und Erfahrungen sammeln

Es gibt viele gute Beispiele für inklusives Lernen. Schon in den 1970er Jahren setzen sich Eltern für gemeinsames Lernen ein. Es gab erste Versuche in Kindergärten und Schulen. Allerdings war es für viele Eltern schwierig, einen Platz an einer solchen Schule zu bekommen. Auch in Kitas und bei Freizeitangeboten gibt es schon lange inklusive Angebote. Aber es ist noch nicht überall selbstverständlich. Es fehlt noch an guten Rahmenbedingungen und am guten Willen.

Deshalb ist es jetzt wichtig, von guten Erfahrungen zu lernen. Es ist wichtig, erfolgreiche Beispiele bekannt zu machen. So können sich Menschen austauschen und voneinander lernen. Es ist wichtig, dass Eltern, Pädagogen und Inklusionsfachkräfte zusammen arbeiten.

Deshalb kümmert sich die Aktion Mensch jetzt um „Inklusion von Anfang an“. Sie möchte Ideen für inklusive Kinder-Welten geben. Damit Kinder von Anfang an lernen, niemanden auszuschließen. Es ist ein weiter Weg, bis das alles erreicht ist. Aber anders als der Mars ist Inklusion zum Greifen nah. Inklusion ist eine Haltung. Eine Bereitschaft, sich auf die Reise zu machen. Dabei können wir viel von Kindern lernen.

Interview in Einfacher Sprache zur Kampagne der Aktion Mensch

Direkt zur Kampagne der Aktion Mensch

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